Band 
Dritter und letzter Theil.
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tz. 108. Belgien. Die Schweiz . Rußland.

Couvert »nd Lncas i» Brüssel hatte» außer deu sonstigen Probe» von Par-quetmosaik auch einen Tisch znm Preise von 1500 FreS. eingesandt, dessen Blatt mitsehr schöner Mosaik-Einlegearbeit verziert war.

F. Deruellc-D clevoye in Gent hatte ein rotirendes Büchergestell (in derListe der ehrenvolle» Erwähnnngen unrichtig als Büffet aufgeführt) ausgestellt, wel-ches zwar keinen Anspruch auf künstlerischen, wohl aber auf praktischen Werth machte.Zwischen zwei perpendikulairen Scheiben von 4 bis 5 Fuß Durchmesser, die sich aufZapfen drehten, waren gegen acht Schäfte zum Aufnehmen der Bücher angebracht,die dergestalt in Zapfen hingen, daß sie bei den Drehungen der Scheiben stets diehorizontale Richtung beibehielten, ähnlich den Paternostcrwcrken bei den Gichtaufzü-gcn der Hohöfen. An einem Tische, vor oder zur Seite des Apparates sitzend, konnteman hiernach, ohne auszustehen, mit großer Leichtigkeit alle Bücher heranholen, dieauf den acht Schäften Platz hatten; für Gelehrte und auch für Kaufleute mag einesolche Einrichtung unter Umständen ganz zweckmäßig sein.

A. G. Menge in Brüssel hatte in Eichenholz in ^ der natürlichen Größe einreizendes Modell zu einer Fontaine in Form eines gothischen Thurmes geschnitzt;auch zwei Tischchen und ähnliche Arbeiten gaben Zeugniß von dem künstlerische»Talent und der technischen Gcschicklichkcit dieses Ausstellers.

A. F Roule in Antwerpen hatte ein außerordentlich reiches Amcublement inEbenholz, Polisander und Eiche ausgestellt, wovon insbesondere ein Sekretair inEbenholz, reich eingelegt, mit vergoldeten Figuren an den Ecken, die Augen auf sichzog und auch einen ganz gefälligen Eindruck machte, wiewohl der Styl des Möbelsdurchaus nicht rein war. Ein gothischer Schrank in Ebenholz und ei» Bett inNußbaum verdienen gleichfalls alles Lob, wiewohl letzteres etwas mit Schnörkelnüberladen war. Die Schreincrarbeil sämmtlicher Möbel erschien höchst sorgfältig undakkurat ausgeführt.

Von sonstigen Belgischen Ausstellern erwähnen wir noch: I. A. van derBranden in Mecheln kunstvoll eingelegter Tisch; Eh. Demauet in Saint-Joffc-ten-Noode (Brabant) Tisch- und Bnffet-Etagere in Polisander, recht gut ausgelegt,jedoch geschmacklos in der Form; I. T. Cvlfö in Antwerpen sehr schön geformteStühle u. s. w.

2. Die Schweiz .

Unter den Proben der Schweizerischen Holzschncideknnst hatte das Möbel-fach insbesondere zwei auszuweisen, die Beachtung verdienten, nämlich eine» Tischaus Ahorn von I. Fluekk in Brienz (Kanton Bern ) und einen Damen-Schreib-tisch von M. L. Wetli in Bern . Letzterer insbesondere zeigte ein reiches Schnitz-werk mit vielen schönen Einzelheiten, Motive, den Beschäftigungen und Vergnügun-gen der Schweizer entnommen; im Ganzen erschien das Möbel etwas überladen mitVerzierungen. Die zierlichen Statuetten auf den Eckpfeilern und zwischen den Füßenverdienten besonderes Lob, so auch die Basreliefs in den Füllungen des Pultauf-satzes, welche durch die weiße Farbe des Ahornholzes recht schön gehoben wurden.

Die sonstigen Einsendungen bestanden meist in kleineren Möbeln, z. B. Seiten-tischchcn und dergl., mit Schnitzwerk, Einlagen oder Malereien, welche die Trachtender Kantone, das Alpenleben der Schweizer und ähnliche Sujets vorführten. Tech-nische Fertigkeit trat fast überall hervor, sehr selten jedoch eine höhere künstlerischeAusbildung.

3. Rußland.

In der gesummten Russischen Abtheilung zog vielleicht kein Gegenstand die Au-gen mehr auf sich, als die von Demidoff aus Petersburg eingesandten Malachit-möbel. Insofern hier das kostbare Material vorzugsweise in Betracht kommt, gehört