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tz. 135. Parfi'imcrik.
im rciucii Zustande keineswegs den angenehmen Geruch der Ananas; es bedarf eben-falls beträchtlicher Verdünnung, nni denselben zum Barschem zu bringen. Dieses!?el wird in England in sehr beträchtlicher Menge fabrizirt und zum Parfüniircneines limvnadenartigen Getränkes (1'i»o-a>gcko-alr) vcrivcndet. Das Verfahren, des-sen man sich gewöhnlich bedient, liefert keinen reinen Buttcrsänrcäther. Es bestehtdarin, daß man frische Butter mit Kali verseift, die gebildete Seife von der Flüssig-keit trennt, in starkem Alkohol löst, und niit konzcntrirtcr Schwefelsäure dcstillirt.Man erhält auf diese Weise Buttersäureäthcr mit mehreren andern Aethcrn gemischt,allein die so erhaltene Flüssigkeit erfüllt ihre» Zweck vollkommen.
Cognac öl und Tran den öl (Orapc-oi>). Diese Produkte, namentlich ersteres,waren sowohl von Englischen als auch Französischen und Deutschen Fabrikanten ein-gesendet worden. Sie scheinen ziemlich häufig angewendet zu werden, um geringerenBranntweinen den beliebten Cognaegernch zu criheilcn. Leider waren die ausgestell-ten Quantitäten zu gering, als daß sich eine zu genauerer Untersuchung hinreichendeProbe hätte nehmen lassen. Nach einigen oberflächlichen Versuchen sind dieselbe»,besonders letzteres, jedenfalls eine Fusclölverbindung in vielem Alkohol gelöst, undes ist bciuerkcnswerth, daß wir hier einen Körper, der wegen seines unerträglichenGeruches mir der größten Sorgfalt aus den, Branntweine entfernt wird, in veränder-ter Form und in sehr geringer Quaniität wieder zum Aromatisireu desselben Ge-tränks verwendet sehen.
Künstliches Bittermandelöl. Schon im Fahre 1834 entdeckte Mitscher-lich in Berlin eine eigenthümliche Flüssigkeit, welche durch die Einwirkung rau-chender Salpetersäure auf das Benzol cittstehr, und die physikalischen Eigenschaftendes gewöhnlichen Bittermandelöls in einem bemcrkcuswcrthcn Grade zeigt. An einepraktische Anwendung dieses Körpers — er wurde Nitrobeuzid oder Nitrobcnzol ge-nannt — konnte aber damals nicht gedacht werden, da die einzigen Quellen für dieDarstellung des Benzols, das Oel des komprimirtcn Leuchtgases und die Destillationder Bcnzoösäure, viel zu kostspielig waren. Allein im Jahre 1844 gelang es demBerichterstatter die Gegcnwarl dieses Körpers in dem gewöhnlichen leichten Stein-kohlcntheerölc nachzuweisen und 1849 zeigte C. B. Mansfield durch eine ansge-dchnte Untersuchung, daß sich das Benzol ohne Schwierigkeit und in sehr großerMenge aus dem Theeröl gewinnen läßt. In seiner Abhandlung'), welche manchebemerkcnswerthe Details über die praktischen Anwendungen dieser merkwürdigenSubstanz enthält, ist auch der Möglichkeit gedacht, daß man nunmehr das wohl-riechende Nitrobenzol in größerer Menge erhalten könne. Wie die Ausstellung ge-zeigt, hat die Industrie diese Bemerkung nicht ungenutzt gelassen. In den Franzö-sischen Parfümericu fanden sich unter dem Phantasieuamen bIsence »le Nirlionoverschiedene Proben von Oelcn, welche sich bei genauerer Prüfung als mehr oderminder reines Nitrobcnzol erwiesen. Der Berichterstatter war nicht im Stande, ge-naue Erkundigungen über die Ausdehnung dieser Fabrikation einzuziehen, jedochscheint dieselbe nicht ganz unbeträchtlich zu sein. Wir erwähnen schließlich der Me-thode, nach der in London Nitrobcnzol für industrielle Zwecke dargestellt wird. Derbenutzte sehr einfache Apparat ist von Mansfield angegeben. Er besteht in einergroßen gewundenen Glasröhre, deren oberes Ende sich gabelförmig in zwei Röhrentheilt, welche mit Eingießc-Trichtern versehen sind. In den einen dieser Trichterstießt langsam ein Strom konzcntrirter Salpetersäure, während der andere zur Auf-nahme des Benzols, das zu diesem Zwecke nicht absolut rein zu sein braucht, be-stimmt ist. An dem Vcreinigungspnnkte der Trichtcrröhren treffen die beiden Körperzusammen, die chemische Verbindung geht vor sich, und das neue Produkt, welchesunter starker WLrmccmwickelung entsteht, kühlt sich beim Durchstießen durch dasschlangensörmige Rohr so weit ab, daß es an dessen unterem Ende ohne Weiteresaufgefangen werden kaun. Es braucht nur noch mit Wasser und zuletzt mit ver-