Band 
Dritter und letzter Theil.
Seite
516
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510 XXIX. Klasse. Verschiedene Fabrikate und kurze Waare».

Alkalis nach der Erfahrung der Parfümenre auch noch den Uebelstand, daß sich dieverwendeten ätherischen Ocle unter dessen Einfluß vielfach rasch verändern und daßdaß Aroma der Seife »ach kurzer Zeit abstirbt.

Die Pariser Aussteller sind folgende:

I. L. M. Oger. Große Sammlung von HanshaltungSseifen (Olivenöl-, Talg-und Harzscifc) und Toiletteseifen. Unter den letzteren ist Schaun,seife zu nennenund eine gelbliche Seife, durch die eigenthümliche Marmorirung bemerkeuswerth, inFolge deren sie gewöhnlichem Jaspis vollkommen ähnlich sieht.

E. Allard und Claye. Sehr geschmackvolle Ausstellung von Toilctteseifen,Rasirseife» und Pomaden. Die Seifen, ä gramle eliandiöre gesotten, zeichnen sichdurch völlige Neutralität und sehr haltbare» Wohlgernch aus.

Ganz ähnlich sind die Einsendungen von A. Pivcr (ausgezeichnet wohlrie-chende Seifen), Gelle sen. und Comp. (im kleinen Kessel bereitet, aber von demgewöhnlichen Fehler dieser Seife völlig frei) und H. B lenze. Letzterer wird ehren-voll erwähnt.

Belgien und die Niederlande .

Aus Belgien hat nur ei» einziger Aussteller, E. Touche-Gillös, St. Lau-rent, Antwerpen , Seife eingesendet. Seine Ausstellung, Olivenöl-, Talg- undPalmölseife, letztere für die Toilette parfümirt, erhielt die Prciömcdaillc.

Es siel anf, daß von Belgien keine grüne Schmierseife eingeschickt worden war,welche von so vortrefflicher Qualität in jenem Lande bereitet wird und früher einenwichtigen Ausfuhrartikel bildete. Auch jetzt wird in Belgien immer noch eine vielgrößere Menge Schmierseife, als harte Seife fabrizirt. Erst in den letzten Jahrenhat man angefangen, die Produktion der Sodaseifcn, vorzüglich behnfs der ErzielungVon Toiletteseife», schwunghaft zu betreiben.

Aus den Niederlanden war gleichfalls mir ein Aussteller aufgetreten, welcherOlivenöl- und Toilettescife eingeschickt hatte.

Rußt a n d.

Zwei Aussteller, einer von St. Petersburg, der andere von Warschau . Letzte-rer, Stier, hat vortreffliche Tvilettescifen geschickt, unter denen iiamcntlich ausge-zeichnete Schamnseife. Unter den Toiletteseifen finden wir — merkwürdig genug —auch branne Windsor-Seife. Preismedaille.

Italien, Spanien, Portugal .

Aus Toskana. Conti und Sohn, Livorno , hat sehr gut bereitete weiße undmarmorirte Olivenöl-, Talg- und gelbe Seife eingeschickt. Preismedaille.

Aus Spanien. Ivan Giro, Malaga , wird ehrenvoll erwähnt. Die ausge-stellte marmorirte Oelseife (Lastilc soap) ist noch mit Barilla , aber mittelst heißerVerseifung, bereitet.

E. de Leon y Rico, Madrid . Nach den, kalten Verfahren bereitete Oli-venölscife, aber von guter Beschaffenheit.

In Spanien wird die Seifenfabrikation in großer Ausdehnung betrieben. Eswird viel mehr produzirt, als verbraucht, und große Mengen werden nach den Kolo-nieen verschifft.

Aus Portugal sendeten die Pächter der Königlichen Seife- und Tabacksabrikihre Produkte, Olivenöl-, Talg-, Harz- und Toiletteseise».

Türkei .

In der reichen, vorn Sultan eingesendeten, Gegenstände aller Art nmfaffende»Sammlung befindet sich auch eine Anzahl Scifenkngeln, mit Moschus parfümirt undvielfach mit Schnörkeln aller Art und Türkischer Schrift verziert. Von de» Kugelnwaren viele hohl und nach Art der Schlittcnschellen mit lose beweglichem inneremKerne versehen, wodurch beim Gebrauch ein eigenthümliches Geklapper entsteht.