Band 
Dritter und letzter Theil.
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8. 105. Der Zollverein und Norddcntschland.

Bartlctt bekundeten zwar eine große Kunst in der Holzskulptnr, dennoch kann manda» Ganze nur als einen verunglückten Versuch betrachten, ein Material zu Zweckenverwende» zu wollen, wozu cS nnn einmal offenbar „»passend ist.

Von Toms »nd Lnscombe i» London ein Paar sehr schöne Fußgcstellc inBnhlarbeit. Von S. Wcrtheimer in London sehr schönes vergoldetes Juwelen-kästchcn nebst Tischchen im Cing»ccc»to-Styl, die vier Füße mit Ordcnskctten ver-bunden; außerdem verschiedene Kästchen, Chatoullcn, Tintenfäffcr n. s. w. in reicherAusführung und reinem Styl.

Eine geschnitzte Blnmcuvase von A. Siebe in London , wozu das Holz undMetall von dem alten Schiff Royal George genommen waren, verdiente» anerken-nende Erwähnung.

Ein aus Nnßbaum reizend und kunstvoll geschnittenes Tintenfaß von I. Sta-l o » in London verdient hier ebenfalls der Erwähnung, wiewohl dessen Beurtheilungmehr der Klaffe XXX. anheimfällt.

Als Merkwürdigkeit ist noch eines Fournierblattcs aus Englischer Eiche zu er-wähnen, das 4 Fuß breit und lO bis l2 Fuß lang war.

Von der Britische» Insel Jersey war von G. E. Lc Fcuvrc ein eichenesBüffet eingesandt worden, dessen Hinterer Aufsatz durch die Figur von König Johann,die ülagna eknirta zeichnend, und auf jeder Seite von einer Gruppe oder vielmehrReihe von acht Rittern und Prälaten umgeben, gebildet ward. Wenn auch dieseAnordnung, wobei die Ornamentik die Architektur gänzlich verdrängt hatte, nicht ge-schmackvoll genannt werden kann, so verdient doch die Mühe, die auf das GanzeVerwandt worden und die fleißige Ausführung einzelner Theile alle Anerkennung.

K. 105.

Der Zollverein und Norddeutschland.

Schon aus der oberflächlichsten Vergleichnug der aus dein Zollverein zur Aus-stellung gebrachten Möbel mit den Französischen und Englischen ging hervor, daßdie LnrnS-Jndustricen hier einen weit dürftigeren Boden haben, als in den letztge-nannten Ländern. ') Es waren deshalb nicht bloß die meisten Aussteller nur miteiner äußerst beschränkten Zahl von Möbeln auf der Ausstellung erschienen, währendsich in andere» Abtheilungen die reichsten bis zu vielen Tausenden an Werth anstei-genden Einsendniigen einzelner Fabrikanten vorfanden, sondern der LurnS hatte sichauch dnrchgchends nicht bis z» der Stufe verstiegen, wie in England und Frank-reich . Wen» sich überhaupt der Reflex der allgemeinen Geld- und Erwerbsverhält-niffc eines Landes in irgend einer Industrie getreu wicdergiebt, so ist dies vorzugs-weise die LuruS -Möbelfabrikation, indem nämlich in solchen Gegenständen kein»ennenswcrther internationaler Verkehr stattfindet, vielmehr das inländische Bedürf-niß fast ausschließlich durch das inländische Gewerbe befriedigt wird.

Auch noch ein anderer Punkt kommt im Zollverein zur Sprache, welcher derAusbildung der Lurus-Möbelfabrikation hinderlich ist, nämlich die Zersplitterungüber so viele Städte und Residenzen, während in London und Paris eine Centrali-sation dieses Gewerbes stattfindet, welche die günstigste Rückwirkung auf dessen Lageund Ausbildung gar nicht verfehlen kann. In der That konnte man die Möbel-auSstellung der beiden letztgenannten Länder und auch die Oesterreichs eben so gutals Ausstellung dreier Städte London, Paris und Wien betrachten; denn was andereOrte beigetragen hatte», war verhältnißmäßig nur unbedeutend.