Band 
Dritter und letzter Theil.
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424 XXVI. Klasse. Möbel, Dekorationen und lackirte Waaren.

die Beurtheilung dieser Gegenstände eigentlich einer andern Klaffe an, wiewohl sie,wenn man den Zweck, dem das Material angepaßt worden, vorzugsweise ins Augefaßt, allerdings auch als Möbel znr Besprechung gelangen müssen.

Diese Gegenstände mußten »ach jeder Richtung hin Bewunderung erwecke», seies was die Schönheit des Steins, sei es was die Kunst und Sorgfalt der Zusam-mensetzung, sei es endlich was den Styl und die Verzierungen der Möbel betrifft.Die Festigkeit der einzelne» Gegenstände, war durch Metallplatten und Stäbe vonentsprechender Form und Zusammensetzung hinlänglich gesichert; der Malachit wargleichsam als Fournir oder lleberzng aufgelegt, allein mit solcher Kunst, daß dasganze Möbel stets wie aus einem Stein gehauen aussah. Dabei waren die einzel-nen Stücke mit vielem Geschmack derartig zusammengesetzt, daß ihre Adern, derNußbaummaser ähnlich, die schönste» Schattirungen und Zeichnungen bildeten undauf den hellpolirten Flächen dem Auge die angenehmste Abwechslung boten. Mitrichtigem Takt war der Malachit selbst nur zu den, Körper der Möbel verwandt, wäh-rend die Verzierungen in aufgelegter Goldbronze bestanden, deren Farben sehr schöngegen die grünliche Farbe des Steins kontrastirte. Auch die Farben und der Stoffder Polsterüberzüge waren mit vielem Geschmack ausgewählt. In den allgemeinenFormen der Möbel und auch in der Ornamentik herrschte der Styl Ludwig XIV .vor, jedoch waren die Verzierungen äußerst sparsam angebracht und jede Ueberta-dung vermieden.

Das bewunderungswürdigste Stück dieser Ausstellung waren wohl unstreitig diegroßen Flügelthüren, 14H Fuß hoch, 7 Fuß breit, zum Preise von 6000 Lstr., dermit Berücksichtigung der sonstigen Preise von Malachit-Vasen und dergl. immer»och vcrhältnißmäßig als billig erschien. Ferner sind zwei Armstühle, jeder zu160 Lstr. und ein Schreibtisch zu 400 Lstr. als besonders schön hervorzuheben; dannei» ovaler und ein länglicher Tisch, jeder zu 400 Lstr., ein kleiner runder Seitcn-tisch zu 240 Lstr., ein großer runder Sophatisch zu 320 Lstr. und sechs Stühle,jeder zu t20 Lstr.

Von den Russischen Möbelfabrikanten erwähnen wir zuerst Gambs aus Pe-tersburg, der einen reizenden Sekrctair ausgestellt hatte, in modernem Französischen Styl aus Roseuholz, mit Goldbronze und mit eingelegten, sehr schön ausgeführtenPorzellaugemälden geschmackvoll verziert. Selbst Frankreich , wo doch dieses MöbelGenre zu Hanse ist, wies nichts Schöneres darin auf.

G. Miller aus Petersburg hatte neben seinen schönen Parquctböden auch zweiTische ausgestellt, deren Einlegearbeit sehr schön und geschmackvoll war.

Außerdem waren noch zwei Kästchen eingesandt von Sr. Majestät dem Kaiservon Rußland , als besonders schön hervorzuheben, namentlich das eine. vonEbenholz schön geschnitzt und mit einer Verzierung, Fruchtstück, auf dem Deckel,wobei insbesondere die Klanen Trauben auf« Reizendste durch Amethyste darge-stellt ware».

4. Däneinar k.

Aus Dänemark hatte C. B. Hansen einen recht schönen Polisander-Schreib-tisch und N. Nielsen aus Kopenhagen einen gothischen Bücherschrank aus Eben-holz, im Innern mit Eitronenholz fournirk, zur Ausstellung gesandt.

5. T o s k a u a.

Die Ausstellung Tvskanas, insbesondere so weit die Holzskulptur dabei in Be-tracht kam, war höchst beachtungswcrth und zeigte, daß auf diesem klassischen Bo-den der Kunst auch in solchen Richtungen noch immer Vorzügliches geleistet wird.

Als Meisterstücke in der Holzsknlptur, auf Möbel angewendet, erwähnen wirvorerst der Arbeite» von A. Barbetti in Siena . Eine Konsole mit Spiegelrah-