532 XXIX. Klasse. Verschiedene Fabrikate und kurze Waaren.
Amerika.
Zwei Aussteller hatten prachtvolle Pfirsiche, wie man sie in Europa , selbst imSuden, selten sieht, in Branntwein konservirt herüber gesendet. Diese herrlichenFrüchte, in Amerika nach dem Namen eines Obstzüchters Ikeatk-peaclr genannt, hat-ten ihre Form unverletzt erhalten und — die Proben des einen Ausstellers wenig-stens — auch nicht im mindesten von ihrem Aroma verloren. Letzterer, M. I. Lan-der back, Cincinnati , hat die Preismedaille erhalten.
') Der Ausdruck loreuges (von der Form entlehnt) läßt sich nur unvollkommenmit Papillotte wiedergeben, da derselbe von der Papierhülle genommen ist, währendlorenzcü ohne besondere Einwickelung in den Handel kommen.
2 ) In England werden die kleinen Kinder in der Petersilie gefunden.
o) Die jährliche Fabrikation von kakirtlocoum in der Türkei soll sich auf 600Tonnen belaufen.
§. 137 .
Zündpräparate.
Die Fabrikanten von Zündpräparate» befanden sich den übrigen Ausstellern ge-genüber in einer anomalen Stellung, insofern ihnen, der Sicherheit des Gebäudeshalber, die Einsendung wirklicher Zündstoffe nicht gestattet worden war. Sie warengenöthigt, sich mit der Ausstellung nnentzündlicher Nachahmungen ihrer Artikel zubegnügen. Mit der Entziehung des wahren Objekts verlor die Beurtheilungs-Kommission natürlich jede Möglichkeit, ein Gutachten abzugeben. Es ist dies umso mehr zu bedauern, da die Bereitung der Zündhölzer eine noch ziemlich junge In-dustrie ist, die in neuester Zeit einen außerordentlichen Aufschwung genommen hat,und welche, obwohl durch die Erfahrungen der letzten Dezennien bereits auf-einehohe Stufe der Vollkommenheit gebracht, nichts destowcniger in der nächsten Zukunftnoch weitere» Verbesserungen entgegenzugehen scheint. Die Ausstellung hätte einetreffliche Gelegenheit geboten, die Zündpräparate verschiedener Länder zu vergleichen.Wäre dieser Gegenstand frühzeitig genug in Betracht gezogen worden, so hätte demUebelstande durch Errichtung eines kleinen abgesonderten Gebäudes leicht abgeholfenwerde» können.
Es ist nicht uninteressant, einen Blick auf die Geschichte dieses Industriezweigszu werfen. Ohne das Schwcfelholz selbst bis zu seiner Erfindung zu verfolgen,welche in dem Dunkel des Alterthums verschwindet, wollen wir unsere Aufmerksam-keit nnr den modernste» Entrvickelnngen dieses nützlichen Artikels auf einen Augen-blick zuwenden. Der Ucbcrgang von dem gemeinen Schwefelholz zu dem elegantenchemischen Friktionsfeuerzcng war nicht so einfach, als er gegenwärtig auf den erstenBlick erscheint; im tägliche» Genusse einer Annehmlichkeit vergessen wir nur zu leichtder Anstrengungen, mit welcher die Verwirklichung derselben häufig verbunden war.Die Vervollkommnung des Schwefelholzes fällt vorzugsweise in die letzten 30 Jahre.Vor 1820 kannte man kaum ei» anderes Feuerzeug als das Trio von Stein, Stahlund Zunder oder Schwamm, dem das Schwefelholz als unzertrennlicher Begleiterbeigesellt war. 1,823 machte Doebereiner die merkwürdige Beobachtung, daß feinzertheiltes Platin (Platinschwamm) ein Gemisch von Wafferstoffgas und atmosphä-rischer Lust entzündet und gründete auf diese Erfahrung das elegante Feuerzeug,welches unter dem Namen „Doebereiner'S Wafferstofflampe" bald in sehr bei-fällige Aufnahme kam und selbst jetzt noch vielfach angewendet wird.') Obwohlohne direkten Einfluß auf die weitere Entwickelung des Schwefelholzes selbst, lenkteDoebereiner'S Entdeckung nichtsdestoweniger die Aufmerksamkeit auf die Vervoll-