412 XXVI. Klasse. Möbel, Dekorationen und lackirte Waare».
^) R. Nich. Warnum, i» der wissciischastlichcn Preisschrift: ,,-V.n n»
ornamental -Lot, a8 ell^pla^oel in tlic inilnstrial bl.vliiliitinn," womit der die Ausstelluug illustrircnde Band des Iit-ckonin»! schließt, hebt die Wirthschen Möbelganz besonders hervor- „als zu den schönsten Darstellungen in reine,n Renaiffancc-styl gehörig, welche die ganze Ausstellung auszuweisen hatte."
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O e st e rre > ch.
Bis auf die größere Centralisation des Gewerbes in der Haupt- und Residenz-stadt Wien , deren Einfluß ganz sichtbar hervortrat, hat die Möbelsabrikatiou inOesterreich ungefähr gleichen Boden und steht auf gleicher Stufe der Ausbildungals im Zollverein, wiewohl letzterer auf der Ausstellung allerdings durch ersterenÜberragt wurde.
Den Haupttheil der Oesterreichische» Möbclaussteltnng, sowohl dem Werthe alsdem »mfange nach, bildeten die Eiiisendnngen eines einzige» Fabrilautc», C. Leistlerund Svhn aus Wie», eine Ausstellung, die in den, ganzen Krhstallpalast einzigin ihrer Art da stand. Nicht blos hatte kein Aussteller der übrigen Länder (dieRussischen Malachitmöbel etwa ausgeschlossen) auch nur annähernd den Umfangund Werth der Leistler'scheu Erposition erreicht, sondern es war auch (abgesehenvon dem kleinen möblirtc» Prachtzimmcr in der Indischen Abtheilung, welches übri-gens nicht betreten werden durfte) kein anderer auf den glücklichen Gedanken gekom-men, besondere Zimmer einzurichten und dieselben nach einheitlichem Plane mit allenentsprechenden Möbeln zu versehen. Und solcher Zimmer hatte Leistler nicht etwaeins, sondern fünf mit dem reichsten und vollständigsten Anienblement versehen, wel-ches zusammen einen immcnscn Werth (nach eigener Angabe des Herrn Leistler145,000 Fl.) darstellte.
Es versteht sich von selbst, daß bei einer so umfassenden Ausstellung nicht jedeseinzelne Stück Anspruch machen konnte, unübertroffen dazustehen, wiewohl auch diesbei Viele», z. B. bei den, Himmelbett und bei verschiedenen Armsesseln und Stüh-le», der Fall war. Allein so viel darf gesagt werden, daß alle Einzelheiten, wenigesausgenommen, mit dem Beste» konkurrirtc», was die Abtheilungen anderer Länderanfwiesen, so daß die Verleihung der große» Verdienstmedaille nicht blos dem Um-fang und Reichthum der gcsammtc» Ausstellung, sondern wesentlich auch dem wirk-lichen Kunstwerth und der vortrefflichen Ausführung der Leistler'scheu Möbel gilt.
Es ist natürlich hier nicht der Ort in dctaillirtc Beschreibungen der einzelnenGegenstände einzugehen, »m so weniger als durch die illnstrirte Zeitung nnd andereJournale bereits genauere Mittheilungen darüber erfolgt sind und zwar mit Zeich-nungen begleitet, ohne welche ein Bericht über Möbel immer nur halbes Interessegewähren kann. Wir erwähnen daher nur in der Kürze der einzelnen Ausstellungs-gegenstände, um dem Leser in. Allgemeinen ein Bild von den Leistungen dieses Wiener Hauses zu gebe».
Die Leistler'sche Ausstellung füllte, wie erwähnt, fünf Zimmer. In dem er-sten, dem Vorzimmer, worin sich das prachtvolle Deckengemälde von Montanaribefand, waren verschiedene, zum Theil auch von anderen Ausstellern herrührende Mö-bel ausgestellt, ohne die strenge Rücksicht auf die besondere Bestimmung eines solchenGemachs, welche bei den übrigen vier Zimmern obwaltete. Von Leistler herrührend,befanden sich hier ein ovaler Nußbaumtisch, ein solcher Tisch in Buhl und mitGoldbrvnzcverzirrungen, ei» Spieltisch von Polisander, ein kleines Krnzisir und zweiGemälderahme». Der Fuß des ovalen Tisches und die vielleicht etwas zu sehr mit