570 XXIX. Klasse. Verschiedene Fabrikate und kurze Waare».
stehen, werden sich über den Leichtsinn wunder», niit dem ihre Schwestern im Alter-thume diese gefährliche Waffe aus der Hand gaben.
Im Mittelaltcr scheint der Fächer von dem schönen Geschlecht nur wenig beachtetworden zu sei», wir lese» nnr von Fächern znr Sonderung der Spreu von demGetraide, und von den fächerartigen Kirchenwedeln der Geistlichkeit. In das Gesell-schaftsleben scheint der Fächer erst durch Katharina von Medici wieder eingeführtworden zu sein, die ihn von Italic» mit nach Frankreich brachte. Der Fächer derdamaligen Zeit war schon nicht mehr so schwer und steif, wie der antike, »ndkonnte bereits zusammengefaltet werden ; allein erst im Anfange des l7. Jahrhun-derts nahm der Fächer allmälig die Form an, die er »och jetzt besitzt. Er wurdeaus Papier oder parfümirtcn, Leder gefertigt, und ausgezeichnete Künstler ver-schmähten es nicht, seiner Verzierung ihre Dienste zu leihen. An dem üppigen HofeLudwig XIV. »nd XV. erreichte der Lurus in Fächern den höchste» Grad. Siewaren mit Gold und den kostbarsten Edelsteinen übersäet, zwischen denen nichtselten Gemälde von der künstlerische» Hand eines Boucher und Watteau prangten.Keine Damenloilctte konnte des Fächers entbehre», der sehr häufig mit 300 bis375 FrcS. bezahlt wurde.
Auch in England war die Mode, Fächer zu tragen, besonders in dem vorigenJahrhunderte so allgemein, daß eine Dame eben so wenig öffentlich ohne Fächer zuerscheinen gewagt hätte, als ein Herr ohne Degen. Zahlreiche Anspielungen auf denFächer finden sich in den humoristischen Schriftstellern dieser Periode. Addiso»beschreibt im „Spectator" eine Akademie, in welcher die Handhabung deS Fächersgelehrt wird. Man habe daselbst den bescheidenen, den furchtsame», den heitern, denverliebten und den ärgerlichen Fächerschlag unterschiede». „Ich habe," sagt er, „ein-mal eine» Fächer so erzürnt geschen, daß es für den abwesenden Liebhaber, der diesenSturm erregt, gefährlich gewesen wäre, auch »nr innerhalb des Bereichs seinesWindes zu kommen." Gay in seine»! bekannten Gedichte .,1'be bau" erklärt denFächer für eine Erfindung der Venus, welche die Idee einem verzweifelten Liebhabereingegeben, um sich seine Herrin wiederum geneigt zu machen, und ihn zugleich an-geleitet, den Schweif des Pfauen bei der Anfertigung zum Muster zu nehmen.
In Deutschland und England, sowie im nördlichen Europa im Allgemeinen, istder Fächer schon lange nicht mehr ein unentbehrlicher Toilettegegenstand. Dagegenist er im südlichen Europa , sowie im Oriente noch immer im alltäglichen Gebrauch,und es haben auch fast nur diese südlicheren Völker Fächer ausgestellt.
Die Zahl der Aussteller ist 23; sie vertheilen sich auf die einzelnen Länderwie folgt:
Zollverein. 1
Frankreich.3
Spanien.2
Türkei.1
Aegppten.1
Tunis. 1
zusammen 23
Prcismedaillen.2.
Ehrenvolle Erwähnung I.
Großbritannien und Irland nebst den Britischen Kolonien.
Die vereinigten Königreiche haben nur einige Chinesische Fächer ausgestellt, dieunter der Rubrik China mit erwähnt werden sollen. Einige von Kanada gesendetehierher gehörige Artikel verdienen keiner besondere» Erwähnung, insofern sie mehr