420 XXVI. Klasse. Möbel, Dekorationen und lackirte Waaren.
bracht und nach Originalzeichnungen anfs Meisterhafteste ausgeführt waren. DerFronton bildet eine Nische mit einer antiken Vase; zu beiden Seiten zwei weiblicheFiguren i» graziöser halb liegender Stellung. Zahlreiche Einlagen in Marmor,Lapis Lazuli und anderen bniiten Steinen, die sich auch durch Medaillen oder Por-traits ersetzen ließen, verzierten die Frontseite des Kabinets, welches im Ganzen, wiein den Einzelheiten zu den schönsten Möbeln der ganzen Ausstellung gehörte. DerPreis Von 15,000 Frs. erschien trotzdem als ziemlich hoch.
Ein kleines Damen-Kabinet in dunklem Holz von Tahan in Paris , im Preisevon 3500 Frs., verdient rühmlichster Erwähnung, obgleich die Ornamente, blos inBlättern, Zweigen und Resten bestehend, etwas einförmig und das Fußgestell zu nackterschien. In den beiden Thürflügeln waren vorzüglich ausgeführte Porzellangemälde,Scheffers Mignkns, angebracht. Dieser Fabrikant ercellirt vor Allem in kleine»,feineren Möbeln für Damen-Boudoirs. Ein Bürcau und Bücherschrank von Eben-holz mit Schilvpatt, Metall u. s. w. ausgelegt und mit Goldbronze reich verziert,im Preise von 3500 Frs., ferner ein Betstuhl zu 300 Fr., eine Etagere zu 1200 Fr.bewiesen seine Meisterschaft in diesem Genre. Auch in den kleineren Rosenholz-Möbeln, Blumenständer, Chatoullen, Kästchen u. s. w. waren von Taha» allerliebsteSachen ausgestellt; Geschmack, feine Ausführung, Eleganz und äußere Pracht ver-einigten sich hierbei aufs Glücklichste.
Bei dieser Gelegenheit müssen wir im Allgemeinen der zierlichen, meistens fürDamcngebranch bestimmten Möbel von Rosenholz (Jaearanda) erwähnen, dietheils in ganzen zierlichen AmeublementS , theils in einzelnen Eremplaren (vornehm-lich Kommoden, Sekcctairc, Chatoullen n. s. w.) von den verschiedensten Fabrikantenausgestellt waren. Die helle, freundliche Farbe des Holzes, die zierlichen Streifen,wobei die schmalen Fvnrnierblätter abwechselnd so geordnet sind, daß die Streifenim Zickzack auf- und abwärts laufen, die Beschläge und Ornamente in Gold-bronze, die eingelegten Porzellanplatten mit Zeichnungen, deren Sujet und Ton demCharakter des Möbels entsprechend gehalten sind, alles dies bildet ein reizendes En-semble von Eleganz und heiterem Lurus. Die Rosenholzmöbel sind, soweit diesFarbe und Material bedingen, der vollendetste Gegensatz der Ebenholzmöbel.
Mcrcier aus Paris hatte ganz vorzüglich gearbeitete Möbel ausgestellt, diesich insbesondere durch einfache» edlen Styl und Vermeidung aller Ueberladungin den Verzierungen auszeichnete». Dies gilt vor Allem von einem Ebenholz-Kabi-net für Juwelen, im Preise von 3000 Frs. In den Nischen der Thürflügel Ware»kleine Vögcl placirt, mit ausgebreiteten Flügeln, so prachtvoll geschnitzt, daß wirdarin eine Arbeit Liönards vermuthen. Ueberhaupt stand dieses Möbel, obgleichweit einfacher, dem oben erwähnten Medaillen-Kabinet von Ninguet-Leprince auKunstwerth wenig nach. Faßt man den Preisunterschied (3000 zu 15,000 Frs.) insAuge, so dürfte sogar die Arbeit Merciers als verhältnißmäßig werthvoller erscheinen.Auch ein Leincnschrank mit Spiegelthüre und eine Schreibkommode, beide in. Preisezu 1200 Frs., ans Polisandcrholz, verdienen rühmend erwähnt zu werden.
Eine Ebenholz-Kommode in Renaissance, von dem rühmlichst erwähnte» Fabri-kanten Fourdinois, in Wühlarbeit und mit der reichsten Verzierung in Goldbronze,stand zwar dem großen Büffet an Knnstwerth nicht gleich, war jedoch immer einsder schönsten Möbel dieser Art in der Französischen Abtheilung.
Von L. H. E. Pretot höchst elegante und reiche Sekretaire, Kommoden u. s. w-,darunter welche mit ovalen eingelegten und hinter Glas gebrachten Gemälden aufAlabaster. Eine Rosenholz-Kommode in dem vorstehend angedeuteten Genre ist eben-falls hervorzuheben.
Von einer Nrbeiterassociation der kue cke tstmronue zu Paris war einsehr schön gearbeiteter, in einfachem, noblem Styl gehaltener Bibliothekschrank mit