422 XXVI. Klaffe. Möbel, Dekorationen und lackirte Waaren.
sterwerk der Holzschnitzerei, eine weibliche Figur in einer Nische darstellend, umgebenvon Astwerk mit Vögeln.
F. Laurent, in Paris , schöne Rahmen in Renaissance und Pompadourstyl,ferner Ebenholzrahme», eingelegt und vergoldet, mittelst mechanischer Vorrichtungen.
Hser müssen wir auch noch der schönen, transparent gemalten Vorfenster vonBach dem Aelteren in Paris erwähnen.
Von den ausgestellten Billards waren »nsteitig die schönsten und geschmack-vollsten die beiden von C. P. M. Bouhardet aus Paris . Das eine war in,Styl Ludwig XIV. , Bnhlarbcit, mit besonders schöne». Indischen Schildpatt, mitsechs Kameen in SövcrSporzcllan »nv vorzüglichster Holzmosaik. Das andere ausMahagony im Renaiffauerstyl hatte der Angabe des Verfertigers zufolge eine» be-sonders konstrnirten Parqnetbode», um den Einwirkungen des Witterungswechsels zubegegnen.
Ein Billard in Buhl von Foucquean, Leeointe in Orleans , mit Parquetvon Schiefer, war äußerst glänzend und reich gearbeitet, jedoch nicht in so reinen,Geschmack als das vorerwähnte von Bouhardet.
Schließlich machen wir als Aussteller schöner und eleganter, insbesondere niitreicher Vergoldung verzierter eiserner Möbel namhaft die Firmen: Gandillo t undComp., Ch. Leonard und A. Dupvut, alle drei aus Paris .
K. 108.
Die Belgische Möbclausstellnng war „u Verhältniß zu». Umfange dieses Landeseine sehr schöne und vollständige zu »ciincn, obgleich die Einsciidungen durchschnitt-lich nicht auf der Stufe des Lurns ausgeführt waren, wie die Französischen Möbel,indem das Land in den Gcldverhältniffen zwar sehr gut mit Frankreich konknrrirenkann, seine Bewohner jedoch für äußeren Prunk und Lnrus weniger Sinn habenals ihre Nachbarn.
Von den ausgestellten Möbeln Belgiens erwähnen wir zuerst den Gewehrschrankvon A. Beern aert in Brüssel aus Eichenholz in reinster Italienischer Renaissance(Lingvo-conto). Der obere Theil hatte zwei GlaSthüren, der untere zwei kleinereFächer zum Verschließe» der Schießgeräthschaften. Die Basreliefs, Jagdstücke, aufden unteren Thürflügeln und die beiden Figuren des Frontons, Knaben, die sich anden Kopf eines Hirsches anlehnen, von dessen Geweih überragt, zeichneten sich ins-besondere durch ihre gefällige Zeichnung und ganz vollendete Skulptur aus. DerPreis des Kunstwerks war 288 Lstr.
Zur Seite dieses Gewehrschranks stellen wir (obgleich durch die Jury nicht aus-gezeichnet) den Schrank von L. F. Hooghstvel in Gent , gleichfalls aus Eichen-holz, im Byzantinischen Styl des 12ten und l3ten Jahrhunderts zum Preise von3500 Frcs. Bis auf den schweren Bogen des Frontons, der den. Ganzen etwasGedrücktes gab, erschien die Arbeit als eine höchst glückliche Anwendung dieses Stylsauf derartige Gegenstände. Die romanesken Style sind überhaupt in Flandern , na-mentlich in der Anwendung auf schwere eichene Möbel, zur Ausschmückung der StaatS-und Familienzimmer der reicheren Klaffen, sehr beliebt. Die Holzschnitzerei waraußerordentlich vollendet, insbesondere an den beiden Figuren in den Ecknischen.