Band 
Dritter und letzter Theil.
Seite
429
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§. 110. Häusliche und kirchliche Ausschmückungögegenstände. 429

Allen, W. Holland aus Warwick aus, welcher überhaupt eine reiche Sammlungvon Dekorationsgegenständen für Zimmer, Treppen, Flure» u. s. w. eingesandt halle.Insbesondere waren die Imitationen Florentinischer Tische als höchst gelungen zubezeichnen. Rächst Holland ist Th, Kershaw aus London hervorzuheben, dessenHolzinntatione» besonders gelungen waren. Auch Th. und I, Nicol und Allanaus London zeichneten sich hierin aus, namentlich durch eine Tischplatte mit imitir-ten Marmorcinlage», Th. Arthur aus London sehr gelungene Marniorimitatioiienfür Treppen, Häuser und Hallen. Eh. Moron in London vorzügliche Zimmer-dekorationen, Kaniincinsassungen, Spicgelrahmeu, Thüren u. s. w. in Nachahmungvon Marmor und Einlegearbeit.

Von sonstigen Ausstellern nennen wir noch Folgende: G. I. Morant in Lon-don , Theil einer Saalwand, vorzüglich ausgeführt. Holland nnd Söhne inLondon prachtvoll ausgeführte Wand eines Bibliothekzimmers aus unpolirtem Nuß-baumholz, 20 Fuß breit, 13 Fuß hoch, in, reinsten Cinquecento-Stpl; eine Kamin-einfassung bildete die Mitte, zu beiden Seiten befanden sich die Bibliothekschränkemit Thüren in durchbrochenem Messing. Die Pilastcr waren reich mit Holzsknlptu-ren, sowie mit Einlegearbeit in grünem und rothem Marmor verziert. Das ganzeWerk machte einen imposante» Eindruck. Galli und Cotti in London vorzüg-lich gearbeitetes Täfelwerk zur Dekoration von Zimmerwändcn und Decke»; hierinzeichneten sich außerdem aus Jackson und Söhne, Jackson und Graham,Trollope und Sohn in London u. s. w.

Die eingelegten oder massiven, sowie die Mosaik-Parquetböden der EnglischenAbtheilung waren zum Theil recht gut nnd schön ausgeführt, so die von S. Pratt,standen jedoch im Ganzen den Leistungen mehrerer anderer Länder nach; auch warensie quantitativ nicht sehr stark vertreten, während sie von den übrigen Ländern denHauptantheil der hierher gehörigen AusschmückungSgcgenstände bildeten.

Der Inhalt der Halle für mittelalterliche, insbesondere kirchliche Ausschmücknngs-gegenstände (ülestiaeval Oourt) ist meistens in andern Klassen abzuhandeln. Wir er-wähnen hier nur im Allgemeinen der kirchlichen Dekorationen und Ornamente vonGebr. Pugin und von I. G. Crace in London .

Sehr schöne durchbrochene Kirchenwände aus Eichenholz in gothischem Stpshatte Jordans aus London geliefert.

Aus dem Zollverein waren von dekorativen Gegenständen, die in diese Ab-theilung gehören, hauptsächlich nur Parquetböden eingeliefert worden. Von denAusstellern nennen wir zuerst I. I. Hartmann in München , welcher 15 Fußbo-denmnstcr in Preisen von 36 an bis zu 3 Gulden pro Quadratsuß eingesandt hatte,aus Eschen-, Ahorn-, Eichen- und Kirschbaumholz; mehrere dieser Muster reihtensich dem Schönsten an, was die Ausstellung hierin auszuweisen hatte; dabei erschie-ne» die Preise sehr billig. Fr. Elsholz aus Berlin zwei Proben von Parquet-fußtafcln mit Sternen und mit Adern, der Quadratsuß zu 20 Sgr. und zu >3 Sgr.Bcpcr und Heinze zn Dobra bei Liebenwerda massiv gearbeitete und durchgehendgespundete Parquetfnßböde». I. Wieg and t in Köln drei Tafeln zu Parquetfuß-böden, mosaikartig zusammengesetzt.

Aus Oesterreich sind insbesondere zwei Einsendnngen in diesem Fache be-merkenswerth. Zuerst das wundervolle Deckengemälde von A. Montanari ausMailand . Für die gewölbte Decke eines BibliothekzimnierS bestimmt, war es aufder Ausstellung in dem zu der Leistlerschen Mobelerposition gehörigen Vorzimmerangebracht. Es enthielt im Mittelpunkt das Portrait Miltons und Scenen ausdem'„verlornen Paradies." In Zeichnung und Ausführung war dies Gemälde einMeisterstück ersten Ranges. Demnächst sind hervorzuheben die Leistlerschen Par-quetfußböden, meistens mittelst Maschinen geschnitten nnd massiv, zum Theil auch in