Band 
Dritter und letzter Theil.
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8. 132. Wachs-, Walrath- und Paraffiukerzen.

Weise mit einem oder dem ander» fetten Körper gemischt. Man wendet hierzu großeMengen gepreßte» Kokosnußöls an, dessen Stearin (ein Gemenge von Palinitin undLanrin) sich ziemlich leicht von den flüssigen Glpcerinverbindnngen trennen läßt. Esentstehen so weitere comgasito canstles. Das Gieße» der Kerzen geschieht in denBelmont Works mittelst einer sehr merkwürdigen, von Morgan in Manchester erfundenen und von einem der Ingenieure der Fabrik verbesserten Maschine, derenBeschreibung wir jedoch übergehen, da sie ohne Zeichnung nicht verständlich ist.

Die in Rede stehende Fabrik destillirt jede Woche allein 130 Tonnen (2600 Ctr.)Palmöl, und nebenbei werde» »och andere Fette verarbeitet. Sie ist das kolossalsteWerk, welches sich mit dieser Industrie befaßt. Die Kompanie, der es gehört, hatnicht weniger als fünf verschiedene Fabriken, die sämmtlich ineinander greisen, undaußerdem große Pflanzungen von Kvkosnußpalnien in Ceylon. In allen diesen Fa-briken, in denen nahe gegen eine halbe Million Lstr. Kapital steckt, arbeiten — trotzaller Einrichtungen zur Ersparung von Menschenhänden — mehr als 800 Arbeiter,Und die Aklionaire theilen einen jährlichen Reingewinn von 40,000 bis 50,000 Lstr.

') Das Glycerin war noch bis vor Kurzem ein werthtoses Nebenprodukt; eslängt jetzt an in England stark gegen Hautkrankheiten gebraucht zn werde». Zu die-sem Zwecke wurde es zuerst von Thomas De la Rue empfohlen. Mit Versuche»,,ber die Verwendung dieses Körpers in den Künsten und Gewerben beschäftigt, be-obachtete er, daß das Glycerin Hautreize der mannigfaltigsten Art in bemerkenswer-ther Weise lindert.

2) Einfuhr von Palmöl in Großbritannien während des Jahres 1850:

Von der Westküste Afrika s. 434,179 Centncr.

Von anderen Orten. 13,617 -

Summa 447,796 Centner.

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Wachs-, Walrath- und Paraffinkerzen.

I» der Fabrikation der Wachs- und Walrathkerzen sind in den letzten Jahrennur wenig neue Elemente eingetreten. Die Wissenschaft hat nach mehrfachen An-griff die Natur des WalratheS nnd des Wachses festgestellt. Sie hat gezeigt, daßdiese Substanzen, ähnlich wie die fetten Körper, durch die Einwirkung der Alkalien,eine Art Verseifnng erleiden, indem sich Säuren bilden, die mit dem Alkali in Ver-bindung bleiben, während neutrale Verbindungen (dem Glycerin entsprechend) inKreiheit gesetzt werden. Der Fabrikation der Wachs- nnd Walrathkerzcn wird ausdiesen Thatsachen kaum ein Vortheil erwachsen, allein andere Industrien werden nichtzwgern, sich derselben, besonders so weit sie das Wachs betreffen, zn bemächtigen.

Einer der umständlichste» Prozesse in der Wachssabrikation ') ist das Bleichendesselben. Man hat vielfach chemische Mittel angewendet, um die außerordentlichlangwierige Operation der Sonnenbleiche abzukürzen, welche bei verschiedenen Wachs-sorten einen wechselnden Zeitaufwand, bei manchen nicht weniger als 10 Wochen inAnspruch nimmt. Allein man ist bis jetzt noch nicht zn erwünschten Resultatengzelangt. Durch Chlorbleiche erhält das Wachs ein sehr schönes Ansehen, allein esnnmmt bei diese», Verfahren in seine Zusammensetzung Chlor auf, welches bei der'Verbrennung der Wachskerze in der Form von Chlorwafferstoffsänre entwickelt wird.Die hiesigen großen Wachsbleichen sind daher sämmtlich wieder zur Sonnen-bsteiche zurückgekehrt, jedoch bedient man sich in der Regel statt des auf dem Kon-