Band 
Dritter und letzter Theil.
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550 XXIX. Klasse. Verschiedene Fabrikate und kurze Waare».

ordinairen Sorte» sind außerordentlich niedrig. Kindersonnciischirme von Baumwollen-zeug wurde» e» groü zu dem Preise von 4 Pce., dergleichen Frauensonnenschirmczu dem Preise von 10- Pce. verkauft. Der niedrigste en gras-Preis für seideneSonnenschirme ist 10^ Pce., der für Giughain-Regcnschirmc 7 und 10 Pce., je nachder Größe. Alpaka-Regenschirme kommen von 6 bis 12 Sch. zu stehen und seidenedesgleichen von 3 Sch. 0 Pce. bis 22 Sch. das Stück. Ueber die Preise der besse-ren Gattungen seidener Sonnenschirnie läßt sich nichts Bestimmtes angeben, weilderselbe hauptsächlich von dem der Spitzen abhängt, mit welchen sie garnirt zu wer-den Pflegen. Der höchste aufgeführte Preis war 5 Lstr. 5 Sch., aber der Sonnen-schirm, welcher diese» Preis trug, war bei weitem weniger elegant, als viele derFranzösischen, deren Preise ungleich geringer waren. Ueberhanpt standen in Bezugauf Geschmack die Englische » Artikel dieser Gattung den Französischen bedeutendnach. Dies gilt namentlich in Bezug auf die Horn- und Elfcnbeinschnitzarbeit derGriffe. Nur zu häufig fanden wir statt korrekter Zeichnung und statt kühnen schar-fen Schnittes überfeine Bearbeitung und lüczb palisb. Es ist indeß zu erwarten,daß diesem Uebclstandc durch die Wirksamkeit der während der letzten Jahre in dengrößeren Städten Englands crrichreten Zcichncnschulen nichr und mehr wird abge-holfen werden. Die Wahl, namentlich aber die Zusammenstellung der Farben, ließebenfalls viel zu wünschen übrig. Ein wenig artistische Beihülfe auch in dieserRichtung, und die nächste Ausstellung wird uns keinen karminrothen Sonnenschirmmit schwefelgelben Franze» wieder bringe».

Die Wohlfeilhcit der Englischen Artikel schreibt sich außer von den obenerwähn-ten Ursachen, noch von der Anwendung gespaltenen und gefärbten RattanrohreSfür die Rippen anstatt Fiscbbein her. Ein HaudlungShanS in London (Meyers, vcrgl.Seite 565) versicherte, daß ihr wöchentlicher Absatz von Rohr sich auf 12,000 Sätze,den Satz zu 8 Stück gerechnet, belaufe. Der en Kros-Preis eines Dutzend Sätzeist 10 Pce. und demnach kommt das für einen Regenschirm nöthige Rohr auf nichtviel mehr als Pp. zu stehen. Obwohl dieses Rohr auch noch für verschiedeneandere Zwecke verwendet wird, so dürste nichtsdestoweniger eine Aufführung der Ein-fuhr-Statistik dieses Artikels während der letzten Jahre von Interesse sein. H

Die Fabrikation der Gestelle für Regen- und Sonnenschirme wird in London hauptsächlich von kleinen Meistern betrieben, die gewöhnlich einige Knaben als Ge-hülfen beschäftigen; das Ueberzichen hingegen wird von Frauen und Mädchenbesorgt, die in ihren Wohnungen arbeiten. Der Arbeitslast» für die wohlfeilsten Gat-tungen von Schirmen ist so gering, daß oft die gemeinsame Anstrengung aller Mit-glieder einer ganzen Familie erforderlich ist, ni» die Snbsistenz derselben zu sichern.Das Anschrauben der Handgriffe und der Zwingen wird in der Regel von den Häu-sern, welche in diesem Artikel Geschäfte machen, selbst besorgt.

Um dem Leser eine Idee zu geben, wie gering der Arbeitslohn für die Anfer-tigung der Gestelle ist, sei es uns gestattet, eine kurze Beschreibung der verschiedenenOperastonen zu geben, aus denen die Arbeit des Londoner Regcnschirm-Gestellmachersbesteht. Derselbe muß sich zuvörderst eine höchst einfache Drehbank mit Kreissägeund Schablouenstahl (um die Spitzen der Rippen zu formen) und mehrere einfacheMesser, Bohrer, Zangen und andere Instrumente anschaffen. Diese kosten ihm un-gefähr 3 — 6 Lstr. Den erforderlichen Eisendraht und das Messingblech hat er ausseinem Wochenlohn anzuschaffen, indem er nur den Stock, die Rippen, die Spannerund den inneren Schieber erhält. Der Londoner Gcstellmacher beschäftigt in derRegel 2 — 4 Knaben, deren jedem er wöchentlich 4 Schillinge bezahlt.

Anfertigung des Stockes. Derselbe besteht gewöhnlich aus gefärbtemBuchenholz, welches der Gestellmacher von dem Fabrikanten erhält und das er inStücke von der nöthigen Länge zersägt. Der auf diese Weise erhaltene Stock wirdabgedreht und das eine Ende, an welchem die Zwinge befestigt werden soll, zugespitzt.