Band 
Dritter und letzter Theil.
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tz. 105. Dcr Zollvcrcin und Nordbcntschland. 4t 1

irgend eine andere Stadt Deutschland », indem nicht weniger als 1S Möbelsabrikantcnihre Arbeiten znr Schau stellte»/

E. F. H. Plambeck war unstreitig dcr erste unter den Hamburger Möbel-auSstellcru und ist auch von Seiten dcr Jury durch Verleihung dcr Medaille aus-gezeichnet worden. Ein runder Sophatisch, aufs reichste ausgelegt mit Silber,Messing, Elfenbein und Pcrlninttcr im Preis von l333 Rthlr. gehörte zu den schön-sten Arbeiten dieser Art, welche die ganze Ausstellung auswies. Dabei waren dieZeichnungen, »ach Motiven anS dcr Geschichte von Karl V/, Franz I. und PabstPaul III., sehr schön entworfen und künstlerisch durchgeführt (den Fo r tu er'sehenLeistungen würdig zur Seite stehend), so daß sie den angenehmsten Eindruck „lachten,wahrend man sonst so häufig die schönste Einlegearbeit durch stümperhafte Gravürenverunstaltet sieht. Ein feiner Sinn für das Schöne hatte die Ausführung diesesMeisterstücks geleitet. Dcr genannte Preis erschien vcrhältnißmäßig weit billigerals irgend eine au Knnstwcrth ihr gleichkommende Arbeit in den Abtheilungen ande-rer Länder. Unübertrefflich war insbesondere die Schärfe und Genauigkeit dcr Ei»legcarbcit. Auch ein kleinerer Tisch zum Preis von 130 Rthlr. verdient alles Lob.

Stächst Plambeck haben wir H. F. E. Rampendahl zu nennen, dessen vollständiges Amenblemcnt in Hirschhorn , insbesondere ein Sekretair im Preise von1500 Rthlr., reich mit Elfenbeinschnitzerei verziert, den besten derartigen Arbeitenauf dcr Ansstellnng gleichkam, wo nicht alles übertraf. Besonders künstlich war dcrobere Aufsatz mit Pendeluhr. Das Material und die bestimmten Formen der Or-namente (Hirsch und Nehgeweihe ». s. w.), mit denen man eö hier zu thun hat,sowie der bestimmte Zweck zur Möblirnng von Zägcrwohnungen oder Zimmern, er-fordern allerdings, daß man bei solchen Arbeiten, was Schönheit der Form, Styln. s. w. betrifft, einen andern Maaßstab anlege, als bei Werke», wo der Künstlerdurch derartige Rücksichten nicht gebunden ist. So würde z. B. das Sopha mitden Hirschhornlehne» und Füßen unter Nichtbcrückfichtignng dieser Umstände nur alsunschön und geschmacklos erscheinen können.

Von den übrigen Hamburger Ausstellern heben wir hervor: I. F. Hagen,Bnffet mit Etagere von Ebenholz, Preis 200 Rthlr., welcher als äußerst billig anzu-sehen war. I. W. Engels großes Bnffet, massiv anö Mahagoni), mit Rosenholz four-nirt, Preis 1400 Rthlr., reich mit Bronze- und Elfcnbeinschnitzwcrk verziert; nichtganz rein im Styl, sonst gut ausgeführt. I. D. Hehmann, sehr schöne Nutzbau»,Polsterwaaren, Banguette, Armsessel und Stuhl. Ferner die verschiedenen Möbelfür Damen (Schreibtische, BnffctS, Stühle u. s. w.) von 'Rosenholz (Zacaranda)von W. O. Müller, Ph. Mchnc, C. C. 2. Köpkc, 2. D. Adickcs und2. G. Lenglc, die Fantcils und Sessel von C. F. Werner, L. Piglhcin und2. G. H. Krüger, letztere besonders billig; die Sophatische von 2. H. Köhler,der schöne Schachtisch, sowie der Schreibtisch von H. Bey n. s. w.

Das Ensemble der Hamburger Ausstellung lieferte den Beweis von dem großenUmfange und dcr hohen technischen und künstlerische» Ausbildung der dortigen Mö-bclsabrikation.

Außer Hambnrg war aus dem nördliche» Deutschland nur noch ein Ausstelleraufgetreten, nämlich Fr. Röper in Lübeck , dcr ein Kästchen, für Damengcbranchbestimmt, eingesandt hatte.

') Was dcr Berichterstatter hierüber in Klaffe VIII. bei Gelegenheit einer Ver-gleichnng der Französischen und Dcntschcn Ausstellungen in Lnruswaffen bcnicrkt hat,läßt sich vollständig auch auf die Möbclfabrikation anwenden.

") Nach Ansicht des Berichterstatters hätten außer von Hagen auch noch anderePrcnßische Möbclfabrikantc» die Medaille, oder doch die ehrenvolle Erwähnung ver-dient, so namentlich Spinn und Mencke anS Berlin .