524 XXIX. Klasse. Verschiedene Fabrikate und kurze Waaren.
Als Aussteller von Parfümerien allein sind zu nennen:
G. L. Leistner, Paris, dessen Saniinlmig die Preismedaille zuerkannt wurde.Seine vorzüglichsten Produkte sind: kau ste I'aris, ei» dein Kölnischen Wasser ähn-liches Arom, welches indessen einen eigenthümliche» Bcigernch hat, der, wie es scheint,auf Französische Nasen berechnet, bei den Deutschen weniger Gnade fand. Ferneraromatischer Essig (Vinmgro ,Io Toilette), der in Frankreich von vielen Personenbeim Waschen des Gesichts statt Seife (ob mit demselben Nutzen?) verwendet wird.ES genügt dem Waschwaffer ein Paar Tropfen dieses Essigs zuzusetzen. SeinHanpwerdienst besteht wohl darin, daß er dem Wasser seinen angenehmen Geruchmittheilt. Endlich fand sich in der Leistnersche» Ausstellung noch aromatisirtcSKreosot.
Die ehrenvolle Erwähnung wurde überdies noch folgenden Ausstellern zu Theil:
Landon und Comp., Paris , für aromatisirtcn Essig.
M. A. Collas, Paris, für künstliche Essenzen, namentlich Auanasöl undkünstliches Bittermandelöl (Nitrobcnzol); und endlich
Thollon, Grcnoblc, ebenfalls für künstliche Essenzen z»m Parfümiern vonLiqueurcn. Die Anzahl der von diesem Aussteller eingesendeten Essenzen war sehrgroß, allein die Aehnlichkcit des Geruchs derselben niit dem nachzuahmenden Ge-tränke in vicllcn Fällen nur annähernd, in einigen sogar sehr zweifelhaft.
Belgien und die Niederlande hatten sich bei der Ausstellung von Parfü-mericn nicht betheiligt. Die Schweiz hatte nur eine kleine Menge Haaröl undZahnpulver eingesendet. Ebenso waren Dänemark, Schweden, Rußland ,Italien, Spanien und Portugal in diesen. Zweige nicht vertreten.
Die Türkische Sammlung enthielt treffliches Rosenwaffer und Rosenöl und fer-ner ausgezeichnetes Orangenblüthenwaffer. Leider waren die Namen der Ausstellernicht zu ermitteln, da die meisten dieser Gegenstände im Auftrage des Sultans aufden Bazarcn KonstautinopelS ausgekauft worden waren. Die Türkischen Parfümr-rien sind daher in der dem Sultan für seine Betheiligung an der Ausstellung imAllgemeinen ertheilten großen Medaille mit inbegriffcn.
In der von dem Bcp von Tunis eingesendeten Ausstellung befand sich eineSammlung von nicht weniger als 90 Flasche» parfümirtes Wasser, welcher von derZury die Preismedaille zuerkannt wurde. Unter dieser Prosusion von Wohlgerüchenmögen Rosen-, Quitten-, Aepfel-, Moschus-, Jasmin-, Benzes-, Zitronen-, Orange-blüth- und Cedcrnholzwasscr besonders erwähnt werden. Die Mehrzahl dieser Was-ser besaßen einen höchst lieblichen Geruch, einzelne aber würden nach Europäischen Begriffen kaum zu den Parfümerien gezählt worden sei». Von Tunis waren fernerparsümirtc Halsbänder, wie sie die Maurinncn tragen, ausgestellt. Sie werden auSeinem Teige von Bernstein , Moschus und Aloe geformt.
A n, e r i k a.
Aus den Vereinigten Staaten waren ebenfalls Parfümerien in großer Auswahlgesendet worden, besonders von den in dem Berichte über Seife erwähnten Fabrikan-ten Lavier Bazin und ZuleS Hauet in Philadelphia . Diese Parfüniericnwurden jedoch durchschnittlich als den Europäischen bedeutend nachstehend erkannt.Die meisten hinterließen nach dem Verdampfen einen unangenehmen Geruch. Siesind in den mit der Preismedaille belohnten Ausstellungsgegenständen der genanntenFabrikanten nicht mit begriffen.
') Husrterl)- stournal ok tlie Ltiemical 8ocietv. Vol. I. p. 244.
2) Laut offiziellen Dokumenten belicf sich der Werth der im Jahre 1850 einge-führten Parfümerien auf 1907 Lstr., welche einen EiugangSzoll von 19 l Lstr. be-zahlten. Allein wenn man bedenkt, daß bei dem starken Verbrauche dieses Toilette-