566 XXIX. Klasse. Verschiedene Fabrikate und kurze Waare».
Aus Trinidad hatte Lord Har ris eine» Spazierstock eingesendet, und von Va» DiemensLand sah man zwei aus Walfischknochen verfertigte und mit aus Walsischzähnengeschnitzten Knöpfe» verzierte Stöcke und einen ans dem Holze der TaSmania-Eiche(Oas»»ri»a gninlrivnlvis) geschnitzten Spazierstock.
Zollverein und Norddeutsche Staaten.
Die Betheiligung deü Zollvereins bei der Ausstellung des fraglichen Artikelsist leider eine geringe gewesen, was um so mehr zu bedauern ist, da bekanntlichgerade in diesem Zweige der Industrie die Deutschen Erzeugnisse, sowohl für deninländischen Verbrauch, als auch für die Ausfuhr, i» Betreff der Wohlfeithcit undGüte der Arbeit, denen anderer Länder gegenüber mit Erfolg in die Schranken tre-te» können. So war z. B. Preußen nur durch zwei Aussteller, E. Schulz inEssen, der sogleich näher erwähnt werden soll, und Adolph LuSk in Berlin , derverschiedene Sorte» von Spazierstöcken, I.'cke-piosl-rri-rs und dergleichen eingesen-det hatte, vertrete», während, wie bereits oben erwähnt, Berlin einen der Hanpt-stapelplätze für den Handel in diesem Artikel bildet.
Nächst Preußen waren Württemberg und Nheinhessen vertreten. Die Vorzuglichste Eittsendnng hatte Hedinger aus Stuttgart geliefert. Außer ihm hattennoch drei andere Fabrikanten die Ausstellung beschickt »nd unter anderen DingenStock- und Regenschir,«griffe aus Elfenbein ausgestellt. Von diesen hat Einer, aberhauptsächlich für andere mitcingesendetc Gegenstände, die PrciSmedaillc erhalten,wie unten in dem Artikel über Spielwaarcn besonders erwähnt werde» soll.
Die Hessischen Stöcke waren von 3. G. Frank von Offenbach ausgestellt.Als bcmerkenSwertheste Artikel dieser recht reichen Sammlung verdienen die lackirtenSpanischen Rohre erwähnt zu werde», die mit lithographirten Mustern bedrucktwaren, wodurch sie das Aussehe» erhielten, als seien sie init Flechtwcrk überzogen.Die Muster werde» durch Umdruck von Papier strirl . Ausgezeichnet durch seincWvhlfeilhcit, die bis jetzt die Konkurrenz der Hamburger und Londoner Fabrikantennicht hat aufkomme» lasse», wird dieser hübsche Artikel jährlich in vcrhältnißmäßiggroßen Quantitäten nach England »nd Amerika ausgeführt.
Trotz dieser geringen Betheiligung hat der Zollverein zwei PrciSmedaillcn undeine ehrenvolle Erwähnung davon getragen. Folgendes sind die Namen der Fabri-kanten:
C. Schulz aus Essen die PreiSmcdaille für eine Sammlung gut gearbeiteterSpazier- und Degenstöcke, sowohl wegen der Güte der Arbeit, als wegen ihrerBilligkeit.
Karl Hedinger, Stuttgart , die PrciSmedaillc für ein Assortiment von Spa-zierstöcken aus Spanischem Rohr und Rebhnhnholz, für Regen- und Sonnenschirm-stäbe und für einige Gestelle. Die ausgestellten Artikel waren gut gearbeitet undzeichneten sich durch billige Preise aus.
I. G. Frank, Offenbach , wurde ehrenvoll erwähnt für eine reiche Sammlunggut gearbeiteter, schön lackirter lind sehr wohlfeiler Spazierstöcke, mit den erwähntenlithographirten Umdrucken verziert, sowie für Schnupftabackdosen in Papiermache .
Die bedeutendste Sammlung von Spazierstöcken in der ganzen Ausstellung warohne Zweifel die von H. E. Metz er ju». in Hambnrg eingesendete, der, wie esscheint, die größte Fabrik von Stöcken besitzt, die in der Welt eristirt. Seine Samm-lung war in der Forni eines große» Sternes in der Hamburger Abtheilung aufge-hängt und enthielt nicht weniger als fünfhundert verschiedene Sorte», wozu fast allein dieser Industrie gebräuchlichen Materialien in Anwendung gebracht worden waren.In seiner Hamburger Fabrik allein beschäftigt der gedachte Aussteller zwischen zwei-bis dreihundert Personen, und außerdem hat derselbe noch eine Anstalt in New-Dork.Neben Meyer hatten noch E. Hartgen und Hübe aus Hamburg einige Mustervon Stöcken eingesendet.