Band 
Dritter und letzter Theil.
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tz. 137. Ziindpräparatc. 5IZ

kommnnng der Feuerzeuge im Allgemeinen und hat in dieser Beziehung wenigstensmittelbar zur Verbesserung der Zündhölzer beigetragen.

Ein Feuerzeug, welches ungefähr um dieselbe Zeit, vielleicht »och etwas früher,vorgeschlagen wurde, ist niemals in allgemeine Aufnahme gekommen. Es gründetesich auf die Eigenschaft gewisser Verbindungen des Phosphors mit dem Schwefelsich in Berührung mit der Luft entweder von selbst, oder bei gelindem Reiben zuentzünden. Zu diesem Ende schmolz man gleiche Gcwichtsthcile Phosphor undSchwefel in einer Glasröhre langsam und vorsichtig zusammen. Die Röhre wurdealsdann mit einem Kork verschlossen und in diesem Zustande aufbewahrt. Wollteman Feuer haben, so wurde der Kork entfernt und ein dünner Spähn in den Schwe-felphosphor cingktancht. Die kleine Menge, welche beim Herausziehen daran haftete,entzündete sich i» der Lust und theilte die Flamme dem Holze mit. Diese Vorrich-tung ist indessen beinahe ganz in Vergessenheit gerathen.

Die erste wichtige Vervollkommnung des Schwcfelholzes bestand in dem Ucber-zug des geschwefelten Endes mit einer Mischung von Zucker und chlorsanrem Kali,welche beim Benetzen mit konzentrirter Schwefelsäure unter Feuercrschcinung verpuffend,die Entzündung der darunter liegenden Schwefelschicht mittheilt. Matt bediente sichder Glasftaschen, welche mit konzentrirter Schwefelsäure getränkten Asbest enthielten,in einem Blechgehäuse befestigt, dessen andere Abtheilung die präparirte» Schwefel-hölzer enthielt. Es ist schwer z» sagen, wann und von wem diese Art Zündhölzerzuerst eingeführt wurde». Wahrscheinlich sind mehrere Erpcrimcntatoren gleichzeitigin verschiedenen Ländern ans diese Idee gekommen. In England scheint sie vonKapitän Manby ausgegangen zu sein.

Ganz auf demselben Prinzipe beruhten die etwas später unter dem Namen „?ro-n,ett>e-ms" in England verbreiteten, allein auf dem Kontinente, wie es scheint, nurwenig bekannt gewordene» Zündpräparate. Dasselbe Gemisch von Zucker und chlor-saureni Kali war in ein dünnes Röllchen von Papier gefüllt, welches überdies einkleines auf beiden Seiten zugeschmolzencs Glasröhrchen voll Schwefelsäure enthielt,etwa von der Größe der Röhrchen, in welchen die Graphitzhlinder für die Silber-stifte im Handel vorkommen. Indem man das Glasröhrchen zwischen zwei hartenKörpern zerdrückte, kam die Schwefelsäure mit der Zündmaffe in Berührung undbewirkte die Entflammung derselben. Das Zerdrücken geschah in der Regel in einereigens zu diesem Zwecke mitverkauftcn Zange oder auch wohl zwischen den Zähnen.Die Promethcans, welche des hohen Preises wegen niemals allgemeinen Einganggefunden haben, bilden den Ilcbergaug zu den Reibzündhölzcrn, denn bei ihnen wirddie Entzündung durch Friktion wenigstens indirekt vermittelt.

Die ersten wahren Reibzündhölzer kamen noch etwas später, ums Jahr 1832.Sie enthielten über dem Schwefel einen Ueberzng von zwei Theilen Schwefelanti-mo» und einem Theil chlorsanrem Kali, mit einem geeigneten Bindemittel aufgetra-gen. Sie entzündeten sich, indem man sie zwischen zwei Flächen von Sandpapicr,welche mit den Fingern zusammengepreßt wurden, hindurch zog. Die Entflammungerforderte einen ziemlich starken Druck und nicht selten rieb sich das Zündpräparatvon dem Hölzchen ab und detonirte zwischen den rauhen Flächen, ohne das Holz zuentzünden. Es war also Raum für weitere Verbesserungen.

Es ist dem Berichterstatter nicht gelungen, mit Bestimmtheit zu ermitteln, werzuerst den Gedanken hatte, für das Schwefelantimon den Phosphor zu substituireu.Gegen das Jahr 1834 sind die Phosphorhölzchcn in verschiedenen Ländern gleichzei-tig aufgetaucht.

In Deutschland wurden sie zuerst fabrikmäßig im Großherzogthm» Hessen , na--mentlich in Darmstadt , angefertigt, wo sich Dr. Moldenhaucr um die Entwicke-lung dieser Industrie große Verdienste erwarb. Von hier aus verbreitete sie sichallmälig über ganz Deutschland , obwohl anfangs nur langsam, da die Zündholz-