Band 
Dritter und letzter Theil.
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§. 143. Fächer.

Kuriositäten, als Gegenstände indttstricllcn Betriebes sind. Dagegen enthielt dieOstindische Abtheilung Fächer oder punK-,!,» in großer Mannigfaltigkeit, Schönheitund Kostbarkeit, sowohl was die Form »nd Verzierung, als auch was das Materialanlangt. Der Indische Fächer unterscheidet sich von dem Europäischen und Chine-sischen sowohl durch seine Form, als auch dadurch, daß er sich nicht zusammenfaltenläßt; er »inß daher, wie der antike, von einem Diener gehandhabt werden. UcbrigcnSzeigte die Ausstellung sehr verschieden geformte Fächer aus Indien ; sie bestandenbald ans einem Stäbe, an dessen beide» Seiten reich mit Juwelen »nd Stickereienverzierte Blätter befestigt waren, bald aus kleinen an horizontale» Silberstäbcn auf-gehängten Vorhängen, welche von einem Diener über das Haupt des reichen Hinduhin und her bewegt, demselben Kühlung zufächeln. Als eine eigenthümliche Fächerartist endlich der sogenannte Schcibcnfächer zu erwähnen. Es ist dies eine runde oderovale Scheibe, welche am oberen Theile eines silbernen Stabes angebracht ist, dessenSpitze in der Regel in einen nach der entgegengesetzten Seite gerichteten Krummstabendet. Der Diener steht znr Seite seines Herrn, und schwingt die Scheibe hin undher, indem er den untern Theil des Stabes gegen seinen Fuß anstemmt. Die ein-fachsten Fächer, die in Indien sowohl unter den Eingebvrnen, als auch unter denEuropäer» im allgemeinen Gebrauche sind, werden aus den Blättern der Pflanzellvrassus lli,he»lli>r,ni8 verfertigt. Besondere Erwähnung verdienen zwei außeror-dentlich prachtvolle Fächer, welche von dem Najah von Koka eingesendet wordenwaren; der eine mit einem Griffe von Gold, der andere mit einem von Elfenbeinversehen. Leider waren die Name» der Vcrfertiger nicht zu ermitteln, und es ist diesallein der Grund, weshalb dieselben keine Preise erhalten haben. Wir bemerkenaußerdem noch einen schöne» Pfauenfeder-Fächer von Nssain und einen punlral, ansChinesische» Glas- »nd anderen Perlen zusammengesetzt, der i» Delhi verfertigt war.

Bei der Betrachtung dieser schöne» Erzeugnisse der Indischen Industrie kannman sich des Gedankens nicht erwehren, daß mit einiger Umsicht die Geschicklichkeitund der Geschmack der Indischen Arbeiter mit großem Nutzen znr Erzeugung vonArtikeln verwendet werden könnte, welche sowohl für den Europäische» als auch fürden Amerikanische » Markt i» jeder Beziehung geeignet wäre».

Die von den Kolonien Nova Seotia und Trinidad ausgestellten Fächer botenkein besonderes Interesse. Ans West-Afrika hatte R. Jameson aus Liverpool einigevom Ufer des Niger aus verschiedenen Grasartcn gefertigte Fächer eingesendet.

Von Deutschland

hat sich nur ein Aussteller, nämlich C. Stoll aus Ulm in Württemberg , betheiligt.Die von diesem Fabrikanten eingesendeten Elfenbcinfächer sind recht gut gearbeitetund namentlich verhältnißmäßig wohlfeil; allein sie stehen, was die geschmackvolleAusführung anlangt, den Französischen Fächern »ach.

Frankreich .

Die Fabrikation von Fächern hat in Frankreich einen hohen Grad von Voll-kommenheit erreicht. Sie bietet ein benierkenswerthes Beispiel des Prinzips derTheilung der Arbeit dar, denn gegen 20 verschiedene Operationen, die von eben-soviel verschiedenen Händen ausgeführt werden, sind znr Vollendnng eines Fächersnöthig, der nicht mehr als l Sons kostet. Und diese verschiedenen Operationenwerden nicht etwa in einer gemeinschaftlichen Fabrik ausgeführt, sondern bilden imGegentheile vier bestimmt gesonderte Gewerbe, denen unter der Leitung von be-sonderen Meister» verschiedene Arbeiter obliegen, die meist in ihrem eigenen Hanse,mit Hülfe ihrer Weiber und Kinder, die übertragene Arbeit anfertigen.

Ein Fächer besteht aus einem solide» Gestelle (piefl), das aus inneren Rippen(l-rins) und den beiden äußeren Schalen (,>a,wolie«) znsauimengksetzt ist, und ausdem zusammenfaltbaren Blatte (keuille) eines biegsamen Materials. Die Stoffe,