Band 
Dritter und letzter Theil.
Seite
408
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408 XXVI. Klaffe. Möbel, Dekorationen und lackirte Waaren.

Unter gehöriger Rücksichtnahme aus diese vorliegenden Verhältnisse dürfte dieMvbelansstclliing des Zollvereins sehr wohl als ein erfreulicher Beweis allgemeinverbreiteter technischer »nd künstlerischer Ausbildung angesehen werden. Eine nähereBetrachtung der einzelnen zur Ausstellung gelangten Gegenstände wird diese Behaup-tung näher belege».

Von den Preußischen Ausstellern erwähnen wir zuerst A. von Hagen ausErfurt , der Einzige aus der Monarchie, welcher im Möbrlsach von der Jury aus-gezeichnet worden ist. Dieser Fabrikant hatte einen sehr schönen N»ßba»m-Se-krctair ausgestellt, in Form, Größe und Einrichtung, wie sich dieses Möbel bei demreicheren Bürgerstandc Deutschlands , insbesondere des Nordens, eingebürgert hat undsowohl, nach Oeffnnng der Hanptklappe, als Schreibtisch, wie auch zum Verschlie-ßen »nd Aufbewahren der mannigfachsten Gegenstände benutzt wird. Allerdings warbei dem in Rede stehenden Eremplare die Ausführung »nd Ausstattung eine so reiche,daß es mit den gewöhnlichen Möbeln dieser Art gar nicht konknrrirtc, vielmehr diehöchste Stufe des künstlerischen LurnS einnähn,, wobei überhaupt noch in Deutsch-land auf KLnfer gerechnet werden darf. Der Preis betrug 1666 Rthlr. Die rei-chen Verzierungen, im reinsten Renaiffaneestyl gehalten, waren bloß abgeölt und loseaufgelegt, so daß sie sich leicht wegnehmen ließe»; für den Fall eines Nachpolirensder Möbel ist eine solche Konstruktion sehr zweckmäßig. Auf der hell pclirten Flächedes Srkretairs nahmen sich überdies die nnpolirten, jedoch aufs schärfste und reinstegeschnittenen Ornamente sehr gut aus. Die innere Einrichtung zeigt, nach Oesf-nung der Klappe, die reichste Einlegearbeit in Silber, Kupfer, Messing, Elfenbein»nd Perlmutter . Ganz besonderes Lob verdient die meisterhafte Schrcinerarbeit die-ses Möbels, wovon nichts den bessere» Beweis liefert, als daß sich die Schubladenverwechseln ließen und doch so genau schloffen, als seien sie speziell an diese Stelleeingepaßt. In dieser Beziehung war vielleicht kein Möbel auf der ganzen Ausstel-lung gewissenhafter und sorgfältiger gearbeitet.

Spinn und Menckc aus Berlin großer nnßbanmcncr Bibliothckschrank mitGlasthüreu, die doppelt geschweiften feinen gegliederte»Thürrah,neu, welche als Schrci-nerarbeit einzig in ihrer Art waren, sind leider nur sehr wenig beachtet worden; dieinnere Einrichtung war von Eichenholz; die reichen Verzierungen in dem Roeeoeo sichnähernden Style waren ganz vorzüglich geschnitzt und machte die ganze Arbeit denbesten Eindruck. Der Preis von WO Rthlr. war Verhältniß,»äßig billig.

Earl Hilgers aus Düsseldorf ein sehr reicher und schöner Damenschreib- undArbeitstisch in Ebenholz zum Preise von l200 Rthlr». Eine» besonders gefälligenEindruck machten vier gut gemalte Einlagen, Rheinansichtc» darstellend.

H. Pallenberg in Köln schön und genau gearbeiteter Damen-Sekrctair inPolisander mit reicher Schnitzarbeit; Preis 280 Rthlr.

G. Richt in Berlin Silberspintc zu 290 Rthlr. und Etagere zn 3lO Rthlr.,beide in Polisander, mit reicher Schnitzarbeit; zwei sehr verdienstvolle Arbeiten.

F. C. Becker in Berlin Lehnsessel mit Lesepult in. Preis von llO Rthlr,>.Ein sinnreicher und ganz zweck,„ästiger Mechanismus gestattet sowohl den, Stuhle alsdem Pulte jede beliebige Lage ;» geben; ein für Rekonvaleszentcn oder Invalide»besonders branchbares Möbel.

I. F. C. Schieselbei» in Berlin achteckiger Tisch in Holzmosaik zu». Preisevon 1500 Rthlr»., was uns etwas hoch vorkam. Ferner ein Stuhl znn, Ansei,,-andernehmen für Reisende; Preis 5 Rthlr.

Sommerfeld und Hübner in PotSdam zwei runde, sogenannte Tempeltischevon Mahagony, jeder zu 45 Rthlr.; einfach, aber gnt gearbeitet.

W. Drcnsike aus Neu-Rnppi», Schreibtisch mit Pultaufsatz aus Eichenholz,mit einer Tafelnhr „nd eine», feuerfesten Kaffenschrank; Preis 600 Rthlr.