Band 
Dritter und letzter Theil.
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tz. 105. Der Zollverein und Norddeutschland.

Bauer in Schwerin a. d. W. ein Blumentisch.

E. A. Küttncr in Wolgast gut polirtc Ehiffoniere in Mahagony; Preis05 Rthlr.

I. Wiegandt in Köln Tablett von >8 Zoll Durchmesser in Holzmosaik, aus25,700 Stückchen bestehend.

Obgleich dessen Bcnrtheilnng mehr der XXX. Klasse anheimfällt, müssen wirdoch auch hier des nach einer Zeichnung von Stülcr meisterhaft geschnitzten Rah-mens von I. Albcrti, akademischem Künstler in Berlin , erwähne», bestimmt fürdas Bild 1-» 8,>!>8ii»v für die Berliner Schloßkapellc.

Auch ein Blumenkranz, aus Eichenholz geschnitzt von A. Daehns in Berlin ,zu einem Spiegel- oder Gemälderahmen Passend, muß rühmlichst hervorgehobenwerden.

Aus Bayern waren nur zwei Aussteller im Möbelfach aufgetreten, die indeßBeide durch die Jury mit der Medaille ausgezeichnet worden sind.

Gebr. Barth aus Würzbnrg Damen-Sekretair aus Polisandcr und Rosen-holz, in reinem Rcnaiffancestyl gehalten. Besonders kostbar erschien die innere Ein-richtung des durch zwei Thüre» verschlossenen Obertheils; sowohl die eingelegtenTableaur »ud Portraits, als die Mosaik und Einlegearbeit waren im reinstenGeschmack und auf das Bollendctstc ausgeführt. Ferner von denselben Ausstellern:ein Damen-Arbeitstisch im Roccoeostyl zu den, vcrhältnißmäßig sehr billigen Preisvon 750 Fl. Die Mosaik und Einlegearbeit waren ausgezeichnet, ebenso die Carya-tiden in vergoldeter Bronze, welche den etwas hohen Obertheil trugen. EinigeUeberladung in den Berziernngen abgerechnet, verdiente die Arbeit die höchste An-erkennung.

F. Zi. Fortner in München Schreibtisch, 7 Fuß hoch, 5', Fuß breit, nebstLchnstnhl. Der Schreibtisch war ein Meisterstück in Buhlarbcit und gehörte indieser Beziehung unstreitig zu den besten Leistungen auf der Ausstellnng. Die Ein-lagen von Metallen, Perlmutter und Schildpatt zeigten historische Figuren und Em-bleme aus der alten Deutsche » Geschichte. In gothischem Styl gehalten »nd imGanzen wie in den Einzelheiten meisterhaft gezeichnet und ausgeführt, ließ sich viel-leicht »nr das an dem Möbel aussetzen, daß die Architekur, insbesondere in den,oberen, nicht körperlich genug gehaltenen Aufsätze, im Verhältniß zu den reichen Ein-lagen und Zeichnungen, den, Ange etwas zu wenig Abwechslung bot. Der Sessel ver-dient gleiches Lob und bildeten beide Möbel eine wirkliche Zierde der großen Zoll-vercinShalle, in der sie ihren Platz erhalte» hatte».

Ans Württemberg war nnr ei» Aussteller im Möbelfach, nämlich F. Wirthin Stuttgart , erschienen, dessen Leistungen jedoch der Beachtung i», höchsten Gradewürdig waren und der, unserer Ansicht nach, nicht bloß die ihm zu Theil gewordeneehrende Anerkennung, sondern die Medaille sehr wohl verdiente.^) Wirth hattezuerst ausgestellt einen Schreib- und Toilettentisch, 0 Fuß breit und >0 Fuß hoch,von Mahagony, im reinsten Reuaiffancestyl, den, Eingneecnto sich nähernd. DerUntcrsatz bestand aus zwei Scitentheilen, die sich öffneten und init vielen theils ver-borgen, theils offen liegenden Sekubtädchen versehe» waren. Der mittlere Theilbildete die Schrcibeinrichtung und ließ sich ausziehen. In dem oberen Theil, vonzierlichen Pilastern und einem reichen Gesims eingefaßt, war ein großer Spiegel inovalem Rahmen angebracht. In der Mitte oberhalb des Gesimses erhob sich einmit Karyatiden bekleideter Aufsatz mit einer kreisförmigen Nische, die durch denOberkörper einer schönen weiblichen Figur ausgefüllt ward.

Das zweite Möbel von Wirth, in den Verzierungen einfacher gehalten, gleich-falls i» Renaissance, war ein Spicgclschrank, rechts und links mit Scitentheilen ver-sehe», a» denen vier Karyatiden angebracht waren, die in Zeichnung und Ansfüh-