Band 
Dritter und letzter Theil.
Seite
491
JPEG-Download
 

tz. 13 l. Steännseiurekerzeu. 491

doch bei der Reinigung der Fettsäure nach der Zersetzung auf solche Schwierigkeiten,daß auch dieser Versuch ohne Früchte blieb.

Um der Verscifnng mittelst Schwefelsäure Eingang zu verschaffen, bedurfte eseiner weiteren praktischen Ausbildung der zweiten Operation, welche bereits vonGwffnnc, obwohl ohne Erfolg, versucht worden war, nämlich der Destillation.

Schon in dem oben erwähnten Patente, welches Gay-L»ssac in England»ahm und das sich durch seine universelle Auffassung der Frage auszeichnet, ist vonder Destillation der fetten Körper die Rede, und es wies nebenbei bemerkt, wie sehrdieselbe durch die Gegenwart von Feuchtigkeit begünstigt werde. Dieses Patent kamaber niemals zur eigentlichen Benntzung. Erst 10 Jahre später (22. August 1841)nahm Dubru» fant, gleichzeitig in England und Frankreich , Patente für die Rei-nigung der fetten Körper und ihre Destillation. Sein Verfahren bestand darin, diewohlfeileren Fette und Oelc, zu einer hohen Temperatur erhitzt, einem Strome vonWasserdampf auszusetzen, wodurch ihr übler Geruch zerstört wird. Dieses Reini-gungsverfahren bildete den Hanpttheil des Patentes. Dubrunfant beanspruchtzwar auch die Destillation der fetten Körper, allein da sich in der Zersetzung derneutralen Fette durch die Wärme ein furchtbar reizender Stoff (das Aervlöi») ent-wickelt, dessen der Gesundheit schädliche Wirkung kein Arbeiter z» ertragen im Staudeist, so war die Folge, das, dieser Theil des Patentes niemals zur vorthcilhaftcn prak-tischen Ausführung kam, obwohl er den Keim enthielt, welcher sich später in den-Händen von Iones, Wilson und Gwpnne zu dem jetzt in größtem Maßstabeausgeübten Verfahren entwickelte.

In einem Englischen Patente, welches am 8. Dezember >842 an WilliamColep JoneS und George Wilson ertheilt wurde, finden wir die Schwefel-sänre-Verseifuilg zum erstenmale gleichzeitig mit dem Dampf-Destillationsvcr-sahren in Anwendung gebracht. Diese Fabrikanten zerlegen die Fette durch Schwe-felsäure unter Mitwirkung der Wärme und dcstilliren das so zersetzte Fett nach Ent-fernung der Sulphoglycerinsäure mittelst eines Dampfstrahls, welcher aus eineram Boden des DestillationSgcfäßes angebrachten Brause in dünnen Strahlen aus-strömt. Mit dieser Vereinigung der Schwefelsäure-Versetzung und Destillationwar die Fuildainciitalbedingung des Gelingens dieses Verfahrens gelöst. ES inußteaber nichtsdestoweniger eine ganze Reihe von Verbesserungen erfolgen, um dieser Fa-brikaticnslnethode ihre gegenwärtige Ausdehnung zn sichern.

Zwei weitere Gwpnne und Wilson am 16. November und 28. Dezember1843 ertheilte Patente sichern ihnen eine Methode, mittelst deren sie die Menge derzur Zersetzung nöthigen Schwefelsäure bis auf b „üb selbst der Quantitätvermindern, welche ursprünglich in Fremy's Versuchen gedient hatte. Dieses Er-sparniß wurde dadurch erzielt, daß sie das etwa eine Stunde lang bei I2U Graderhaltene Fett allmählig bis auf >70 Grad erhitzen. Eine andere Verbesserung be-steht darin, daß der zur Erleichterung der Destillation bestimmte Dampf vor demEinströmen in das Oel in einem glühenden Nöhrcnspsteme überhitzt wird. — Ei»Patent endlich vom 30. Oktober 1844 beansprucht die Anwendung überhitzten Dam-pfes znr Erhitzung der Fette vor den, Zusätze von Schwefelsäure.

Alle die in obigen Patenten niedergelegte» Fabrikationsmcthodcn kommen ineiner außerordentlich großen, höchst merkwürdigen Fabrik zur Anwendung, welche i»London unter der Firma 1'rico's l'atont b'anello buinpa»^ mit außerordentlichemSchwung betrieben wird, deren leitender Direktor G. F. Wilson ist.

Auch anf dem Kontinente hat man bereits Anstalten ähnlicher Art, obwohl ge-ringeren Umfanges, unter denen sich die von Masse und Tribouillet in Paris und Motard in Berlin rühmlichst auszeichne». Der große Vortheil der Schwefel-säurc-Vcrscifnng besteht darin, daß sie die schlechtesten Fette, in der That Fettabfälleder mannigfaltigsten Art, mit Nutzen zn verarbeiten gestaltet, wie z. B. Tellerspülicht, die