tz. 10b. Dänemark. Toskana. Sardinien. Spanien . 425
men, noch mehr aber ein viereckiges Kästchen mit Piebestul, beide in ItalienischemStyl, waren in ihrer ganzen Anordnung, in dem Reichthum der Details, welcherdennoch die Ueberladung ausschloß und in der bewunderungswürdige» Feinheit derAusführung den ersten derartigen Meisterwerken, welche die Ausstellung aufznweisenhatte, beizuzählen. Besonders schön waren die Basreliefs in den vier Feldern desKästchens und die acht kleinen Figuren i» Nischen der Eckpfeiler angebracht.
Der Spiegelrahmen mit Ständer von L. Märchens und der Mcdaillenrahinenvon P. Giusti, beide aus Siena , schloffen sich mit gleichen Ansprüchen auf hohekünstlerische Vollendung den Arbeiten vo» Barbetti an. Eine »»gemeine technischeFertigkeit trat insbesondere bei dem Rahmen von Giusti hervor, indem hier die Di-mensionen außerordentlich klein waren.
Auch die Rahmen von A. Loinbardi und R. Barbetti in Siena verdienender Erwähnung.
Von Lurusmöbeln erwähnen wir noch den Armstuhl von Gebrüder Faleiniin Florenz , im Styl des lt>. Jahrhunderts (Renaissance), meisterhaft ausgeführtund den schönste» Stühlen auf der ganzen Ausstellung beizuzählen. Ferner die3 Tischblätter von Gebr. Maggiorelli in Florenz mit Fournieren aus Toskani -schen Hölzern und sehr schön ausgelegt! die künstliche und geschmackvolle Einlege-arbeit des achteckigen Tisches von M. E. Regnini in Chinisi, und des rundenTisches von Gebr. Delavalle in Livorno .
Auch aus dem Königreich Sardinien waren verschiedene Möbel eingesandt,die jedoch so wenig wie die aus den übrigen Italienischen Staaten den Kunstwerthder Ausstellung von TcSkana erreichten.
Wir nennen zuerst G. Capello aus Turin , unter dessen Einsendung ei» imGeschmack der etrurischen Schule gehaltener Tisch, nebst einem kurulischen Stuhl undeinem Piedestal sich besonders durch ihre Einlegearbeit auszeichneten. Im Allgemei-nen darf indeß gesagt werden, daß dieser Styl in seiner Anwendung auf Möbel nichiden besten Eindruck macht; ja einzelne Stücke der Sardiiiischen Ausstellung mitImitationen der Malerei etrurischcr Vasen waren durchaus ungefällig. 2 andereTische von Capello in modernen Stylen verdiene» gleichfalls der Erwähnung.
Ein länglicher Tisch aus Olivenholz von I. Ciaudo in Nizza mit Mosaikund Einlegearbeit verdient alles Lob; am schönsten waren die Landschaften in Mo-saik, während die Schlachtgemälde auf den Holzeinlagcn keinen besonderen Effektmachten.
Ein Ebeuholztisch in Renaissance und ein Betstuhl aus Indischem Nußbaumholzvon P. Sprich in Genua waren vorzüglich gearbeitet und reich verziert.
Außerdem erwähnen wir noch das Sopha mit zurückliegender Tischplatte, diesich überschieben ließ, von A. Perelli aus Turin , mit Chinesischer Einlegearbeit,ziemlich geschmacklos; ei» Polisandertisch von I. Martinotti aus Turin ; gothischeStuhle von I. B. Campa in Cbiavari u. s. w.
Aus Spanien war von Perez und Comp. in Barcelona das erste Meister-stück der Holzmosaik eingesandt worden, welches die ganze Ausstellung auszuweisenhatte. Es bestand in einem achteckigen Tisch, welcher sich umklappen und so auchals Schirm benutzen ließ. Das Tischblalt war aus nicht weniger als 3 MillionenCarre'S zusammengesetzt, — gegen 1200 Stück auf den Quadratzoll. Insbesonderedie dunkelfarbigere» Parthien vermochte man erst mit bewaffnetem Auge als Mosaikzu erkennen, so genau waren die Theilchen zusammengefügt. Durch geometrischeLinien war die Platte in verschiedene Felder getheilt, deren mittelstes das Wappenund den Namen der Königin Viktoria enthielt, während Verzierungen in Römischem