Band 
Dritter und letzter Theil.
Seite
428
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428 XXVI. Klasse. Möbel, Dekorationen unb lackirte Waaren.

sprach auch Form und Ausführung den Europäischen Anforderungen nicht vollstän-dig. so war es doch erfreulich zu sehen, daß der Sinn für schönere Formen und dieKunstfertigkeit in deren Darstellung bereits in jenem entfernten Welttheil zu einigerHöhe der AnSbildung gediehen sind.

3. Tunis .

Der Bei von Tunis hatte eine Flügelthür in moreskem Styl ausgestellt, diedurch die hohe Schönheit ihrer Formen und die vorzüglichste Ausführung die Auf-merksamkeit der Kunstkenner auf sich zog und mit vollem Recht durch die Jury miteiner ehrenden Anerkennung ausgezeichnet ward. Die Füllungen der Thürflügel be-standen in durchbrochener Arbeit in moreskem Styl, gleichsam Nachahmungen vonFlechtwerk, hinter welchem Glastafeln angebracht waren, was einen sehr schönenEffekt machte und den Beweis liefert, daß selbst in den BarbareSken Staaten derKunstsinn, wenigstens in der bestimmten seit Jahrhunderten eingebürgerten Richtung,nicht auSgestorben ist.

4. China .

Von Chinesischen Möbeln war insbesondere durch die Sorgfalt von He wettund Comp. in London , sowie von R. Nlcvck eine ziemlich reiche Sammlungausgestellt worden. Der größte Theil der Chinesischen Möbeln ist tief und glänzendschwarz laekirt, und neben den Zeichnungen selbst wird der Haupteffekt in den far-benschillernden Einlage» von Perlmutter, bunten Steinen, Glas, auch Holz, Elfen-bein u. s. w. gesucht, welches in der Ansicht eine gewisse Unruhe erzeugt, die unsermSchönheitssinn selbst dann widerstreben würde, wenn die Chinesische Architektur undOrnamentik weniger steif und Hölzer» wären. Abgesehen von dem allgemeinenVölker- und kulturgeschichtlichen Interesse ist daher von unserm Standpunkte aus anallen diesen Arbeiten nichts zu bewundern als die unendliche Ausdauer und dieAkkuratesse, mit welcher die Einzelheiten ausgeführt sind.

Von den eingesandten Gegenständen heben wir hier nur in der Kürze hervoreine Bettstatt mit Baldachin, der von durchbrochen gearbeiteten Fortsetzungen derBettwände getragen wird, die nur vorn eine breite Oeffnung lassen; die Bettstattgleicht hiernach eine», kleinen vergitterten Kabinet. Ferner ein runder Tisch mitgravirten Einlagen aus Holz und Elfenbein, in Ton und Zeichnung den Malereiena»f etrurischcu Vasen nicht allzu »»ähnlich; zwei Sekretaire niit besonders schillern-der Einlegearbeit; ein Schrank, aus einer Art Ebenholz bestehend, mit sehr kunst-voll durchbrochener Schnitzarbeit ». s. w.

Abschnitt N.

Häusliche und kirchliche Ausschmückungsgegenstände.

8 - 110 .

In AuSschmückungSgegenständen, soweit sie in dieser und nicht in der XXVllund XXX. Klaffe zu beurtheilen sind, war die Ausstellung nur aus England in be-deutenderem Umfange beschickt worden, während die übrigen Länder verhäjtnißmäßigwenig beigetragen hatten.

Ganz besonders zahlreich und vorzüglich ausgeführt waren in den Englischen Abtheilungen die Nachahmungen von Marmor und verwandten Steinarten, sowievon feineren Holzsorten, von Mosaik oder eingelegter Arbeit und dergl., durch einenAnstrich auf Holz, Glas, Schiefer n. s. w. Unter den Ausstellern zeichnete sich vor