Band 
Dritter und letzter Theil.
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8. 135. Parfnincric.

allem die alte Rheinstadt ist nicht mehr ini ausschließlichen Besitze des künstlichenWassers. Neben dem Lau ele tula^ne von alterworbencn Nanic», fanden wir einmodernes Lau flo stusselflork, welches mit dem ursprünglichen Fabrikate init ziem-lichem Erfolge konknrrirt. Unter den 7 zollvcrcinSländischcn AnSstellern von Par-sümeric-Artikeln haben 2 die Preismcdaille erhalten und 3 sind lobend erwähnt wor-den. Ans diesem Urtheile der Jury geht schon im Allgemeinen hervor, daß dasGewerbe der Parfümerie im Zollvereine niit großen, Erfolge betrieben werden muß.

Als bestes Lau ,Io Loloxne in der Ausstellung wurde die von der KlosterfrauMaria Clcmcntinc Martin, zu Köln , eingesendete Probe von der Juni einstimmig anerkannt. Dieses köstliche Wasser schien gleichzeitig alle Wohlgcrüche zubergen, ohne daß beim Verdampfen irgend ein einzelner besonders kenntlich gewordenwäre. Martins Lau >Io Luluzne, welchem natürlich die Preismcdaille zuerkanntwurde, diente in der Regel bei der Beurtheilung der übrige» Parfümerien gleicherArt als Maßstab der Vergleichung.

Dem vorigen sehr nahe stehend wurde das Kölnische Wasser von Jean MariaFarina, gegenüber dem Jülichsplatz in Köln , befunden und gleichfalls mit derPreismedaillc belohnt. Weniger Anerkennung fand das von Jean Maria Farina ,Köln Jülichsplatz Nr. 4., eingesendete Wasser, welchem daher nur die ehrenvolleErwähnung zuerkannt wurde; ein Gleiches fand statt mit dem Fabrikat von JeanMaria Farina, in Köln , dem Ncumarkt gegenüber.

Lobend erwähnt wurden ferner noch, Friedrich von Lipp, für eine sehr an-genehme, dem Kölnischen Wasser ganz ähnliche Parfümerie, genannt Lau ,1c l>»s-solüork und B. A. Busch in Frankfurt für gut zubereitetes künstliches Cognacöl.

Oesterreich.

In dem Oestcrreichischen Theile der Ausstellung hatte Jean Maria Farina ,aus Köln (dem Nenmarkt gegenüber), in einem der eingerichteten Prachtzimmer sei-nen Aufenthalt genommen. Die Profnsio», mit welcher derselbe sein duftendes Was-ser aus einem geschmackvolle» Springbrunnen vertheilte, verdiente und fand die An-erkennung des Publikums in so hohem Grade, daß die Jury, als sie das Wasserznr Begutachtung in Empfang nehmen wollte, an eine versiegte Quelle kam. AufVeranlassung des Oesterreichischen Kommissärs C. Bnschck und mit Genchmignngdes Erekutiv-KommittöeS haben die Erstalter des Englischen Jury-Berichtes eine kleineProbe von Kölnischem Wasser untersucht, welche in eine»,, der unter dem Verschlußder Zollbeamten befindlichen Fässer des genannten Ausstellers zurückgeblieben war.Es besaß dieselbe Güte, wie dasjenige anS dem Zollvereine, welchem die ehrenvolleErwähnung zn Theil wurde. (Vcrgl. Vorstehendes.)

Frankreich .

Seiner glücklichen Lage nach ist Frankreich ganz eigentlich das Vaterland derParfümerie. Die Pflanzenwelt seines Südens bietet einen unerschöpflichen Schatzder feinste» Ocle und aromatischen Essenzen, welche sorgfältig gesammelt, den, Par-fümerie-Fabrikanten das Grundmatcrial liefert, aus den, er seine Wohlgcrüche zusam-menseßt. Ein beträchtlicher Theil dieser ätherischen Ocle geht nach Paris , wo die-selben weiter verarbeitet werden; allein es werden auch große Mengen jährlich nachdem Auslande, besonders nach Deutschland und den nördlichen Staaten, erpvrtirt.Die Pariser Parsümenre^) sind in der Regel Sciscnfabrikanten, d. h. sie produzirendie Seife, die sie Parfümiren selbst. Daher sind die meisten bereits in dcni vorher-gehenden Abschnitte erwähnt.

Die als Aussteller von vortrefflichen Parfümerie-Artikeln zn nennenden E. Al-lard und Claye, Paris, Gelle sen. und Comp., Paris, A. Piver, Paris (Preismedaillcn), und H. Blenzc, Paris (Ehrenvolle Erwähnung) sind gleichzeitigScifeufabrikanten.