Band 
Dritter und letzter Theil.
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tz. 136. Konscrvirtc Früchte und Konfitüren.

Einige der ausgestellten Kuchen nähme» die Ansmerksamkeit der Besucher durch ihrekolossalen Dimensionen i» Anspruch und bildeten einen Anziehungspunkt auf der nörd-lichen Transseptgallerie, der stets von einer Menge von Damen umringt war. DiePreise dieser Kuchen standen im Verhältniß, und unsere Deutschen Hausfrauen wer-den sich wundern, wenn sie hören, daß sie zwischen 30 Lstr, und 150 Lstr. schwank-ten. Einer derselben hatte den Vortheil, daß man den Kuchen wegessen konnte, ohneden tempelartige» Aufsatz von Zucker zu verletzen, so daß derselbe wie die seidenen Hoch-zeitskleider unserer Vorältern von Großmutter auf Enkelin als Erbstück übergehenkann. Wir nennen hier die drei Aussteller von solchen Kuchen, denen ein gewisserKunstwcrth nicht abgesprochen werden kann, obwohl die Jnrp diesen Produkten keinhinlängliches merkantiles Interesse beilegte, um ihnen besondere Belohnungen zuzuer-kennen. Sie heißen R. Gunter, Moore und Magsby und R. Vine, sämmt-lich i» London .

Nach diesen allgemeine» Bemerkungen geben wir kürzlich die Namen der gekrön-ten Aussteller.

Die PreiSinedaillc erhielte» Fortnum und Maso», Picadillp London , füreine höchst reiche und wohlgeordnete Sammlung der inannigsaltigsten und kostbarstenFrüchtckonserve».

Die Pariser Chokolade -Kompanie für eine vortreffliche Ausstellung vonChokolade-Bonbons in den verschiedensten Formen. Mit besonderer Genugthuungverweilte die Beurtheilungs-Kommission bei der reichen Auswahl von Liguenr-Bv»bonS. Dieselbe Gesellschaft hatte ferner eine Reihe von parfümirteu Sprühe» aus-gestellt, welche durch Verdünnung höchst angenehme Getränke lieferten.

Endlich I. Wotherspoon und Comp., GlaSgow , für mittelst Dampf-maschinen fabrizirte Konditoreiwaaren, unter denen nicht weniger als >8 verschiedeneArten von ^»renzes vorhanden Ware».

Ehrenvoll erwähnt wurden:

H. Schooling, Bethnal Gree», London , für krystallisirte und glatte Liqueur-BonbonS und Konfitüren.

H. Weatherley, London , für Jnckertropfe». Die Artikel der beiden letzte»Aussteller waren fast ausschließlich mit den künstlichen Essenzen parfümirt, welcheoben bei den Parfümcrieen erwähnt worden sind (s. S. 520).

Wir reihen hier an Lealc und Albrecht, welche gut gearbeitete Formen fürKuchen und GelöcS eingesendet hatten.

Endlich I. P. Volsteedt, Caledo», Vorgebirge der guten Hoffnung, für kleineOrangen (narlzes), bittre Orangen, Feige», Citronen in Syrup eingemacht undkrystallisirt.

Zollverein.

Der Zollverein war durch sieben Aussteller vertrete», von denen zwei PreiS-mcdaillen erhielten n»d zwei ehrenvoll erwähnt wurde». Uebrigens waren die Ein-sendungen hier — wie in viele» ander» Fällen — so vereinzelt, daß sie durchauskein Bild der bezüglichen Gewerbe in »„serem lieben Vaterlands darzustellen vermoch-ten. Mit Bedauern vermißte der Berichterstatter Offcnbachcr Pfeffernüsse, Benthei-iner Moggen und so manche andere süße Jugendcrinnerunge», nicht einmal Nürn-berger Lebkuchen waren ausgestellt!

Was zuerst die konscrvirtcn Früchte anlangt, so verdient die Einsendung vonC. Weilt von Berlin vor Allem Erwähnung. Sie enthielt ganze Ananas, Pfir-siche, Aprikosen, Birnen, Pflaumen und Wallnüffe (in den grünen Schalen, wasvielfache Ansmerksamkeit und Nachfrage veranlaßte) in Zucker eingemacht. Dasnatürliche Aroma dieser Früchte war in hohem Grade erhalte», keine der geöffnetenFlaschen zeigte eine Spur von Gährnng. Der Aussteller erhielt die Preismedaille.