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§. 109. Die anßcrpurppäischc» Länder.
Zimmers stand der große Staatsseffel, ganz aus Elfenbeinschnitzwerk bestehend, welche»der Rajah von Travancorc Ihrer Majestät der Königin Viktoria zum Geschenk ge-macht hat. Vor den, hohen Sessel liegt ein elfenbeinerner Fußtritt von 2 Stufe».Der Styl des Ganze» kann natürlich nicht nach Europäischem Geschmack bemessenwerden. Mit den feinsten Reliefverziernnqen und Ornamenten in verhältnißmäßigsehr kleine» Dimenstoneu überladen und mit kostbaren Steinen geschmückt, bildeteaber dieser Stuhl jedenfalls eine der interessantesten und kostbarsten Kuriositäten,welche das reiche Indische Departement auszuweisen hatte. Ferner ein IndischerThron mit Baldachin, mit silbernen Verzierungen, ein Geschenk des Rawab Nazi»,von Moorshcdabad.
Von Deo Naryn Sing aus Benares war eine Bettstatt für Indische Herr-scher ausgestellt, auf einem kostbaren Teppich stehend und mit einem reich bchangenenBaldachin überdeckt. In der Architektur war dieses Werk höchst einfach gehaltenund die einfache gerade oder kreisrunde Linie fast gar nicht verlassen.
Eine andere Bettstatt mit Verzierungen in emailirtem Silber, von MahaRajah Goolab Sing, von Kaschmir , war insbesondere wegen der reichen Dra-perien in ächten KaschemirshawlS sehenswert!).
Von den übrigen Möbel», wenn auch meistens durch eingrborne Indianer auS-geführt, zeigten doch viele, daß europäischer Geschmack sich dorten schon Eingangverschafft hat. Es befinden sich darunter außerordentlich elegante und schön ausge-führte Werke der Holzschneidekunst, namentlich ein Stuhl aus Blackwood (von derslalbergia latikolia) von Bombay mit niedrigem Sitz und hoher Lehne, die vhnefeste architektonische Linie» blos durch verschlungene Ornamente gebildet ward, i»den Einzelheiten an den Styl Ludwig XV. erinnernd. Ferner ein elegantesHalbsopha, dem Styl Ludwig XIV. sich nähernd; ein Büffet, dessen Piede -stale stehende Schlange» mit kurzen Händen und Füßen bildeten; endlich ein hoherSeitentisch von Ebenholz, ein Kandelaber und Blumenständer u. s. w. Ein vonRodgers in London gezeichneter und von den Eingeborne» aus Madras ausgeführ-ter Piedcstal stellte die hohe Kunstfertigkeit derselben ins vollste Licht.
Den Herren D. Pugh aus Madras, W. An trabn« aus Actou u. A. ver-dankte man diese Einsendungen.
Aus den Britischen Kolonien in Afrika , nämlich von, Cap der guten Hoff-nung aus Grahaiiistow», war ein Stuhl für ein Bibliothekzimmer eingesandt, dessenSchönheit und gute Ausführung sogar von der Jury ehrend anerkannt worden ist.Von T. Baines gezeichnet und von I. Hart ausgeführt, ist derselbe von denBewohnern des östlichen Theils jener Kolonie dem Britischen ParlamentsmitgliedE. B. Ad derley zum Geschenk übersandt worden. Die Ornamente bestanden mei-stens anS Waffen und Geräthen der Eingebornen; die Basreliefs stellten Scenenaus dem südafrikanischen Leben dar. Die Ausführung der Skulptur war besonderslobenswerth.
Die Einsendungen aus Canada waren ganz in Europäischem Geschmack ge-halten. Ein Tisch von I. und W. Hilton in Montreal , aus schwarzem Kanadi-schem Nußbaumholz, im Styl Ludwig XV. , zeichnete sich besonders durch gefälligeFormen und schöne Skulptur aus, wiewohl er in den Dimensionen der Füße undStege etwas zu massiv gehalten war.
Außerdem erwähnen wir der Stühle von W. Allan aus Montreal und W.Dünn in Quebeck .
Aus Australien waren ebenfalls einige Einsender aufgetreten, insbesondereHamilton und Pierson, beide aus Hobart Town auf Van Diemens ^and, dieStühle, Tische u. s. w. aus dem schönen dort wachsenden schwarzen Holz (-Lesciamclanox/Ion) und aus Huroiifichte (vacrz-clium b'iautcliuii) ausgestellt hatte». Ent-