Band 
Dritter und letzter Theil.
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tz. 141. Sonnen- und Regenschirme.

verzögert werden mußte. Erst als man an der Stelle des früher gebräuchlichenschweren Wachstaffet anfing Seide oder Gingham zu wählen, wodurch die Anwen-dung eines.eleganteren Gestelles ermöglicht war, das sich mit Leichtigkeit öffnen undschließen ließ, und als man im Laufe der Zeit eine Menge kleiner mechanischer Ver-besserungen anbrachte und das in jeder Weise vervollkommnete und vereinfachte Ge-rüche zu weit billigerem Preise zu liefern vermochte, konnte der Regenschirm bei denigrößeren Publikum Freunde gewinnen. Die hauptsächlichsten Verbesserungen derneueren Zeit sind in Frankreich und England erfolgt und zum Theil patentirt. Eswürde schwer sein, diese Verbesserungen Schriet für Schritt zu verfolgen, da die mei-sten einzelne wenig in die Augen fallende Theile des Regenschirmes betrafen, auchvielfach eine ganze Reihe von Phasen zu durchlaufen hatten. Jeder erinnert sichnoch des messingenen Ringes, der an einem Bande hängend, über den geschlossenenSchirm gezogen wurde, während er am geöffneten hin »nd her baumelte. Wirglaubten einen großen Schritt gethan zu haben, als dieser Ring »lit einer Schlingevertauscht wurde, welche sich um ein Knöpfchen legt, und doch wie viel bequemer istdas elastische Band mit konischem Elfenbcinstist, welche« sich ohne Schwierigkeit indie entsprechende Mctallklainnicr legt, wie cS heute an alle» Schirmen angebrachtist? In ähnlicher Weise ließen sich viele kleine und vereinzelt unbedeutend erschei-nende Verbesserungen anführen, die alle wesentlich dazu beigetragen haben, den Re-genschirm zu dem zu machen, was er gegenwärtig ist.

Wir gehe» nunmehr zu der Betrachtung der Einsendungen der einzelnen Länderüber und bemerken sogleich, daß England nnd Frankreich in dieser Beziehung ammeisten geliefert haben. Die Zahl der Aussteller von Sonnen- und Regenschirmenwar 38. Viele hatten gleichzeitig Griffe und Schirmgestelle, sowie Spazierstöcke ein-gesendet. Sie vertheilten sich wie folgt:

Großbritannien und Irland nebst den

Britischen Kolonien.tO

Der Zollverein. 5

Oesterreich. 5

Frankreich . 3

Belgien .PortugalTunis . .China . .

liebertrag . .

29

1

t

1

1

29

Preismedaillen. 5.

Ehrenvolle Erwähnung . . i . 2.

33

Großbritannien und Irland nebst den Britischen Kolonien.

Wenn sich England in dieser Abtheilung hauptsächlich durch die Fabrikation vonArtikeln ordinairerer und wohlfeilerer Art, die aber sämmtlich von guter, dauerhafterKonstruktion sind, vor anderen Ländern Vortheilhaft auszeichnet, so verdankt es diesenVorrang nicht sowohl der Einführung neuer kostbarer Maschinen — denn die Werk-zeuge des Sonnen- und Regcnschirmmacherö sind noch fast eben so einfach, als siees vor 100 Jahren waren, — sondern vielmehr einer verständigen Anwendung desPrinzips der Theilung der Arbeit und der zollfreien Einfuhr der Rohre, des Fisch-beins , des Horns und Elfenbeins aus den Kolonien. Die billigen Preise, zu denenEngland die zu dieser Fabrikation nöthigen Ginghams und Seidenzeuge selbst pro-duzirt, tragen ebenfalls nicht wenig dazu bei, dieses Resultat zu ermöglichen. Diezu den geringeren Sorten nöthigen Ginghams können z. B. zu einem Preise vonweniger als 3 Pce. (2^ Sgr.) per Jard geliefert werden.

Es ist nicht möglich, mit Genauigkeit den Betrag der jährlichen Produktion indiesen, Gewerbszweige festzustellen, der, was die feinen Sorten betrifft, hauptsächlichin London betrieben wird, aber man kann sich einen Begriff von seiner Wichtigkeitmachen, wenn man erfährt, daß manche der großen Londoner Häuser wöchentlichvon 250 bis 500 Dutzend Regen- und Sonnnenschirme absetzen. Die Preise der