Band 
Dritter und letzter Theil.
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492
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492 XXIX. Klasse. Verschiedene Fabrikate und kurze Waaren.

Fettrückstände dir Leimsirder und die verbrauchten Seisenlaugen der Wollspinnereienund Tuchfabriken. Obwohl nun die besprochene Methode Kerzen zu liefern imStande ist, welche in jeder Beziehung mit den durch Kalkverseifung erhaltenen wett-eifern können, wovon sich Jeder in der Ausstellung überzeugen konnte, so ist dochdieselbe vorzugsweise auf die Erzeugung eines etwas geringeren Artikels hingewie-sen, welcher Wohlfeilheit mit allen wesentlichen Eigenschaften der Stearinsänrekerzevereinigt.

Es kann im Allgemeinen nicht im Plane dieses Berichtes liegen, in die pr 'ti-schen Details der einzelnen Industrien näher einzugehen. Ein solches Bginnenkonnte einerseits leicht den Umfang desselben über jede billige Gränze Hina is an-schwellen, auf der anderen Seite aber würde die Schwierigkeit, über die Fabr^ cckvns-weise der eingesendeten Gegenstände bestimmte und richtige Auskunft zu echrlkn.außerordentlich groß, in vielen geradezu unüberwindlich gewesen sein. Wo indessenausnahmsweise eine solche Kenntnißnahme möglich war, und Fabrikationszweige be^straf, die »och neu und weniger vollkommen bekannt find, war es von Interesse, der lallgemeinen Regel zuwider, eine kurze Beschreibung solcher VerfahrungSweisen vonder Mittheilung nicht auszuschließen.

Die BeurtheilungS-Kommission fand sich im Lause ihrer Arbeit durch einige ausPrivatstreitigkeiten entstandene Schwierigkeiten veranlaßt, nicht nur auf die Entwicke-lungsgeschichte der Stearinsäurekerzcn-Jndustrie, die wir i» der vorstehenden Skizzezu schildern versucht haben, mit besonderer Sorgfalt einzugehen, sondern auch diegegenwärtigen Methoden der Fabrikation einer genaueren Betrachtung zu unterwer-fen. Mehrere Mitglieder benutzten daher dankbar die von den Eignern der beidengrößte» Etablissements in London bereitwillig gebotene Gelegenheit, sich mit demGange der verschiedenen Operationen genau bekannt zu machen. Diese sind dieStearinkerzenfabrik von Charles Ogleby und Comp. in Lambeth und Price'ö»nd Comp., Belmont Works, Vaurhall. Die folgenden Mittheilungen werden mitErlaubniß der Chefs dieser Anstalten gemacht, denen wir zu vielem Danke ver-pflichtet sind.

Verfahren in Charles Ogleby's Stearinsänrefabrik.

Kalkverseifung. In einer hölzernen Kufe, von hinreichender Größe um7 Tonnen Talg und etwa dir gleiche Menge Wasser zu fassen, liegt eine Dampf-schlange, welche mit kleinen Löchern versehen ist. Sobald der Dampf angelassen ist,erhitzt sich das Wasser nach und nach zum Sieden, während der Talg als geschmol-zene Oelschicht obenauf schwimmt. Wenn der Siedepunkt eingetreten ist, werden je12—17 Theile Aetzkalk zu 100 Tbeilen Talg in Form eines dünne» Breis zugesetztund die Mischung während 6 Stunden im lebhaften Sieden erhalten. Währenddieser Operation verbindet sich der Kalk mit der Stearin- (Margarin -) und Oelsänredes Talges, es entsteht eine Kalkseife (raoli-soap), welche sich zu größeren Stückenzusammenballt, während das Glycerin'), in Freiheit gesetzt, sich in, Wasser auflöst.

Sobald die Kalkseife erkaltet ist, wird sie zerkleinert. Dies geschieht mittelsteiner besonderen Maschine. Eine horinzontale Welle, welche mit gekrümmten Mes-sern besetzt ist, führt diese letzteren bei der Umdrehung durch die Zwischenränmc einerentsprechenden Anzahl feststehender Zinken. Die beim Durchgänge durch diese Ma-schine zerkleinerte Kalkseife fällt sodann zwischen zwei in entgegengesetzter Richtungsich drehende kanelline Cylinder, wodurch sie Weiler zermalmt wird.

Zersetzung der Kalkseife durch Säure. Die zerriebene Kalkseife wirdnunmehr in mit Blei ausgekleideten Bottichen, von denen jeder gegen sechs Tonnenund die entsprechende Menge Wasser faßt, mit verdünnter Schwefelsäure versetzt<2ö Th. konz. Schwefelsäure auf 100 Th. angewendeten Talg) und dann mittelsteiner kupferne» Dampfbrause znm Sieden erhitzt. Die Schwefelsäure verbindet sichmit dem Kalke zu unlöslichen! GyPS und setzt die fetten Säuren in Freiheit, welche