Band 
Dritter und letzter Theil.
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§. 133. Kerzen aus Großbritannien und Irland. 499

für die Belmont Works eine große Medaille beantragt. Dieselbe fiel aber ini Aus.schlisse der Vorsitzenden durch, und konnte auch in Folge eines lebhaften Protestesvon Seiten der Juri) i» einer zweite» Berathung nicht angenommen werden, weilsich bei der Durchficht eines früheren Protokolls ergab, daß nian fich dahin geeinigthatte, keinen einmal gefaßten Beschluß dieses Ausschnffcs nochmals in Berathung zunehmen.

Höchst unansehnlich, aber darum nicht weniger merkwürdig, ist die KerzenauS-stellung von L. I. Banwcns, Grease Works, Wakefield. Sämmtliche eingesendeteProdukte sind nämlich aus den in der Wolle-, Baumwolle- und Seidefabrikatio»abfallenden Seifenlangen gewonnen. Die znr Wiedergewinnung angewendeten Ver-fahriingsweisen scheinen zwar noch keineswegs die Vollendung erreicht zu haben,deren sie fähig sind, inimerhin aber bleibt der Versuch, eine so große Masse fetterKörser, die sonst geradezu verloren gehen würden, der Zirkulation zurückzuführen,sehr anerkeunenswerth. Es läßt sich leicht berechnen, welche Wichtigkeit dem Gelin-ge» eines solchen Versuches beizulegen ist. 2» England ist der im Fabrikwesen ver-brauchten Seife die Steuer erlassen, und aus offiziellen Mittheilungen ersehen wir,daß sich in, Zahre >850 die Quantität der unbcsteuerten Seife auf 22,858,382 Pfd.bclief, welche, wenn man den Fettgehalt zu 50 Pro;, anschlägt, 11,320,101 Pfd.oder in runden Zahlen 5000 Tonnen Fett entspricht. Schlägt man andcrnseits dieMenge Oel , welche die Wollenmanufaktnren verbrauchen, »nd die wieder vollkommenausgewaschen werde» muß, mir auf 6000 Tonnen') an, so haben wir in diesenVerlornen Seifenlangen eine Fettniaffe von nicht weniger als 1 l,000 Tonnen. Lassenwir aber auch der Schwierigkeit des Saininelns und völligen Ausscheidens halbernur 5000 Tonnen wieder zu Gute kommen, so beträgt dies, die Tonne zu 15 Lstr.angeschlagen, jährlich eine Siiinine von nicht weniger als 75,000 Lstr.

Weniger zahlreich als die Stearinkerze war die Walrathkerze vertreten. Außerden bereits genannten Produkte» von Oglebh ist hier vor Allem die schöne Wal-rathansstellung von T. Z. Miller, Dorsct Wharf, Westminster, zu nennen. DerMaßstab dieser Fabrikanten war auf eine bemerkenswerthe Weise durch eine unge-heure, die Rufinerksainkeit des großen Publikums in hohem Grade fesselnde Grotteaus dein weißesten Walrath illustrirt, welche im westlichen Theile des Hauptschiffesaufgestellt war. Um sie zu erzeuge», wurden auf einmal nicht weniger als 3 Ton-nen, oder 0720 Pfv. Walrath geschmolzen. Die geschmolzene Masse mußte eineWoche abkühle», ehe die äußere Rinde hinreichende Dicke und Festigkeit erlangthatte, worauf die innere flüssige Masse abgelassen wurde. Die zurückbleibende Schale,welche die Form einer Grotte hat, wiegt noch immer l; Tonnen, und hat, dasPfund z» 2 Schilling berechnet, einen Werth von 336 Lstr. Derselbe Fabrikanthatte anßerdeiii schöne Proben von Walrath in den verschiedene» Stadien der Fa-brikation ausgestellt. Neben dem rohen Produkte, wie es aus den Schädelknochen-höhlungen der Cetacee» ausstießt, war der absiltrirte Walrath nebst dem davon ge-trennten Walrathöl, sowie Walrath theilweise und endlich völlig ausgepreßt vor-handen.

Miller fabrizirt keine Kerzen. Diese waren aber durch eine sehr geschmackvolleund reiche Ausstellung von E. Freeman, Wigmore Street, London , vertreten.Neben sehr schön geformten Walrathkerzen ist noch besonders ein Artikel zu erwäh-ne», der in London unter dem Name» Transparent rvax-caixllos in großer Massein reichere» Häusern verbraucht wird. Es sind dies Walrathkerzen, die etwas mehrWachs enthalten als die gewöhnlichen und denen durch Zusatz von etwas GummiGntti die eigenthümliche Farbe des Wachses ertheilt wird.

Walrathlichte waren ferner auch von Barelap und Sohn, 170 RegentStreet, London , ausgestellt, allein dieser Fabrikant ist mehr als ein Vertreter derWachsindnstrie zu nennen. Neben den gewöhnlichen Kerzen verdienen die zweckmä-

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