Band 
Dritter und letzter Theil.
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530 XXlX. Masse. Verschiedene Fabrikate und kurze Waare».

Frauen, beschäftigt. Der Arbeitslohn der ersteren beträgt im Durchschnitt 4 FrcS.lä Cent., der der letzteren dagegen nicht mehr als 80 Cent. den Tag. Der Total-werth der jährlichen Produktion wird auf 7 Millionen FrcS. geschätzt. In keinerBranche seiner Kunst vermag der Konditor mehr seine artistische Befähigung an denTag zu legen, als in der Bereitung der mannigfaltigen Zuckerkonfitüren. DieForm jedes einzelnen Bonbons ist das Resultat der sorgfältigsten Studien, die Farbenkontraste werden nach wissenschaftlichen Prinzipien gewählt, und in der Gruppi-rung verläßt er sich auf den ihm angebornc» Geschmack. Seine Erfindungsgabeist unerschöpflich, jede Saison bringt eine Novität, und seit Jahren ist er im bestän-digen Wettstreite mit seinen Rivalen, ohne daß sei» Eifer nachgelassen oder sein Er-folg sich vermindert hätte. Heute ist eine neue Schachtel oder eine künstliche Ver-schlingung der Früchte, morgen eine wunderbare Krystallisation oder eine neue Artdie Devise zu verstecken, niemals aber fehlt der Spiegel. — Keine Firma in Paris hat einen größer» Ruf, nls das Haus W. Aucler und P. Ledour, welches die-se» Zweig der Konditorei in der Ausstellung vertritt. Seinen Leistungen wurde diePreismedaille zuerkannt.

Die Ausfuhr an Bonbons, Sprupcn, Marmeladen, Gelees und Früchten beliessich im Jahre >850 auf983,350 Pfund, im Werthe von 900,000 FrcS.

Ehe wir zur Aufzählung der einzelnen Aussteller übergehen, sei es erlaubt, nocheinige Worte über die gesnndheitspolizeiliche Aufsicht zu sagen, unter welcher derFranzösische Konditor steht. Die Wahl der Farbstoffe, deren er sich zum Kolorirenbedient, ist ihm keineswegs überlasse», und dies bezieht sich nicht nur auf die Bereitungder Bonbons selbst, sondern sogar auch auf die Anfertigung der Enveloppen. Einewissenschaftliche Kommission hat ein Berzeichniß der Pigmente entworfen, welche an-gewendet werden dürfen, und der Präfekt, und in letzter Instanz der Minister desHandels und Ackerbaues hat die Beachtung dieser Vorschriften zu überwachen. EinGleiches ist in Preußen der Fall; in Berlin werden alljährlich die unschädlichen Pigmente durch die Polizeibehörde öffentlich bekannt gemacht und vor dem Gebraucheder aufgezählten schädlichen gewarnt.

Folgende Französische Aussteller erhielten Preismedaillen:

I. Chevet, Paris, Philippe und Canaud, Nantes , und Rodel undSohn, Bordcaur, für Früchte, vortrefflich in Syrup konservirt. Die Einsendun-gen dieser Aussteller waren theilweise sehr bedeutend und enthielten Früchte vomfeinsten Aroma, welche vollkommen erhalten waren. Die geöffnete» Flasche» —Pfirsiche, Aprikosen, Reine Claude, Erdbeeren ic. — waren frei von jeder Spur vonGährung.

L. Oudard, Sohn und Boucherot, Paris , für eine reiche Ausstellung ver-zierter Schachteln mit sorgfältig ausgewählten und geschmackvollen Früchten, Konfi-türen und Bonbons.

E. Perron, Paris, und F. A. Turpin, Wittwe, Paris , für Chokolade-Konfitüren von vortrefflicher Qualität. Endlich:

Aucler, Wittwe, und P. Ledour, Paris , für Zucker-Konfitüren, Ligueur-BonbonS (in Jierschachteln und Corbeillcs) und sehr gut modcllirte Pastillage, Fi-guren (Ornamente aus Zucker und Eiweiß, oder aus Zucker, Gummi und Stärkegefertigt).

Rußland

hat eine kleine Sammlung von krystallisierten Früchten und Marmeladen geliefert,welche in einem der südlichen Gouvernements bereitet werden. Die Früchte warenoffenbar mit großer Sorgfalt ausgewählt, hatten aber durch den Transport etwasgelitten.