574 XXIX. Klasse. Verschiedene Fabrikate und kurze Waaren.
ist der Gebrauch desselben so allgemein, daß er überall auf offener Straße, besondersaber bei Volksbelustigungen, z. B. bei Stiergefcchten ic., zum Verkauf anSgebotenwird. Es scheint, daß nur der Bedarf der letzteren von Spanien selbst geliefertwird, während die besseren Sorten beinahe sämmtlich aus Frankreich bezogen werden.
Die Einsendungen aus der Türkei, aus Aegypten und TnniS waren ganzunbedeutend, dagegen durfte
hier nicht »»vertreten bleiben, denn, wie bemerkt, in der Fächerfabrikation sind dieChinesen die Rivalen der Franzosen und haben gemeinschaftlich mit Letzteren, so zusagen, das Monopol, die Welt mit Fächern zu versorgen. Was lackirtc Fächeranlangt, so mußte der Vorrang den Chinesen eingeräumt werden, und dasselbe gilt,wenn man die Preise in Betracht zieht, in Bezug auf die durchbrochene Arbeit undSchnitzereien der Holz-, Bein-, Elfenbein- und Perlmutterschalen. Selbst ihreordinairsten Fächer zeichne» sich durch originelle Formen, brillante Farben, scharfeund kühne Zeichnung, Solivität und Korrektheit der Arbeit Vortheilhaft aus. DieFächerfabrikation in China ist fast ausschließlich auf Canton, Son-tchon, Hang-tchou und Nankin beschränkt. Die ausgestellten Fächer Ware» jedoch nicht direktvon den Chinesischen Fabrikanten eingesendet, sondern rührten aus EnglischenSammlungen her.
') Paris zählte im Jahre 1827 nicht niehr als 15 Fächermacher (rvontaillwtos),die 1,0 lU Arbeiter (34t Männer, 500 Frauen und 166 Kinder) beschäftigte» und indem gedachten Jahre für ungefähr 1,010,500 Frcs. Fächer absetzten. Ans einernoch nicht publizirten Schrift: „bmgurtc <!e la liliainbrc ste kommerce sur linst»8trie a karis," deren Verfasser unser Kollege, Herr Natalis Rondot , ist, gehthingegen hervor, daß im Jahre l847 daselbst die Zahl der Fächermacher auf 122gestiegen war, worunter jedoch die Vorsteher von Werkstätten von Fcuilliste», Malernund Kolorirern, welche ausschließlich für den Fächer arbeiten, mit inbegriffen sind.Diese Meister, deren jährliche Produktion sich auf 2,750,000 Frcs. belief, beschäftigten dagegen nur 565 Arbeiter <262 Männer, 264 Weiber, 20 Knaben und 20 Mäd-chen). Der Arbeitslohn ist durchschnittlich für Männer 3^ FreS., der für Weiberbeträgt 2 FreS. den Tag. Die Männer sind meist Kupferstecher und Kupferdrucker,Lithographen und Stcindrucker, Maler und Kolorircr. Die Frauen werden zumAufziehen der Blätter, znm Jllnminircn der Kupferstiche und zu Malerarbeiten imAllgemeine», sowie als Aufseherinnen und Fertigmacheriunen verwendet.
Aus den beigebrachten statistischen Notizen ergiebt sich, daß die Produktion vonFächern innerhalb der genannten 20 Jahre im Werthe auf fast das dreifache gestie-gen, daß die Zahl der Arbeiter dagegen auf die Hälfte herabgesunken ist. Der Grunddieser aus den ersten Blick auffallenden Erscheinung ist die Einführung von Maschi-nen, namentlich die Anwendung gewaltiger Pressen zum Ausschneiden der Rippenund zur Hervorbringung der erhabenen Verzierungen auf den Schalen, und nament-lich die erst in neuerer Zeit erfolgte Ausbildung des lithographischen Buntdrucks.Durch diese Verbesserungen in der Fabrikation sind die Franzosen in den Standgesetzt worden, ihre Ausfuhr an Fächern beträchtlich zu vermehre», denn sie könne»jetzt selbst in Bezug auf Wohlfeilheit mit den Fabri^iten der Chinesen konkurriren.
§. 144.
Meerschaum- und Bernstein -Fabrikate; Pfeifen.
Wenn mau von Pfeifen spricht, so kann mau nicht umhin, dem Material«, ausdem sie gefertigt sind, eine Lobrede zu halten. Ohne dem Porzellan, ohne demThon unsre Aufmerksamkeit zu schenke», die zu Tausend andern Dingen als Pfeifen-