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8- 123. Arbeiten aus Gutta Pcrchci.
Gebrauches mir wenig abgenutzt, wird, und baß der Abfall bei der Darstellung sol-cher Artikel, und diese selbst, wenn sie verbraucht sind, und man sie nur eigenserweicht, von Neuem wieder benutzt werde» können. Dennoch berechtigt der sichstets vermehrende Verbrauch und die barbarische Weise, wie dieses Produkt zeilhcrgewonnen wurde, zu jener oben ausgesprochenen Befürchtung. Während der erstenJahre, seitdem man Gutta Percha verbraucht, wurde der Baum, um den Saft zugewinnen, gewöhnlich abgehauen; aus dem Safte scheidet sich die Gutta Percha sehrbald von selbst, gewissermaßen gerinnend, ab. ES steht aber zu hoffe», daß dieEuropäische Industrie sich bald der Erzeugung dieses Produktes annehmen, daß derNiato (dies ist der Name, den die Malayen dem Baume geben) durch eine regel-mäßige Kultur vermehrt, auch in andern Ländern, als in denen, wo er einheimischist, angebaut werden wird; man wird durch gemachte Einschnitte nur einen Theildes Saftes abzapfen, was dem Baume nicht schaden kann. Hierdurch wird diesesMaterial unzweifelhaft zu niedrigen Preisen geliefert werden können.
Gutta Percha kommt nach Europa in Stücken von einigen Pfund an Gewichtund ist unrein. Die Eingcbornen machen sich kein Gewissen daraus, Steine, Erdeund anderes Fremdartige einzumischen, weshalb eine Reinigung unumgänglich noth-wendig wird, die ohne viele Handarbeit vollbracht werden kann. Die VcrfahrnngS-wcjsen und Werkzeuge, welche zur Reinigung des KautschuckS in Gebrauch sind,konnte» auch für Gutta Percha benutzt werde». Heutzutage verfährt man also:
Die Blöcke werden mittelst Handbeilen in dünne und kleine Scheibe» zerlegt,in mit Wasser gefüllte, aus Bohlen gefertigte und mit Deckeln versehene Bottichegeworfen, mittelst SO Grad Reanmnr heiße» Wasserdämpfen, die in das Wasser ein-strömen, geschmolzen und vermittelst hölzerner Krücken tüchtig und mehrere Stundenlang durchgeknetet. Statt der Zerkleinerung durch Handbeile geschieht diese Opera-tion zweckmäßiger durch eine Schneidcladc, welche mit dem Lumpcnschneider in Pa-pierfabriken große Aehnlichkeit besitzt. (Um die Reinigung der Gutta Percha zu be-fördern, setzt man auch wohl Soda oder Chlorkalk dem heißen Wasser zu; durchletztere wird auch der starke Geruch gemindert.)
Nach Verlauf einiger Stnnvcn schöpft man die Masse aus und unterwirft sieeiner wettern Bearbeitung durch Zerkleinerung vermittelst einer mit Messern be-setzten Walze, ähnlich der Holläuderwalze in Papierfabriken; eine rotirende Bürstefegt die an den Messern hängen gebliebene Masse ab, und fördert die letztere in einenmit kalten, Wasser gefüllten Bottich. Sie trocknen dann zu Haufen gesammelt ab,und gelangen sodann in die Knetmaschine, in einen mit heißem Wasser gefülltenBottich, in welchem sich geriffelte Walzen bewege», zwischen denen die zertheilteMasse hindurch gehen muß. Hierauf wird die Masse, ziemlich von, Wasser befreit,mittelst eines endlosen Tuchs zweien durch Dampf erwärmten Walzen zugeführt. DiesePrcßwalzen liefern die gereinigte Gutta Percha in Form eines 8 Zoll breiten ^ Zollstarken Bandes, welches zusammengerollt nochmals ausgewalzt, sodann zn Riemen,Tafeln w. verarbeitet wird^
Sohlen werden mittelst' eines Durchstoße« zu je 5 auf einmal aus einer Plattegeschnitten; gepreßte Waaren werde» in eisernen auch hölzernen Formen gefertigt,zn welchem Ende die Gntta Percha bis zu 40 oder 50 Grad erwärmt wird. Behufsder auszuübenden Pressung diene», je nach Größe der zn fertigenden Waaren, Hand-oder hydraulische Pressen. — Ist eine Löthung, eine Verbindung durchs Aneinander-schmclzen, erforderlich, so werden die Ränder durch eine GaSstammc erweicht, undmittelst der genetzte» Finger aneinander gedrückt. Architektonische Verzierungen wer-den einzeln gefertigt, sodann mit einander verlölhet, an der Wand befestigt und mitOelanstrich versehen.
Welche Schwierigkeiten auch die Fabrikanten bei der Verarbeitung der GnttaPercha fanden, sie habe» doch zuletzt ihren Zweck erreicht, und innerhalb weniger