426 XXVI. Klasse. Möbel, Dekorationen »nd lackirte Waaren.
Styl dir übrige» Felder ausfüllten. Unübertrefflich war die Farbenpracht der Ver-ziernngen, namentlich in dem Kranz von Füllhörnern nnd Blumen, welcher dasniittlere Feld umschloß. Der Preis des Tisches war übrigens auch entsprechendhoch, nämlich llOO Lstr. oder etwa 7400 Rthlr. Die Aussteller behaupte», was dieTechnik des Ausschneidens nnd Einlege»« der Holzthrile anbelangt, ein ganz neuesVerfahre» beobachtet zu haben.
Zwei Gemälde für Thürfüllungen u. dgl. von I. M. Jimenez in Madrid stan-den den Arbeiten von Perez, was die Technik der Mosaik betrifft, würdig zur Seite,wiewohl die Zeichnungen selbst nicht sehr geschmackvoll waren.
Ein Sekretair von D. M. Mediua in Madrid zu dem hohe» Preise von 1250Lstr., mit vorgelegten Ornamenten und Arabesken, war sehr kunstvoll und höchstsorgfältig gearbeitet, namentlich die Gemälde, welche die Hanptthüre nnd die beidenunteren Thürflügel zierten. Jedoch war die Form des ganzen Möbels so überausplump nnd geschmacklos gehalten, und verstieß die Ornamentik so häufig gegen alleRegeln des Schönen, daß Mühe und Arbeit wirklich hier umsonst verschwendet wor-den waren.
K. 109.
Die außereuropäischen Länder.
I. Die Vereinigten Staaten von Nord-Amerika .
Die Möbelansstellniig der Vereinigten Staaten war nicht blos von geringemUmfang, sondern sie zeigte auch, was Schönheit oder Zweckmäßigkeit betrifft, sehrwenig Interessantes. Von reicheren Lurusmöbeln war eigentlich gar nichts vorhan-den, dagegen inanchc ganz ordiuaire Gegenstände des gewöhnlichsten Hausgebrauchs,häufig von einer Plumpheit und Geschmacklosigkeit der Forme», die auf der ganzenAusstellung ihres Gleichen suchten, so z. B. die Bettstatt aus Ccdernhotz von I. H.Dun ton in Philadelphia n. A. Nur bei einzelnen Möbeln hatte sich das mecha-nische Talent der Amerikaner zur Geltung gebracht; so namentlich bei den von derJury belobten Lehnsessel» von W. Rag an in Philadelphia mit höchst einfacherVorrichtung, um der Rücklehne beliebige Steigungen geben zu können. Auch einrunder Schreibtisch, ausgestellt von der Süd-Carolina Eisenbahngesellschaft, warfür gewisse Bestimmungen gar nicht unzweckmäßig eingerichtet. Er hatte nämlich inder Mitte einen runden Aufsatz mit Fächern, der sich auf einem Pivot drehte und essomit gestattete, daß zwei oder mehrere um den Tisch fitzende Personen, ohne aufzu-stehen oder überzureichen, sich Briefe, Bücher u. dgl. zuschieben können, indem sieden betreffenden Gegenstand nur in das nächste Gefach des Aufsatzes legen, und die-sen dann entsprechend drehen. Auf den Bureaus von Eisenbahngesellschaften u. s. w.mag diese Einrichtuilg unter Umständen sehr zweckmäßig sein.
Den übrigen Theil der Amerikanischen Möbelansstellniig dürfen wir übergehen.
2- Die Britischen überseeischen Besitzungen und Kolonien.
Wir erwähnen hier zuerst Ostindiens, welches unter den außereuropäischenLändern die Möbel eingesandt hatten, unstreitig den erste» Rang einnahm, ja ingewisse» Beziehungen sogar die Ausstellungen vieler civilisirten Staaten Europa '«übertraf.
Der Haupttheil der Indischen Möbel war in einem besonderen Zimmer aufge-stellt, welches indeß nicht, wie die Oestcrreichischen, den Besuchern zugänglich war,sonder» nur durch zwei Oeffiiungen betrachtet werden durste. In der Mitte diese«