Band 
Dritter und letzter Theil.
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580
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580 XXIX. Klasse. Verschiedene Fabrikate und kurze Waaren.

Ausnahme des Tabacks, während da« längere die Röhre rcpräsentirt, aus welcher derRaucher, der Länge nach auf den Boden gestreckt, das narkotische Aroma schlürft.Auch die Opimnpfeise »lit dem kurzen Rohransätze fehlt nicht in dieser Sammlung,in welcher sogar die kleine Zange nicht vergessen ist, mittelst deren die glimmendeKohle auf das Otzium gelegt wird.

Zollverein und Norddeutschland.

In der Pfeifenfabrikation gebührt — wer könnte daran zweifeln? — die Palmeunserm rauchenden Vaterlande. Die Beiträge anderer Nationen, obwohl in vielenFällen ganz anerkennenswerth, bleiben dennoch schwache Versuche und können, wasdie Zahl, Mannigfaltigkeit, den Geschmack »nd die Vollendung der Arbeit anlangt,mit den Deutschen Fabrikate» keinen Vergleich aushalte». Von 49 Ausstellern sindmehr als die Hälfte (28) Deutsche und von 28 Auszeichnungen sind nicht wenigerals 20 unseren Landsleuten zu Theil geworden. Nicht alle Theile Deutschlands sindindessen in gleicher Weise vertreten, »nd wenn wir die Anzahl der ausgestellte»Pfeifenköpfe als maßgebend für die Größe des rauchenden Publikums in einemDeutschen Staate ansehen dürfe», so siele die Wageschalc zu Gunsten Oesterreichs .Die von diesem Staate und besonders von Wien eingesendeten Pfeifen jeder Gattungsind Legion, und zwar finden sich alle Arten reichlich vertreten, von der diminutivenCigarrcnpfeife bis zum Meerschaumkopf schwersten Kalibers. Der Zollverein dage-gen, während er ebenfalls eine erkleckliche Anzahl von Pfeifeiikövfen eingesendet hatte,entwickelte nichtsdestoweniger seine Hauptstärke in der Ausstellung von Bernstein-spitzen und Bernsteinartikeln überhaupt. Die Pfeifen, welche der Zollverein gelieferthatte, waren sowohl Meerschaum-, als auch Porzellan- und Thonpfeifen. Unter die-sen befanden sich einige sehr ausgesuchte Exemplare, allein die Ausstellung als Aggre-gat betrachtet, machte bei weitem den Eindruck nicht, den der Beschauer von derunendlich mannigfaltigen Sammlung von Mecrschaumköpfen erhielt, welche in einemder Oestcrreichischen Seitenhöfe aufgestellt waren. Dagegen zeigte der Zollvereineine überwiegende Menge von Bernsteinartikeln, welche, wie sich erwarten ließ, bei-nahe sämmtlich von Preußen eingesendet worden waren. Der Berichterstatter bedauertindessen, hinzufügen zu müssen, daß die Vollendung der Fabrikation keineswegs mitder Masse des Ausgestellten Schritt hielt; die BeurtheilnngS-Kommission war viel-mehr der Ansicht, daß sich in fast sämmtlichen Artikeln, welche sie zu begutachtenhatte, ein auffallender Mangel an künstlerischer Auffassung kund gab. Dies Urtheilbezicht sich vorzugsweise auf die ausgestellten Schmucksachen in Bernstein , derenOrnamentiruttg in der Regel steif und unbeholfen war, während auch die Schärfeund Präcision des Schnittes Vieles zu wünschen übrig ließ. Es ist nicht zu ver-kennen, daß die mechanische Behandlung des Bernsteins große Schwierigkeiten bie-tet und daß sich dieses Material für manche Zwecke als höchst undankbar erweist;allein, wenn sich der Bernstein für gewisse Style von Ornamenten nicht eignet, sosollte man seine Anwendung lieber auf eine geringere Anzahl von Fällen beschränken,als ihn zu Fabrikations-Gegenständen verwende», welche sich in diesem Materialebefriedigend nicht herstellen lassen.

Wir geben zunächst die Namen der einzelne» Fabrikanten an, welche Belohnun-gen davon trugen.

Die Preismedaille erhielten:

C. W. Hoffn, a»n sen., Danzig , und

I. A. Winterfeld, Breslau .

Beide Aussteller hatten reiche Sammlungen von Bernsteinartikeln eingesendet;Ersterer unter Anderen, namentlich ei» Paar Leuchter, Preis löO Rthlr., einen Brief-beschwerer, Preis 60 Rthlr., und eine in Gold garnirte Bernstein-Schnupftabacks-dose. Die von Wiuterfeld gesendeten Artikel bestanden in Mundspitzen, ganzen