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tz. 135. Parfümen«?.
theilungen über die Art und Weift, wie man die Weihrauch-Drognen einsammelteund z» welche» Preisen mau sie verlauste. Wohlriechende Oelc und Pulver wurden»ach Scneca von seinen verweichlichten Zeitgenossen verschwenderisch gebraucht.Dreimal des Tages salbten sie sich, namentlich nach dem Bade, wohin sie die köst-liche» Spezcreici, in reichverzierten kleinen Gefäßen, Narthecia genannt, mit sichnahmen. Die Wvhlgcrüche des Morgenlandes bildeten einen wichtigen Handelsarti-kel, der manche Karavane und manchcs Segel in Bewegung setzte. Im südlichenItalien wurden diese Produkte weiter zu Salbe», wie sie der Bedarf der Zeit er-heischte, verarbeitet und das Gewerbe der Ealbcnmacher slliigiiontaiii) war so aus-gebreitet, daß die große Straße Seplasia im alten Capua einzig und allein von die-ser Zunft bewohnt gewesen sein soll.
Mit einem Worte, der Verbrauch von Parfünicrien, sei es zur Besänftigungder Götter durch den Weihrauch beim Opfer, sei es zur Ergotzung der Nase beimGastmahle, oder zu», Schutze gegen die Ausdünstungen Lebendiger oder Todter, warin, Alterthume ungehencr. Richt weniger ausgebreitet war der Verbrauch in demMittclaltcr, und erst in der neueren Zeit ist er allmälig durch Einführung der Seifein mäßige Grenzen zurückgeführt worden.
Kaum dürfte irgend ein anderer Industriezweig die Beurtheiln»-,«-Kommissionin größere Verlegenheit gesetzt haben, als die Begutachtung der eingesendeten Par-fümcrie». Es leuchtet ein, daß jede Begutachtung dieser Art, bis zu einen, gewissenGrade eine rein subjektive sein muß. Wenn man bedenkt, daß es Personen giebt,die den betäubenden Geruch des Moschus allen übrigen Gerüchen vorziehen, währendandere am Duste der Rose sterben in aromatischem Schmerze, so wird mau über dieNatur und das Wesen eines Wohlgeruches etwas zweifelhaft. Bei all der Verschie-denheit der Eindrücke, welche verschiedene Organisationen durch das Verdampfenstüchtiger Materien empfangen, lassen sich indessen doch einige allgemeine Prinzipienfeststellen, welche bei der Beurtheilung von Parfümerien zu Grunde gelegt werdenkönnen. Man hat vor Alle», zu unterscheiden, ob man es mit einer chemischen Ver-bindung, oder mit einem mechanischen Gemenge verschiedener chemischer Verbindungenzn thun hat. Ist Ersteres der FalWso ist der Geruch — ganz einerlei, ob er unslieblich oder angenehm erscheint — ein gegebener, der, sofern die Substanz rein dar-gestellt ist, von dem Parfümeriefabrikanten durchaus unabhängig ist; tritt dagegender letztere Fall ein, gehört das Aroma einer Mischung an, so hat der ParfümeurGelegenheit, seine Kunst zn zeigen, indem es seine Aufgabe ist, die verschiednc»Düfte so zn vereine», daß sie ein harmonisches Ganze bilden, so daß keiner der Be-standtheile mehr durch seine Eigenschaften hervortritt. Zu den, Ende müssen die ver-schiedenen Ingredienzien sowohl in Geruch als auch in Flüchtigkeit nicht zu weitvon einander abstehen. Es ist grade dies der Grund, weshalb man in einem gnt-bereitetrn Iran üe Ovlvgne in der Regel die Vollendung der Parfümerie erblickt,weil sich die Bestandtheile dieser Flüssigkeit — so viel bekannt, die ätherischen Ocleder verschiedenen Spielarten der Limonen, Zitronen und Orangen in verschiedenenStadien der Reife — einander so nahe stehe», daß wir die Totalität des Wohlgc-ruches empfinden, ohne an eine Zergliederung desselben zu denken. ES werden, demLau -ie Lologne Wohl auch noch andere Oele zugesetzt, aber in so geringer Menge,daß sie gegen die Masse der übrigen verschwinden. Ein Kölnisches Wasser, welchesauf der Hand verdampft, den Geruch des Rosenöls oder ZimmtölS hinterließ, mußte,so aiigenehn, es auch einer individuellen Nase erscheinen könnte, als ein schlechtesErzeugniß der Parfümeric bezeichnet werden.
Trotz alledem bedarf es langer Uebung, um kleine Unterschiede zu entdecken, unddie Aufgabe erschwert sich »och ganz besonders, wenn man viele ähnliche Proben zugleicher Zeit zu begutachten hat. Die Mitglieder der Beurtheilungs-Kommisfion hat-ten deshalb eine schwere Ausgabe zn lösen. Sie sind sich bewußt, nach Kräften ge-