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8. 134. Seife.
mehr i>» Gefolge der Stearinsäure-Fabrikation auftritt — die beiden Kerzcnfabrikenin Wien liefern allein jährlich etwa 2990 Tonnen Oelsäurcseife — nichtsdestowenigerist Tricst »nd Venedig noch immer der Ruhm geblieben, in diesem GewerbSzweigezu crzclliren, und erstere Stadt hat auch vortreffliche Seife zur Ausstellung gebracht.
Der Tricstiner Fabrikant Carl» Luigi Chiozza und Sohn, der die Preis-medaille erwarb, hatte nicht nur dnrchgehcnds ganz vortreffliche Seife», sondern aucheine reiche Auswahl ausgestellt, unter denen namentlich die weißen nnd gefärbtenOlivcnölseifcn, Kokosölseife und feine weiße nnparfümirte Talgseife zum Zweck derHerstellung von Toilctteseifen, endlich fertige Toilettescifen nnd Schaumseifcn aufge-führt werden müssen.
Einer ähnlichen kleineren Sammlung weniger trefflich gearbeiteter Seifen vonD. Melzer in Herrmannstadt wurde die ehrenvolle Erwähnung zu Theil.
Der Fortschritt in der Chemie, wodurch künstliche Soda als ei» wohlfeiles Sur-rogat für Barilla aufgetreten ist, hat Marseille theilwcisc der lokalen Vortheile be-raubt, welche die Seifenindnstrie dort zn so hohen, Flore gebracht hatten, allein dieLage dieser Stadt im Paterlande des Oelbaumes wird ihr noch lange den Rufsicher», welchen sie seit mehr als einem Jahrhunderte in der Fabrikation der Olivenölseifc genossen hat, eines Handelsartikels, den, sie ihren Namen gegeben hat.Vor der Einführung der künstlichen Soda versah Marseille beinahe ganz Frankreich mit Seife, nnd große Mengen wurden überdies nach allen Häfen der Welt verschifft.Diesem Monopole wird aber jetzt von Jahr zn Jahr mehr Abbruch gethan, indemzahlreiche Fabriken in der Nähe von Paris und in den übrigen großen Städtenentstehen, welche statt des Olivenöles Talg, Palmöl und andere fette Körper verar-beite». Uebrigcns verwandeln beinah alle Stearinsäure-Fabrikanten die abge-preßte Oelsäure in HauShaltnngSseifen, und die so erzeugte Seife muß sich natürlichmit der ferneren Entwickelung der Kerzenindnstrie immer weiter vermehren. '').
Unter den in der Uebersicht ausgeführten 14 Ausstellern sind 9 Seifensieder, dieübrigen sind Parfümeric-Fabrikanten. Von den 9 Scifcn-Ansstellern repräsentiren2 Marseille — sie haben Beide die Preismedaillc erhalten — und 6 Paris (4 PreiS-mcdaillen nnd 2 ehrenvolle Erwähnungen); endlich ist Seife von Algier eingesendetworden, die aber ungenügend war. Die beiden Fabrikanten von Marseille , H. Ar-uavon und Comp. nnd Millian jnn., hatten die weiße Olivenölseife eingesen-det, für welche ihre Vaterstadt berühmt ist. Die reiche Sammlung des Ersteren ent-hielt außerdem noch marmorirte Olivenölseife, ferner gelbe Palmölseife nnd Seifeaus gebleichtem Palmöl. Die Olivenölseife ausgezeichnet.
Die Pariser Aussteller hatten meist Toiletteseifen eingesendet, ein Artikel, welcherin der Metropole des Geschmacks und der Mode in sehr großer Masse fabrizirt wird.Viele hatten überdies Parfümerien mitgeliefert. Die Pariser Toiletteseifen zeichnensich durch geschmackvolle Form und Färbung aus; ganz besondere Aufmerksamkeitist auf die äußere Ausstattung und Verpackung gerichtet, nnd die meisten sind vor-trefflich parfümirt. In dieser Beziehung übertreffen sie vielfach die Englische» Sei-fen, und auch in der gewählten Anordnnng der ausgestellten Gegenstände, der pyra-midalen Aufstapelung von einzelnen Seifenkugeln, in der Form der Glas- nndPorzellangcfäße zur Aufnahme der Rasirseifen nnd Pomaden war der in der Kunstdes AnfstellenS wohlbewanderte Franzose dem Engländer, der im Jahre 1851 zumerstenmale ausstellte, zumeist überlegen. Allein was den Seifenwerth der ausgestell-ten Artikel anlangt, so war derselbe in einzelnen Fälle» geringer nnd in den bestenFällen dem der Englischen Waare» nur gleich. Viele Französische Fabrikanten bedie-nen sich, wie bereits bemerkt, des kalten Verfahrens, und mittelst dieser Methode istes äußerst schwer, eine gute Toiletteseife zu erzielen. Denn abgesehen davon, daßdas Produkt bei unvollkommener Verseifung nicht schäumt, hat die Gegenwart freien
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