Band 
Dritter und letzter Theil.
Seite
405
JPEG-Download
 

405

tz. ll)4. Britisches Reich.

arbeit geschmückt u»d die Holzsknlptnr suchte i» Reinheit und Schärft ihres Gleiche».Ebenso schön in Form und Skulptur war die Baldachindecke. Die Vorhänge warenvon den feinsten Seiden - und Wollcnstoffc» in schönster Farbcnzusainiucnstellnttg undherrliche» Dessins. DaS Ganze war nicht blos, eins der reichsten und geschmack-vollsten Möbel der Englischen Abtheilung, sondern überhaupt der ganzen Ausstellungund ward höchstens von dem Leistlerschcn Himmelbett, in der Oesterrcichischcn Ab-theilung, noch in etwas übertreffen; viele Künstler stellten es demselben sogar voll-kommen gleich.

Von sonstige» Betten müssen wir erwähnen das Baldachinbctt von Th, Dnr-leh und Comp. i» London aus Nußbaumholz, sehr korrekt in Englischer Renais-sance (Elisabethstpl) gehalten und höchst elegant eingerichtet. Ferner ein nußbanme-ueS Baldachinbctt von Th. For in London mit Draperie in blauer Seide, rechtgeschmackvoll, nur etwas schwer.

Auch ein Himmelbett von Lrvllope und Söhnen in London nebst allen Mö-beln und Gcräthschaften eines eleganten Schlafzimmers verdient, wegen sorgfältigerAusführung und reinen, Stpl, mit Vermeidung aller lleberladungcn, besonders her-vorgehoben z„ werden.

Sehr groß war die Zahl der ausgestellte» Schränke und Repofitorien, Sekre-taire, KabinetS, Bibliotheken, Garderobe», Kommoden und sonstigen Möbeln undznm Zweck des Schreibens und des Anfbewahrcns und Vcrschließens der verschieden-artigsten Gegenstände, Dieselben sind i» England in der Regel ziemlich einfach undnur darauf berechnet, einem einzigen Zweck zu diencn, wie wir Nchnliches schon obenbei den SideboardS bemerkten.

Wir erwähnen von dieser Möbelklasse zuerst der Kommode von Th. Dowbig-gin in London , aus verschiedenen Holzarten (Citronen, Mahagoni), Nußbaum u, s. w.)bestehend, mit reicher Vergoldung und künstlicher Einlegearbeit geschmückt. DasWerk war in Italienischer Renaissance gehalten und als solches eins der bestenMuster auf der Ausstellung. Einen besonderen Schmuck bildeten die in die Pilastereingelegten länglichen Porzcllanplatten mit Raphaelischen Zeichnungen und Orna-menten. Auch die eigentliche Schreinerarbeit an diesem Möbel muß als höchst voll-endet bezeichnet werden.

Eine Kommode in prächtiger Einlegearbeit von dem bereis erwähnten HanseG. Trollopc nnd Söhne in London ist nebst dessen sonstigem eleganten Amen-blement eines Schlafzimmers rühmlichst zu erwähnen.

Eine Salon-Kommode von S. Pratt in London in Bnhlarbeit war Franzö-sischen Mustern nachgebildet nnd in der Ausführung sehr vollendet.

Von G. Dovcsto» in London , dessen ausgestellte Stühle bereits rühmenderwähnt wurden, war eine Bibliothek in Ebenholz ausgestellt, die gleiches Lob ver-dient. Sie war in einfachen, edlen, Stvle gehalten und die Reliefverzierungen sowiedie Vergoldung durchaus nicht verschwenderisch, allein desto effektvoller angebracht.Solche Arbeite» verdienen hier »», so mehr der Anerkennung, als die Englischen Künstler durchgängig so oft in den entgegengesetzte» Fehler der Ncberladung mit Or-namenten verfalle».

Ein Sekretair vo» Arthur Hahball aus der Shefsteldcr Zeichnenschule ver-dient aus den, Grunde besonders hervorgehoben zu werden, weit es das einzige Mö-bel dieser Art in rein klassischem Stpl war. Auch die Ausführung erschien meister-haft. Dennoch war das Ganze etwas steif und schwer und machte keinen besonde-ren Eindruck.

Von WillS und Bartlett in Kingston eine nußbanmenc Bibliothek mitSchnitzwerk und Einlagen in Ahorn, höchst einfach und geschmackvoll nnd von ganzvollendeter Ausführung.

Von E. F. Englisch in Bath verschiedene schöne Sekretaire, darunter nament-