§. 132. Wachs-, Walrath- und Parafsinkerzen. 497
bei der Beurtheilung von Kerze» festgehalten werden müsse». ES ist klar, daß manbei einer Preisbewcrbung Talg-, Stearin-, Wachs- und Walrathkerzen nicht mit ein-ander vergleichen kann, da diese verschiedenen Fabrikationen eben verschiedenen Zweckendiene», und der Ungleichheit des Preises halber kaum mit einander kvnknrriren.Wvhl kann der Physiker durch Versuche die relative Leuchtkraft und durch Mitinbe-trachtnahnie der Preise gleicher Mengen der verschiedenen Materialien den relativenLeuchtwerth jeder Kerzenart bestimmen. Solche Versuche, wenn gut ausgeführt, ge-ben uns eine ganz bestimmte Anficht über die rein ökonomische Frage des Geldver-branchs. Allein wie ließe sich die größere Reinlichkeit der Stearin-, Wachs- undWalrathkcrzen, wie die blendende Weiße des Stearins, der Glanz des Wachses oderdie Halbdnrchsichtigkeit des Walrathes, wie endlich die große Annehmlichkeit in An-schlag bringen, welche die drei letztgenannten Kerzenarten insofern darbieten, als mansie nicht zu putzen braucht?
Phvtomctrische Versuche über den wechselnden Brennwerth verschiedener Lcucht-materialien müssen, wenn sie zuverlässige Resultate geben sollen, mit außerordentlicherSorgfalt »nd Genauigkeit angestellt werden. Die großen Abweichungen, auf welchewir stoßen, wenn wir die Resultate verschiedener Physiker mit einander vergleichen,lassen sich mir durch die Schwierigkeiten erklären, welche noch inimcr mit unserergegenwärtigen phvtomctrischen Methode verbunden sind. Es braucht daher kaumnoch besonders bemerkt zu werden, daß wir zur Vergleichnng der einzelnen Sortender verschiedenen Kerzenarten keine derartigen Versuche angestellt haben. Bei demnngehcnren Materiale, das zu untersuchen war, mußte sich die BeurtheilungS-Kom-mission damit begnügen, die Kerzen nach ihren äußeren Eigenschaften und nach derArt, wie sie brannte», zu begutachten, und in Betracht der außerordentlichen Ver-schiedenheit von Lokalverhältniffc», von Zöllen und Ankanfskosten des Rohmaterialskonnte nicht einmal den nur theilweise angegebenen Preisen Rechnung getragen wer-den. Allein auch ohne genauere Versuche war es nach einiger Uebung nicht schwer,je nach Farbe und Härte der Kerze, je nach Helligkeit und Stätigkeit der Flamme,nach den, freiwilligen Abbrennen des Dochtes und nach dem mehr oder iniiider be-merklichcn Rinnen der Fcttmaffe in bewegter Luft, sämmtliche Gattungen in dreiUnterabtheiluuge» zu sondern, von denen sich die erste als vortrefflich, die zweite alsgut und die dritte als ungenügend bezeichnen ließ.
Uebersicht der Ausstellung von Kerzen.
Zahl derAussteller.
53
Sardinien . .Spanien . .Portugal . .Türkei . . .Nordamerika St. DomiugoTunis ....Negypten . .China ....
Große Medaille. 1
Preismedaillen.20
Ehrenvolle Erwähnung .... 10
Zahl derAussteller.Uebertrag ... 53
. 2
. 1
. 1
. 2
. 1
. 1
. 1
. 1
. 1
04
111 .
32