§. 143. Fächer. 573
Zeichnungen für die Gestelle an die Arbeiter ii» Oisedepartement, damit die Formenmit der Mode stets gleichen Schritt halten, und giebt dem Feuillistcn den Stylseiner Verzierungen an, damit Gestell und Blatt sich zu einem geschmackvollen undharmonischen Ganzen gestalten. Er steht darauf, daß alle abgelieferten Arbeite»tüchtig ausgeführt sind, »nv läßt endlich das Aufziehen des Blattes, das Bedrucke»des Randes, das Aufsetzen der letzten Mctallvcrzierungen und das Anheften vonFedern und Fransen nnd überhaupt das Fertigmachen durch einige in seiner eigenenAnstalt beschäftigte Arbeiter besorgen. ')
Die Französische Fächerausstellung war sehr reich nnd enthielt mehrere Eremplare, die mit besonderer Bezugnahme auf die Ausstellung, sowie aus die Königinvon England nnd den Prinzen Albert, dckorirt waren. Außerdem war eine großeAnzahl von Prachtstücken eingeschickt worden, die vielfach mit Gemälden ausgezeich-neter Künstler geziert waren. Nächst diesen mußten die für die Ausfuhr bestimmtenArtikel die Aufmerksamkeit der BeurtheilungS-Kommission in Anspruch nehmen, indemsie je nach dem Markte, für den sie bestimmt waren, charakteristische Merkmale ansich trugen. So war z. B. die Länge der Rippen nnd die Größe des geöffnetenFächers außerordentlich verschieden; auf den Fächern, die, fast nur aus Federn zu-sammengesetzt, für die Türkei und Marokko bestimmt waren, hatte man die Abbil-dung jedes lebenden Wesens, als den Satzungen des Korans entgegen, mit Sorg-falt vermieden, und endlich bemerkte man auf den für Bnenos-AyreS bestimmtenFächern die gänzliche Abwesenheit der blauen und grünen Farbe, welche dort poli-tische Bedeutung haben und bei Todesstrafe verboten sind. Alle Aussteller gehörtenzu der Klaffe der Eveutaillisteu, da keiner der Fabrikanten des OisedcpartemcntSseine Produkte eingesendet hatte. Die in dieser Abtheilung ertheilten drei Preisesielen alle Französischen Ausstellern zu.
P. Duvelleroy, Paris , erhielt die Preismedaille für eine Ausstellung vonFächern, die sich durch den Kunstwerth ihrer Malereien, durch die Originalität undSchönheit der eingelegten und der durchbrochenen Arbeit an Elfenbein- und Perlmutter -schalen Vortheilhaft auszeichnete». Der eleganteste Fächer in dieser Sammlung warmit einem Gemälde von Rogneplan verziert; das Gestell bestand aus Perlmutter mit geschmackvoller Ornamentirnng in durchbrochener Arbeit und reicher Vergoldung.Der Preis desselben wurde zu 1,000 Fres. angegeben. Außerdem waren noch Fächerfür den Erport ausgestellt, im Preise von 50 Cent. bis 50 Fres. das Dutzend.
Eine Preismedaille erhielt ferner A. Felix, Paris , für eine Sammlung vonFächern, nach den besten Mustern älterer Zeit verfertigt. Obgleich dieselben nichtauf Originalität Anspruch machen konnten, so waren sie doch so geschmackvoll verziert,namentlich mit ausgezeichneter Pergamentmalerei, daß die Erthcilung der Preismedaillean den Verfertig» dadurch vollkommen gerechtfertigt erschien.
Doucet und Petit, Paris , endlich wurde die ehrenvolle Erwähnung für ihreAusstellung ordinaircrer und billigerer, aber immer noch sehr gut gearbeiteter Fächerim Preise von 50 Cent. bis 50 FreS. das Stück zu Theil. Außerdem hatten diesel-ben einige Fächer von Elfenbein, Perlmutter mit durchbrochener Arbeit und reichenSchnitzereien ausgestellt, von denen einer bereits in der Einleitung erwähnt wordenist. Die Preise dieser letzter»? waren natürlich viel höher, nämlich von 75 FrcS.bis 300 FrcS. das Stück.
Spante u.
Von den beiden Spanischen Ausstellern hat der Eine gemalte und gedruckteFeinstes, der Andere aber außerdem noch fertige Fächer eingesendet. Die Erzeugnissedes Spanischen GewerbfleißeS sind ganz anerkennenswerth, bleiben jedoch weit hinterden entsprechenden Artikeln der Französischen Ausstellung zurück. Es ist dies auf-fallend, insofern der Fächer in Spanien -ganz eigentlich zu Hause ist und in denHänden einer Spanischen Dame niemals fehlt. Aber selbst in den niedere» Ständen