500 XXIX. Älasso. Verschiedene Fabrikate und kurze Waaren.
ßigen dicken Wachsnachtlichte mit dümiem Docht, »»d ähnliche Kerzen zum Warm-halte» der Schüsseln auf der Tafel rühmende Erwähnung. Barclay'« Ausstellungenthielt ferner eine reiche Sammlung von Wachsproben, und zwar Wachs in fri-schem Zustande, in den verschiedenen Stadien der Bleiche, und endlich weiß. DieseBcninhnngcn der Fabrikanten, durch Muster den Gang ihrer Operationen zur An-schannng zu bringen, verdienen die vollste Anerkennung; die so gebotene rasche Ueber-sicht gewisser Industriezweige wird vielen Besuchern der Ausstellung in dankbarerErinnerung bleiben.
Von de» Britischen Fabrikanten erhielten Barclay, BauwenS, Field, Freeman, Miller, Ogleby und Pricc die Preismcdaille; Diron, Hale undStaines wurden ehrenvoll erwähnt.
Zollverein.
Von den JollvcreinSstaaten war mir sehr wenig der Kategorie Kerzen Angehö-rigcs eingesendet worden. Wir haben nur einer sehr schönen Stcarin-AnSstcllungvon Motard, aus Berlin , zu gedenken. Sie enthielt nicht mir Proben des rohenMaterials, sondern mich die verschiedenen Kerzenarten, und es ist besonders zu be-merke,i, daß die Motard'schc Fabrik beide Berfahrnngsivcisrn, nämlich Kalkvcrsei-fniig lind Destillation, i» Anwendung bringt. Die Kerzen, besonders die durch Destillatio» aus Palmöl erhaltenen, komme» den schönsten der Englischen Ausstellungsehr nahe und es ward ihnen die Preismedaille zuerkannt. Die Sammlung, obwohlnicht groß, war sehr wohl geordnet »nd veranschaulichte die Stearinsäure-Fabrikationin allen ihren Richtungen.
Ocstcrrei ch.
Bon Oesterreich war eine große Menge von Kerzen eingesendet worden, alleines verdienen mir die Leistungen zweier Anstalten besonderer Erwähnung. Es sinddies die Apollo-Kerze» - Gesellschaft und die M illy -Kerzen - G csell-schaft. Bon beiden wird die Fabrikation höchst schwunghaft betrieben. Erstere be-schäftigt in zwei Fabriken gegen 000 Arbeiter und liefert jährlich 1000 TonnenStearinkerzen und 1500 Tonnen Seife. Die Milly-Kerzen-Fabrik wurde imJahre 1837 von einen, Bruder des um diesen Industriezweig hochverdiente» de Willyeingerichtet, daher auch die Stearinkerzen in Oesterreich vielfach Millpkerzen genanntwerden. Letztere Gesellschaft hat ebenfalls zwei Etablissements, produzirt aber eineetwas geringere Quantität, nämlich 300 Tonne» durch Kalkverseifung neben 450 Ton-nen Seife und 300 Tonnen Kerzen durch Destillation von Palmöl. Das Gießenwird in der Millyfabrik durch Maschinen besorgt. Die Stcarinprvduktion beider Fa-briken schließt sich dem Besten an, was die Ausstellung geboten hat, und es wurdebeiden, obwohl die Apollokerzcn einen Stich weißer und fester waren, als die Willy-kerzen, die Preisn,edaille zu Theil. Letztere Fabrik hatte auch erträglich gute, durchDestillation gewonnene composltc canälos eingesendet.
Die Oesterreichische Stearinsäure-Ausstellung zeichnete sich Vortheilhaft anS, so-wohl durch großen Reichthum, als durch geschmackvolle Anordnung des eingescndctenMaterials. Sie waren in eine,» der Oestcrreichlschen Seitenhvfe aufgestellt- Ueberdem Stand der Millyfabrik prangten die lebensgroßen Brustbilder des Kaisers vonOesterreich , des Prinzen Albert und der Königin von England in Stearin.
Das eigentliche Vaterland der Stearinsäure-Fabrikation hatte sich natürlich ander Ausstellung dieses Artikels wesentlich bcthciligt.
Wir erwähne» zuerst Louis Adolph de Milly, Paris . In Betracht dergroßen Verdienste, welche sich dieser Fabrikant um die Entfaltung der Stearinsäure -