582 XXIX. Klasse. Verschiedene Fabrikate und kurze Waare».
Ludwig Hartmann, Wien , Preismedaille. Die Sammlung dieses Fabri-kanten unterschied sich in so fern von der vorhergehenden, als sie mehr die Artikelzur Anschauung brachte, welche unter den mittleren Ständen, namentlich in Deutsch land, im Gebrauche sind; sie sind daher meist schmucklos »nd von billigsten Preisen.Dieselbe umfaßte Mecrschanmköpfe und Cigarrenröhren, Mundspitzen in Bernstein ,Perlmutter, Bein und Horn, eine große Auswahl von Pfeifenrohren in Kirschbaumund anderen Hölzern, Cigarrenröhren in Holz von außerordentlicher Wchlfeilheit.Derselbe Fabrikant hatte Spazierstöcke ausgestellt.
Joseph Zeltler, Wien , Preismedaille. Sämmtliche von diesem Ausstellereingesendete Artikel sind Nachahmungen von ächtem Meerschaum. Sie haben imHandel den Namen Maffaköpfe »nd werde» mittelst des in der Einleitung beschrie-benen Verfahrens erhalten. Die in der vorliegenden Sammlung enthaltenen warenvon den ächten kann, zn unterscheiden. Indessen sind sie in der Regel weit wenigerornamentirt, so daß ihr Preis sowohl durch das billige Material, als auch durchdie wohlfeilere Bearbeitung, im Verhältniß zu den ächten Meerschaumköpfen, beträcht-lich ermäßigt ist. Die Massaköpfe sind überdies gewöhnlich statt mit Silber mitNcnsilber beschlagen.
Die folgenden Oesterreichischcn Fabrikanten haben die ehrenvolle Erwähnungerhalten:
Samuel Alba, Wien , Mecrschanmköpfe nud Cigarrenröhren, Bernsteinmundspitzen. Die Schnitzerei gut gearbeitet, mit Ausnahme der menschlichen Figuren.
Philipp Beisiegl, Wien , eine ganz ähnliche Ausstellung, welche überdiesPfeifenrohre von Kirschbaum- und Ebenholz enthielt.
I. Grünhut jun., Prag , ein Meerschaumkopf und zwei Cigarrenröhreu vonausgezeichneter Schnitzarbeit.
A. Partsch jun., Theresienfeld , wohlfeile Thonpfeifen, glasirt und unglasirt,gefärbt und ungefärbt.
war in den Artikeln, welche in dieser Abtheilung aufgeführt sind, nur schwach ver-treten. Die ganze Einsendung beschränkte sich auf zwei allerdings sehr reiche Samm-lungen von Thonpfeifen. Diese Pfeifen sind von ausgezeichneter Güte. Die Fabri-kanten erhöhen den Werth, das vortreffliche Material, welches ihnen zu Gebote steht,durch die sorgfältigste Bearbeitung und durch Zuschläge verschiedener Art. Die Fran-zösischen Thonpfeifen werden daher nicht nur in Frankreich , sondern auch im Aus-lande sehr hoch geschätzt, und da sie nebenbei sehr billig sind, in der That inbeträchtlicher Menge erportirt. Die Beurtheilungs-Kommissio» fand sich aber hinsicht-lich der Formen dieser Pfeifen höchlich getäuscht, indem sich in ihnen in keinerleiWeise der Geschmack und die künstlerische Auffassung bekundete, welche die meistenEinsendungen der Französischen Industrie auszeichnete. Es scheint, daß diese Ano-malie vorzugsweise den Anforderungen des Publikums zugeschrieben werden muß,welches sich dieser Pfeifen in Frankreich bedient und welches der untersten Schichtder Gesellschaft angehört. Ein Pseifenkopf init einem grotesken Menschcngesicht, ausdem zwei weitgeschlitzte Augen über ungeheurer Nase hervorstieren, findet, wie esscheint, in den Augen der Französischen Landbevölkerung mehr Gnade als die annm-thigsten Formen, welche man diesen Artikeln eben so leicht zu geben vermöchte.
Die beide» Französischen Aussteller sind:
Dumeril^) Söhne nnd Comp., und Louis Fiolet, Beide aus St. Omer ,Pas-de-Calais . Sie sind ehrenvoll erwähnt.
Der einzige Aussteller dieses Landes, I. Strauß, Turin, hat ein Paar Meer-schaum-Pseifenköpfe von ausgezeichneter Schnitzarbeit eingesendet, welche den besten