Band 
Dritter und letzter Theil.
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§. 134. Scifc.

Wozu dies dienen soll, ist nicht leicht abzusehen, wenn wir nicht annehmen wollen,daß man die Nachbarschaft auf eine glücklich vollzogene Waschung anfnierksammachen will.

Sämmtliche Seifen, welche auf den Bazars von Adana, Adrianopcl, Candia,Damaskus, Jerusalem und Tripolis eingekauft waren, sind, mit Ausnahme einerweichen Seife sAlikantc-Seife genannt), für den persönlichen Gebrauch bestimmt.Alle waren indessen sehr hart und gaben nur wenig Schanm.

Die Vereinigten Staaten .

Die Anzahl der Nordamerika,iischcn Aussteller betrug neun und von diesen habenvier Preismedaillen erhalten. Die Mehrzahl derselben waren Fabrikanten von Toilctte-. seifen; eine Eigenthümlichkeit ihrer Ausstellung bestand darin, daß sie eine GattungSeife in großer Menge eingesendet hatten, welche kaum anderswo in der Ausstellungzu finden war, nämlich durchsichtige Seifen. Diese Art Seife, die in Europa kaummehr gebraucht wird, scheint eben bei unseren transatlantischen Freunden auf derHöhe der Mode zu sein. Die durchsichtige Seife wird bekanntlich durch Auflösender gewöhnlichen in Spiritus dargestellt, und kann deshalb nur in solchen Ländernsabrizirt werden, wo der Alkohol in niedrigen. Preise steht.

Die Ausstellungen von lavier Bazin, JnleS Hauet und H. P. n»d W.C. Taylor, sämmtllch von Philadelphia , zeichnete,, sich durch Masse der Einsendungund geschmackvolle Anordnung aus. Der hervortretende Charakter derselben war dieProduktion von durchsichtigen Seifen, welche zu mannigfaltigen Tafeln, meist aberzu Kugeln geformt und häufig kolorirt waren. Iln, zu zeigen, was in dieser Rich-tung geleistet werden könne, hatte Taylor ein Fenster ausgestellt, dessen Scheibenaus bunten durchsichtigen Scifcntafeln gebildet wurden. Auch die von Bazin ein-gesendeten Seifenbüstcn Amerikanischer Savants sollen nicht unerwähnt bleiben.Die durchsichtige» Seifen der Amerikaner waren sämmtlich wohlbereitet und gabenbeim Waschen einen starken Schaum.

Die letzte Seife, über die wir zn berichte» haben, ist eine Scheuerseife für süßesund salziges Wasser, von Cadwcll, Payson und Comp., welche unter demNamen klxcelsior soszi ausgestellt war. Diese Seife, welche ein sehr roheS Ansehenhat, besitzt, wie der Versuch gezeigt hat, die schätzenswerthe Eigenschaft, Thecrsteckcnselbst beim Waschen mit Salzwaffer schnell und leicht wegzunehmen. Die Ausstellerlegten großes Gewicht auf den niedrigen Preis (30 Schilling der Engl . Centner),zu welche», sie die Seife zu liefern im Stande seien, allein bei genauer Prüfungergab sich, daß sie eine beträchtliche Quantität erdiger Bestandtheile enthielt, wodurchder Preis der Seife natürlich bedeutend herabgedrückt werden kann.

>) Liebigs Chemische Briefe XI.

2) Jcremias II. 22. Malcachi III. 2.

3) BeckniannS Beiträge zur Geschichte der Erfindungen.

i) Odyssee VI.

Plinius XXVIII. 12. (5l.) l-alliarum Iioc inventum rutilanilis eapillis.ssit cx selio et cinere. Optimus ka^ino et oaprino; «lunbus moflis, spissus etliguiüus. Iltergue apust Kermano« mazore in » 5 „ viris guam temjnis.

") Abu Muffah Dschafar al Sosi, gewöhnlich Geber genannt, lebte nicht im 2.,sondern im 8. Jahrhundert. D. Red.

') Der Prozeß der Seifcnbereitung ist überdies in allen Lehrbüchern der ange-wandte» Chemie weitläufig beschriebe». Ein trefflicher Artikel über diese Industriefindet sich in Knapp's chemischer Technologie Bd. I.

Ist das Wasser kalkhaltig, so tritt eine ähnliche Trübung ein. Diese rührtaber von ausgeschiedener Kalkseife her.

Ungesäuerte Fette, d. h. solche, die noch keine Verseifung erlitten haben, wer-den bekanntlich durch Seife nicht hiuweggenommen.