Band 
Dritter und letzter Theil.
Seite
579
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8. 144. Meerschaum- und Bernstein -Fabrikate. 579

Durch eine kritische Zusammenstellung der wichtigsten Stellen, in welchen das WertElektron verkommt, hat der eben erwähnte berühmte Grammatiker »nwiderlrglich dar-getha», daß die ursprüngliche Bedentnng des Wortes Bernstein ist nnd daß sich erstspäter, namentlich bei den Tragikern, die zweite Bedeutung entwickelt hat. Die an-genommene Ueberknnst der Vorliebe, blaßgelben, wolkigen, nur wenig durchschim-mernden, dem Weißgoldc ähnlichen Bernsteins aus dem Alterthume ist demnach ganz»»stichhaltig und wir müssen n»S mit der eben versuchten Erklärnngsweise begnügen.Die bezeichnete Vorliebe scheint aus den Orient beschränkt zu sein. In anderenLändern, z. B. in Rußland , zieht man, vielleicht der größeren Billigkeit wegen, denorangegelbcn durchsichtigen, besonders zn Schmucksachen, unbedingt vor. Die Rus-sischen Bäuerinnen behängen sich mit doppelter nnd dreifacher Perlenschnur; sie sol-len häufig genug mit Kopalperlen bedient werden.

Nach diese» allgemeine» Bemerkungen über Meerschaum und Bernstein wollenwir zur Betrachtung des Einzelnen übergehen, welches uns die Ausstellung in denArtikeln geboten hat, deren dieser Abschnitt gewidmet ist.

Uebersicht der Ausstellung von Pfeifen, Meerschaum undBernstein .

Großbritannien und Irland nebst den Britischen Kolonieen 8

Zollverein und Norddentschland. 15

Oesterreich. 13

Frankreich . 2

Sardinien . 1

ToSkana. 1

Türkei . 5

Aegypten. 1

Persien . 2

China . 1

Zusammen. 49

Preismedaillen. 10.

Ehrenvolle Erwähnung. 18.

Großbritannien nnd Irland nebst den Kolonieen.

Die Britischen Einsendungen waren ganz unbedeutend und verdienen »eben denLeistungen anderer Nationen kaum erwähnt zn werden. Ein Paar Meerschanmpfeifenund eine Vorrichtung von Stahl znr Kondensirung des Tabacksdampfes ist Alles, was unsauffiel. Thonpfeifen waren gar nicht eingesendet worden. Dagegen hatten die Kolo-nieen einige interessante Mittheilungen gemacht. Kanada war durch eine Ausstellungvon Thonpfeifen vertreten, deren Einsender, Henderson, Montreal , ehrenvollerwähnt wird. Britisch Guiana sendete eine Pfeife oder eigentlich ein Rohr, welchesvon den Eingeborenen zum Rauchen gebraucht wird. Es wird aus der Fruchtschaleeiner Palmenart gefertigt. Die Ostindische Abtheilung enthielt einerseits mehrereEremplare der kostbaren Hookah, auö KokoSnnßschale geschnitten, mit prachtvollemSilberbeschlage nnd langer Schlangenröhre, andererseits die einfache Pfeife desärmeren Hindu, welche nur aus zwei Stöcken Bambusrohr besteht, einem dickeren,welcher, unter dem Knoten abgeschnitten, als Pfeifenkopf, nnd einem dünneren, der,als Rohr dienend, durch eine Seitenöffnung in den anderen einmündet. So einfachdiese Indische Pfeife, so wird sie doch »och von einer primitiveren Vorrichtung über-troffen, welche uns von Ilr. R oyle, unter dessen Oberaufsicht die schöne Sammlungder Ostindische» Kompanie stand, beschrieben wurde. Der Raucher bohrt nämlichmit einem Stocke zwei schräge Löcher in den Thonboden, ein längeres nnd ein kürze-res, welche in einem stumpfen Winkel aufeinander treffen. Das kürzere dient zur

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