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tz. 13t. Stecilinsaurekcrzeii.
dem Verfahre» des Chemikers in seinem Laboratorium noch viel zu ähnlich, undmithin für die industrielle Ausübung »och viel zu complicirt. Zur Verseifung dientennoch die gewöhnlichen Alkalien, und znr Zersetzung der Seife die Salzsäure, derenAlkalisalze, wie die Erfahrung zeigte, sich selbst durch anhaltendes Waschen niemalsvöllig von der ausgeschiedenen Säure trennen ließen, und sie sprechen sogar nochvon kaltem und heißem Alkohol zur völligen Reinigung der Fettsäuren. Vergleichtman dieses Verfahren mit dem jetzt gebräuchlichen, so sieht man, daß die neue In-dustrie noch eine beträchtliche Schule zu durchlaufen hatte. Allein es bot sich nochein anderer Uebelstand dar! die neuen Stearinsäurckerzen wollten mit dem gewöhn-lichen Dochte nicht brennen, und es bedurfte einer lange» Reihe von Versuche», umden geeigneten Docht zu koustruireu. Dies gelang nun zwar Chcvreul und Gay-Lussac , und sie waren noch in demselben Jahre im Staude, in einem Nachtragezu ihrem Patente auch diese Verbesserung in Anspruch zu nehmen, allein nicht, ehebereits von anderer Seite ein Patent für eine der ihren ganz ähnliche Erfindunggesichert worden war.
Eine Entdeckung, wie die Abscheidnng der fetten Säuren, mußte auch bei An-deren den Gedanken der praktischen Anwendung entzünden. Derselbe scheint beinaheunmittelbar nach Veröffentlichung von Chevrcul's Werk von Cainbacörös,einem Ingenieur ,les ponis et cliaussöe» aufgegriffen worden zu sein, wenigstenshatte derselbe bereits vor Ertheilung des Patents an Chevrcul »nd Gay-Lnssacein Brevet für die Verbesserung der Dochte für Stearinsäurekerzen erhalten, wodurchder Werth des obigen Patents sehr beeinträchtigt wurde.
Cainbacörös hatte gefunden, daß sich der gewöhnliche bei den Talgkerzengebräuchliche Docht i» der Stearinkerze schnell verstopft. Er schrieb diese Erschei-nung der Bildung von Seife» zu, welche unter dem Einstnffe der Kerzenflammcdurch direkte Vereinigung der Fettsäure mit dem Alkali der Dochtasche entstünden.Es gelang ihm, den Uebelstand, was auch immer dessen Grund sein mochte, durchBehandlung des Dochtes mit verdünnter Schwefelsäure zn beseitigen, welche nachseiner Vorstellung iu der Asche nur die Bildung von schwefelsauren Salzen zuließ,wodurch die Erzeugung fettsaurer Alkalien verhindert werde. Wir verdanken Cam-bacores außerdem eine zweite, »och viel wichtigere Verbesserung der Kerzendochte.Er war es, der zuerst die geflochtenen und gedrehten Dochte einführte, wodurch derKerze der Beistand der Lichtputze entbehrlich wird. Unter dem Einstuffe der Span-nung, in welcher sich die einzelnen Fäden des zopfartig geflochtenen Dochtes befinden,erleidet das aus der Kerzenmaffc hervorragende Ende desselben eine Krümmung,welche seine Spitze stets außerhalb der Flamme hält und ihr gestattet, in der freiumspülenden Lust schnell zu verglimmen.
Eine weitere sehr wesentliche Vervollkommnung in dieser Industrie war die Ein-führung des wohlfeilen Kalks als Vcrseisnngsmittel, und die dann folgenve Zer-setzung der gebildeten Kalkscife durch verdünnte Schwefelsäure. Das Verdienst derEinführung der Kalkverseifung s ssponitic.itiui, ealcaire), welche bereits in dem ur-sprünglichen Chevrcnl-Gap-Lussacschen Patente beansprucht, aber niemals zurpraktischen.Anwendung gekommen war, verdanken wir De Willy, der sich überhauptum die Entfaltung dieser Industrie manche Verdienste erworben hat. Die Vcrsei-fnng mittelst Kalk im industriellen Sinne datirt von, Jahre >83l.
Eine weitere Verbesserung Dc Milly'S betraf die Behandlung des Dochtes.Da derselbe durch die Behandlung mit Schwefelsäure, welche Cambaeörösvorgeschlagen hatte, häufig zerfressen wurde, so ließ sich De Willy 1830 die Anwen-dung von borsaurem, phosphorsanrcm nnd schwefelsaurem Ammoniak für denselbenZweck patentiren. Durch diese Verbesserungen und durch die Bemühungen De Willy'sder neuen Industrie auch in anderen Ländern einen Boden zn verschaffen, gewanndieselbe von nun an eine immer größere Ausdehnung.