z. 131. Stearinsänrekerzcn. 493
nunmehr in Gestalt einer Oelschicht, in der Fabrik „gelbe Materie" (vellorv matter)genannt, an die Oberstäche steigen. Die gelbe Materie wird alsdann durch geeignetangebrachte Hähne abgelassen, in große, mit Ausguß versehene Blechgefäße (sselcs)gefüllt und in flache Blechformen gegossen, in denen sie beim langsamen Erkaltenkrystallisirt. Der ausgewaschene GyPS wird als Dünger verkauft.
Kalt-Pressen. Die gelben Kuchen werde» nun (ohne in Säcke gesteckt zuwerden, wie dies früher geschah) mit Matten aus Kokosnußfasern geschichtet undzwischen eisernen Platten in vertikalen hydraulischen Pressen einem Drucke von etwallOO Tonnen unterworfen. Hierdurch wird eine sehr große Menge Oelsänre ent-fernt und die Kuchen nehmen eine weißere Farbe an.
Erste Rafsinirung. Sie werden nun von Neuem in mit Blei gefütterte»Holzbottichen durch einen Dampfstrom geschmolzen, mit Wasser, dem eine kleineMenge Schwefelsäure zugesetzt ist, wodurch Eisenoryd und andere Unreinigkeiten ent-fernt werden, eine Zeit lang im Sieden erhalten und gewaschen. Hierauf läßt man dieMasse von Neuem in flachen Blechformen erkalten und krystallisier».
Heiß-Pressen. In der nächsten Operation werden die Kuchen in Leinwand-säcke gebracht, zwischen Kokosnnßmatten und eiserne, vorher durch Dampf erwärmte,Platten geschichtet und alsdann vermittelst einer hydraulischen Presse, welche gleich-falls durch Dampf erwärmt ist, von Neuem einem beträchtlichen Drucke ausgesetzt.Hierdurch geht eine zweite Quantität Oelsäure hinweg, welche eine kleine MengeStearinsäure in Auflösung hält. Die gepreßten Kuchen behalten auf den Kantenetwas Oelsäure zurück. Sie werden deshalb abgeschabt und der Abfall von Neuemgepreßt.
Zweite Rafsinirung. Diese ist einfach eine Wiederholung der ersten Ope-ration.
Gießen. Um dem Dochte eine völlig centrale Stellung zu sichern, wird dasGießen stets mit der Hand ausgeführt. Die Formen sind aus einer Mischung vonBlei und Zinn gefertigt, in einem Holzgestelle befestigt und werden vor dem Ge-brauche bis beinahe zum Schmelzpunkte der Stearinmaffe erhitzt. Der Docht, welchervorher mit einer Lösung von Borsäure getränkt und dann wieder getrocknet wordenist, wird auf die gewöhnliche Weise befestigt und die geschmolzene Stearinmaffe vordem AuSgieße» beinahe bis auf ihren Erstarrungspunkt abgekühlt.
Verfahren in Price'S Belmont Works Vaurhall.
In diesen! großen Werke werden vorzugsweise fette Körper geringerer Qualitätverarbeitet. Wir geben hier die Reihe von Operationen, welche das Palmöl bei seinerUmwandelung in fette Säuren erfährt. Unter dem Namen Palmöl kommen verschiedenartige Substanzen von buttcrartiger Konsistenz im Handel vor. Die größte Mengedes zur Destillation benutzten stammt von der Westküste von Afrika , wo es aus derFrucht verschiedener Palmarten ausgeschmolzcn wird. Das Palmöl enthält neben demOlein ein neutrales Fett, welches dem Stearin und dem Margarin ähnelt und Pal-mitin genannt wird. Letzteres liefert bei der Verseilung eine feste Fettsäure, die Palmi-tinsäure, welche viel Aehnlichkeit mit der Margarinsäure hat. Die aus dem Palmölgewonnenen Kerzen sind daher eigentlich Palmitinsäurekerzen, allein die Industriemacht natürlich keine so strengen NamenS-Unterscheidungen-
Kaum ausgeschifft (die Belmont Works liegen dicht an der Themse ) wird dasPalmöl 2 ) in einen mächtigen, mit Blei ausgeschlagenen Behälter, der von 16 bis2<1 Tonnen faßt, entleert und mittelst eines Dampfstromes geschmolzen. Man läßtdie flüssige Masse eine Zeit lang stehe», wodurch sich viele mechanische Verunreini-gungen in dem Wasser, auf welchem sie schwimmt, absetzen, und pumpt sie alsdann inein großes Gefäß, in welchem sie von Neuem der Einwirkung des Dampfes preis-gegeben wird. Der Dampf streicht zuvor durch ein Röhrensystem, welches in einemOfen zum Glühen erhitzt wird, und erhebt die Temperatur der Palmölmaffe schnell