592 XXIX. Klasse. Verschiedene Fabrikate und kurze Waaren.
dies der geschmackvollen Anordnung volle Anerkennung gezollt werden. In unsererErimicriing ist besonders ei» Strauß Reseda geblieben, welche von der Naturkaum zu unterscheiden war. Der Familie Mintorn wurde die Preisniedaillezuerkannt.
Wir haben die Leistungen der Familie Mintorn etwas ausführlich besprochen,weil sie als Prototypen eines Industriezweiges gelte» können, der in England, wiebereits erwähnt, mit Vorliebe kultivirt wird. Den vorigen in dem allgemeinen Cha-rakter ganz ähnlich und in der Ausführung sehr nahe stehend, waren die Wachsblu-inen von Maria Strickland, New Bond Street, London , welche ebenfalls diePreiSmedaille erhielt. Die Einsendungen von Elisabeth Dorvell, OrfordStreet, London, und I. Lumsden, Trevor Terrace Knightsbridge, London , standeneine Linie tiefer, wurden aber nichtsdestoweniger von der Jury noch immer der PreiS-medaille für würdig erachtst. Emma Chisholme. Edward Street, London , Hen-ri etta Ewart, Bath Place, New Road, London , und Elisa Makepeace, Ma-nor Place Clapham, London , welche ebenfalls Wachsblumen ausgestellt hatten, wur-den ehrenvoll erwähnt.
Die Fabrikation von BattistbIunien sOambric llorvers) war in der Eng-lischen Abtheilung vergleichungsweise nur schwach vertreten. Wir haben nur dreiAussteller besonders zu erwähnen, Foster, Sohn und Duncnni, WigmoreStreet, London, und Sugde», Borras und Comp., Aldermanbury, London , er-hielten die PreiSmedaille, und Joseph Fisher, Cripplegate Buildiugs, London ,wurde die Ehrenerwähnnng zu Theil. Die Einsendungen der beiden ersten Fabrikan-ten bestanden vorzugsweise in BlnmenbouquetS und in Federzierrathen, wie sie dieweibliche Toilette erheischt. Die Ausstellung von Foster und Comp. enthieltüberdies eine ganz interessante Sammlung unvollendeter Blumen, welche in anschausicher Weise die verschiedenen Stadien der Fabrikation erläuterte». Die von Fishereingesendeten Artikel sind weniger für die Toilette, als für elegante Zimmerverzie-rung bestimmt. Die Blumen, welche meist in Töpfen ausgestellt waren, zeigten da-her etwas weniger feine Bearbeitung, und waren — namentlich die Fuchsien —mitunter etwas steif, lleberhanpt trat bei den Leistungen der Englischen Battistblu-menfabrikanten das Bestreben, einen wohlfeilen Marktartikel zu liefern, der künst-lerischen Auffassung gegenüber, etwas zu sehr in den Vordergrund. Die besserenSorte» von Battistblumen werden »och immer vorzugsweise von Frankreich impor-tirt. Der Werth der im Jahre 1850 in England aus allen Theilen der Welt ein-geführten Battistblumen betrug 6l,K34 Lstr., von welchen 15,409 Lstr. Eingangs-zoll bezahlt wurde.
Ein besonderer Zweig der künstlichen Blumenindustrie ist die Fabrikation vonFederblumen. Sämmtliche Blätter, die der Blüthe sowohl, als die grünen, wer-den aus dem Gefieder von Vögeln zusammengesetzt. Man begreift, daß die auf dieseWeise erhaltenen Blumen die Vortheile der Dauerhaftigkeit besitzen, insofern die Far-ben sämmtlich, sogar im Sonnenlichte, beständig sind, auf der andern Seite aberstellen sich dieser Fabrikation große Schwierigkeiten entgegen, indem eS oft kaummöglich ist, alle Farbcnnüaueen i» diesem Materielle auszuweiden, weshalb sich dieProduktion der Federblumenfabrikantcn in der Regel auf eine geringere Anzahl vonGastungen beschränkt. Die Englische Ausstellung enthielt einige Proben, welchediese Kunst auf der höchsten Stufe ihrer Vollendung zeigten. Sie waren von Wil-helmina Randolph, MarSham Street, London , eingesendet, und der Berichterstat-ter erinnert sich nicht, etwas Aehnliches in oder außerhalb der Ausstellung gesehenzu baben. Die Sammlung war verhältnißmäßig klein, sie bestand vorzugsweise ausweiße» Rose», Goldlack und Nelken und wurde überdies von den Massen echauffirterBlumen in der Nachbarschaft etwas in den Schatten gestellt, so daß sie von denBesnchcrn der Ausstellung nur wenig gewürdigt worden zu sein scheint. Der Aus-