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§. 141. Sonnen- lind Regenschirme.
Zunächst werden nun mit der Kreissäge zwei Längcnspaltcn zur Aufnahme derSpringfedern angebracht, von welchen die eine den Schirm aufgespannt erhält,während die andere den geschlossenen Schirm am Aufgehen hindert. Diese Federnbestehen aus gewöhnlichem Eisendraht, und werden durch Eintreiben des einen Endesin dem Stäbe befestigt; das andere hakenförmig umgebogene Ende bewegt sich freiin der Spalte, wird aber durch einen Querstist verhindert, zu weit hervorzutreten.Um diesen Querstist anzubringen, wird auf der einen Seite des Längenspaltcs einLoch gebohrt, durch welches der Arbeiter den vorn zugespitzten Draht durchsteckt,um ihn auf der anderen Seite des Spaltes einzutreiben. Die nächste Operationversieht den Stock mit einer sehr einfachen Vorrichtung, welche den Schieber ver-hindert, beim Aufmachen des Schirmes zu weit hinauf gedruckt zu werden. Zu demEnde bohrt der Gestcllmacher etwa ein viertel Zoll über der oberen Feder zwei Löcher,in welche die beide» Enden eines kurzen hufeisenförmig gebogenen Drahtes eingetrie-ben werden; das kleine aus deni Stocke hervorragende Drahtöhr setzt der Bewegungdes Schiebers die Gränze, welche wir beim Aufmache» des Schirmes spüre». Uniden Stock fertig zu machen, müssen jetzt noch zwei weitere Locher näher an derSpitze gebohrt werden, welche zum Einfügen zweier ähnlicher Drahtröhrc bestimmtsind und, wie wir sogleich sehen werden, die Rippen des Schirmes befestige». Essind demnach nicht weniger als 19 Operationen nöthig, um einen Regenschirmstockanzufertigen.
Zubereitung der Rippen. Jede Rippe muß natürlich einzeln bearbeitetwerden. Nachdem das Rohr an der einen Seite etwas zugespitzt worden, wird esgeglättet, und in der Richtung nach der Spitze leicht verjüngt. Dies bewerkstelligtder Gestcllmachcr mittelst eines auf der Drehbank laufenden Rades, in dessen Peri-pherie eine mit Fischhaut überzogene Rinne eingelassen ist, in welcher die Rohreihrer Länge nach hin und hergezogen werden, während das Rad sich mit Schnellig-keit umdreht. Zunächst wird die Spitze der Rippe gerundet. Hierzu dient ein Stahl-. rädchen (die Maschine), welches ebenfalls auf der Drehbank läuft und dessenRand einen Schablonenstahl von der gewünschten Form bildet. Indem der Gestell-macher die Spitze in diese Schablone einpreßt, während sich das Rad umdreht, er-langt sie in wenigen Augenblicken die entsprechende Gestalt, und kann jetzt lackirtund niit den. Loche versehen werde», mittelst dessen der Ueberzug des Schirmes befe-stigt werden soll- Jede Rippe erhält nunmehr die geeignete Länge, indem das ent-gegengesetzte Ende abgesägt wird. Dieses andere Ende heißt in der Kunstsprache derKopf der Rippe; es muß für die Befestigung an den, Stocke vorbereitet werden. Zudem Ende wird der Kopf mit dünnem Kupferblech überzogen, abgerundet unddurchbohrt. Diese Durchbohrung ist zur Aufnahme des Kopfdrahtes bestimmt,welcher, durch die beiden oben erwähnten Oehre gehend, die Rippe an den Stockbefestigt, und zugleich das Ausspannen und Einziehen des Schirmes gestattet, indemderselbe die Angel bildet, in welcher sich die Rippen drehen. Noch ist indessen dieRippe nicht fertig. Ein zweiter Ueberzug von Kupferblech ist in der Mitte nöthig,welcher ebenfalls durchbohrt wird, um eine Drahtachse aufzunehmen, in deren aufbeiden Seiten der Rippe hervortretenden Enden sich die Gabel des Spanners dreht.Jede Rippe hat demnach 13,»al durch die Hände des Gestellinachers zu gehen, undda zu einem Schirme 8 Rippen nöthig sind, so addiren sich zu den 19 Operationen,welche der Stock erheischte, weitere 104 Operationen.
Wiegen der Rippen. Wenn nicht alle Rippen gleiche Stärke haben, sonimmt der Schirm beim Aufspannen nicht nach allen Seilen gleiche Rundung an.Deswegen müssen die Rippen gewogen werden. Dies geschieht mittelst einer sehreinfachen Vorrichtung, welche im Wesentlichen aus einem 3 Fuß 6 Zoll langen und2 Fuß breiten Brette besteht, welches so gegen die Wand befestigt ist, daß dielange Kante horizontal steht. Dieses Brett ist mit einer Menge von Löchern zur