Band 
Dritter und letzter Theil.
Seite
581
JPEG-Download
 

581

§. 144. Meerschaum- und Bernstein -Fabrikate.

Pfeifenrohren, Cigarrenspitzen, Ohrringen, Halsbänder», Kameobrochen (weißer»»durchsichtiger Bernstein auf gelbem durchsichtigen Grunde) und einem Schachspiele.

Ehrenvoll erwähnt wurden:

G. I. Hoffmann, Danzig , für eine Sammlung von Bernsteinperlen, theil-weise von beträchtlicher Größe.

G. E. Jantzen, Stolp, für eine Ausstellung von Bcrnsteinartikeln, unterdenen Pcrlenschnüre aus einer eigenthümliche», sehr seltenen Bernsteinart, sowie einDamenarbeitskästche» mit bernsteingarnirten Instrumenten, Scheere, Nadelbüchse,Häkelnadel rc.

Wolf Mannheimer, Königsberg , für die Einsendung ungewöhnlich großerStücke von Bernstein . Eins derselben, aus einer Bernstcingrnbe gefördert, wiegtli Pfund, ein anderes, welches Scebernstein ist, 4^ Pfund.

W. von Roh, Danzig , für eine systematisch geordnete Saninilnng sämmtlicherbekannte» Bernsteinvarietäten, denen überdies rohe und gereinigte Bernsteinsänre hin-zugefügt ist. Derselbe Einsender hat auch verarbeiteten Bernstein ausgestellt; wirerwähnen besonders einen aus verschiedenen Stücken, »ach Art der Mosaikarbeite»zusammengesetzten Präsentirteller, in dessen Mittelstück das Englische Wappen ein-gravirt war.

E. L. Teßler, Stolp, für Bernsteinperlen, Cigarrenröhre» und verschiedeneSchmucksachc», welche zu den besser gearbeiteten Artikeln gehören (s. die Einleitung).

H. Wöbeke, Hamburg , für eine Auswahl verschiedener Pfeifen.

Gebr. Lur, Ruhla , Sachsen-Gotha, für Meerschauiiiköpfe, ächte sowohl alsnachgemachte, Porzellanköpfe und hölzerne Pfeifen.

Gebr. Wingend er, Höhr , Nassau, für gut gearbeitete, ausgezeichnet wohl-feile Thonpfeifen (das Tausend t Rthlr. 25 Sgr.).

Müllenbach und Thewald, Höhr , Nassau, für eine ganz ähnliche Aus-stellung von Thonpfeife».

Oesterreich.

Der allgemeine Charakter der Oesterreichischen Ausstellung in diesem Felde istbereits im Vorhergehenden hinlänglich bezeichnet worden, so daß wir ohne weitereszur speziellen Angabe der einzelnen Fabrikanten übergehen können, welche hervorge-hoben zu werden verdienen.

Karl Astrath, Wien , erhielt die Prcisniedaille für eine Auswahl prachtvollerMeerschaum-Pfeifenköpfe und Cigarrenröhren. Der kühne und sichere Schnitt dieserArbeiten kann nicht genug anerkannt werden; dies gilt namentlich für die Blätter-verzierungen. Dabei waren die Preise im Verhältniß zu der Arbeit mäßig gestellt.Eine Cigarrenröhre z. B., mit der Figur der Venus, war zu 12^ Fl. K.-M-, eineandere, mit der des Herkules, zu 26 Fl. 30 Kr. K.-M. angegeben. Die Samm-lung enthielt neben dem Meerschaum auch sehr schöne und kostbare Arbeiten in Bern-stein , vorzugsweise Mundspitzen und Cigarrenröhren. Einige derselben waren vonaußerordentlicher Größe und reicher Bearbeitung; auf einem der letzteren war einPreis von 330 Fl. K.-M. bemerkt.

Gerhard Flöge, Wien , Preismedaille. Von den Einsendungen dieses Fabri-kanten gilt, was über K. Astrath gesagt worden ist.

Johann Friedrich, Wien , Preismedaille. Die kleine Ausstellung, welche die-ser Fabrikant eingesendet hatte, zeigt den Höhepunkt der Meerschaumschnitzerei. Diemeisten Köpfe und Cigarrenröhren müssen ganz eigentlich als Kunstwerke bezeichnetwerden. Dabei waren diese schönen Arbeiten, welche die Aufmerksamkeit der Beur-theilungS-Kommission sowohl, als auch des größeren Publikums wiederholt in An-spruch nahmen, zu sehr mäßigen Preisen angegeben; sie variirten zwischen 8 Fl.45 Kr. und 70 Fl. K.-M.