8. 133. Kerzen aus dem Zollvereine, Oesterreich und Frankreich . 501
kerzen-Fabrikation erworben hat und welche bereits in der vorstehenden Sli;z*e be-rührt worden sind, glaubte die Juri), M, dc Millh die große Medaille zuerkennenzn muffen, welches Erkenntniß von, Ansschnssc der Vorsitzenden bestätigt wurde.M. de Mitly errichtete die erste große Stearinsänrekerzen-Fabrik in Paris im Jahre183 l Seine Kerzen kamen damals zuerst unter dem Namen 1!»ugies >lo I'ötoilo(so genannt nach der Barriere de l'Etoile, in deren Nähe die Fabrik gelegen war)in den Handel. Seit jener Zeit hat sich diese Fabrik stets weiter ausgebildet »ndliefert jetzt etwa zwei Tonnen Kerzen den Tag. Uebrigcns darf mit aller Anerken-nung der Verdienste M. dc Millv's nicht verschwiegen werden, daß die von ihmausgestellten Lichte keineswegs die schönsten w7ircn, welche die Französische Expositiongeliefert hat. Die Kalkverseifung war durch beigefügte Kalkseifc, durch rohe undgepreßte Sänre und durch die abgeschiedene Oelsäure wohl veranschaulicht, auch warKali- und Natron-Oelsäure-Seife, deren (Urzeugung mit den Stearinsäure-Pro-dukten Hand in Hand geht, nicht vergessen.
Die Stearinfabrikation wird in Frankreich sehr schwunghaft betrieben. Außerde Millv's Fabrik sind noch sechs andere in oder in der Umgegend von Paris und außerdem noch 17 weitere Etablissements in den Provinzen. Stach approximati-ve» Angaben, welche vor n„s liegen, belief sich die jährliche Stearinsäure-Produk-tion von Frankreich auf etwa 8400 Tonnen.'-)
Die schönsten Stcarinsänrekerzcn der Französischen Ausstellung und die den beste»der Englischen sehr nahe stehen, sind von Jaillon, Moinicr und Eomp., LaVillette bei Paris , eingesendet worden. Diese Fabrikanten, welche auch Stcarinsänre-blöeke ausstellten, arbeiten nach einem neuerdings patcioirten Verfahren, welches nachder Mittheilung derselben darin besteht, während des ganzen Verlaufes der Kalkver-seifnng einen lebhaften Strom von schwefliger Sänre in das Gemenge zn leiten (?!).Hierdurch soll — so sage» die Patcntträgcr — nicht nur ein viel weißeres Produkterhalten, sondern auch die Ausbeute an fester Säure ivescntlich vermehrt werden.Wie dem auch sei (der Ehemiker denkt nnwillkührlich an eine Umwandlung der Oel-sänre in die feste Elaidinsänrc), die Bcnrkhcilnngs-Kvminissio» bemerkte ausdrücklich,daß die ertheilte Preiömcdaille dem Produkte gelte, ganz unabhängig von dem Patent-verfahren, welches sie nicht näher prüfen konnte.
Den Kerzen der vorigen Fabrik fast absolut gleich, sowohl was Härte und Weißeder Stearinsäure, als auch was den Glanz und die sorgfältige Formung anlangt,waren die von Dnmortier und Eomp. aus Lyon eingesendeten.
Die ehrenvolle Erwähnung verdienten Delacreta; Vourcade und Eomp.,Vangirard bei Paris (große Blöcke von Stearinsäure geringerer Weiße); Ton-ne and nnd Conip., PariS (Stearinsäure und die unter dem Namen Lougies stepliaro in Frankreich wohl bekannten Kerzen) nnd Poisät, Oheim, und Comp.
Alle die vorerwähnten Französischen Fabrikanten benutzen das Prinzip der Kalk-vcrseifung, allein die Französische Ausstellung hat auch sehr schöne Kerzen, welchedurch Schwefelsäure-Verseifnng und Destillation gewonnen wurden. Dieselben sindvon der Fabrik Masse, Tribonillet nnd Comp. eingesendet. Die Ausstellungdieser Fabrikanten enthielt überdies eine überaus reichhaltige Sammlung (nicht we-niger als 35 Nummern) von Produkten, welche mit dem DestiltationSverfahren imZusammenhange stehen und, neben einander gesehen, ein sehr anschauliches Bild die-ser Industrie gewähren. Die ausgestellten Proben erläutern den Gang der Palmöl-destillation, wie wir ihn bereits im Vorhergehenden gelegentlich von Price'sBelmont Works beschrieben haben.
Hier mag noch einer Gattung gezogener Kerzen gedacht werden, deren Hülle ansfester Palmitinsänre besteht, während der Kern von nngepreßtcr Fettsäure erfüllt ist.Ferner fanden wir eine reiche Reihe von Präparaten, welche die Wiedergewinnungder Fettkörpcr aus den verschiedensten Abfällen, Hänte», thierischen Eingeweiden,