§. 146. Künstliche Blumen und Früchte. ggz
stillerm wurde die Preismedaille zuerkannt. Viel mehr Aufmerksamkeit als dieseAusstellung der Frau Randolph erregte das kolossale Federblumenbouquet, welchesrechter Hand, nicht weit von dem Eintritt aus dem Kreuzflügcl in die AusländischeAbtheilung, aufgestellt war. Dieses Bouqnet, welches einen der vier Gegenständeder Brasilianische» Ausstellung und sicherlich den schönsten darstellte, zeichnete sichdurch die seltene Farbenpracht, und durch geschmackvolle Anordnung der einzelnenBlumen, unter denen die Blüthen der Tabackspflanze der Baumwollenstaude und desKaffeebanmes erwähnt zu werden verdienen, aus; allein die Arbeit, obwohl in jederBeziehung anerkennenSwerth, stand doch hinter den Produktionen der vorhergehendenAusstellungen zurück. Der Name des Verfertigers ist unbekannt geblieben, dem Aus-steller O. G. Adams» n, Panton Street, London , wurde die Preismcdaille zuerkannt.
Noch müssen wir die Einsendungen von A. und G. Gatti, Coppice RoadClerkenwell, London , anführen, denen die ehrenvolle Erwähnung zu Theil wurde.Sie bestanden in einer Reihe von Artikeln, welche in der Zusammensetzung derBlumen »nd Blätter gebraucht werden. Diese waren meist, besonders was die Farbeanlangt, von guter Arbeit, indessen für die Fabrikation ordinairer Blumen be-rechnet.
Die von den Kolonien gesendeten Artikel waren in, industriellen Sinne von ge-ringem Belange. Keine derselben ist von der Jury eines besonderen Preises für wür-dig erachtet worden, allein viele boten als Kuriosität nicht geringes Interesse undAlle bezeugten, mit welchem Eifer die Idee der Weltausstellung in sämmtlichenBritischen Landen aufgefaßt worden war. Die Bahama Insel» waren durch eineBlumenvase mit Bouqnet aus glänzenden Muscheln von den Damen Greig unddurch eine Einsendung von 32 naturgetreuen Fruchtmodellen in Wachs vonE. Barnett vertreten. Barbadoes hat eine Sammlung von 150 Pflanzenmodellen(Wurzeln, Knollen, Kraut, Blüthe, Frucht, Samen) geliefert, welche, obwohl vondrei Ausstellern eingesendet, nichtsdestoweniger sämmtlich von Herrn und Frau Braith-waite ausgeführt worden zu sein schienen. Von Guernsey waren nur wenige Wachs-früchte da. Die Indischen Pstanzenmodelle (Blüthe und Frucht) waren in Gokak indem Mahrattenlande in Traraucore und Rohilkund gesammelt; sie besaßen nur ge-ringen artistischen Werth, aber desto mehr naturhistorisches Interesse. Die Mitthei-lung von Jamaika bestand aus einigen Gruppen von Zierblumen, aus den Fibernder Puccapffanze gefertigt, und von Fräulein Nash eingesendet. Noch verdientein Korb mit reichen Muschelblumen von Antonio Gerada und Töchtern, ausMalta gesendet, Erwähnung, eben so ein von Palmblättern gefertigter Blumenkranz,von der Gräfin Grey, sowie Muschelblume»-Bouquets von Frau Chapon undden Fräuleins Ganconrt, sämmtlich von Mauritius stammend.
Die Deutschen Staate» waren in der Fabrikation künstlicher Blumen, sowohl derZahl, als auch den Leistungen nach, nicht stark vertreten; eine Medaille ist densel-ben nicht zugefallen und nur einer der Aussteller (Oesterreich ) wurde ehrenvollerwähnt.
Zollverein und N o r d d e u t s ch l a n d.
Die Einsendungen des Zollvereins beschränken sich auf einige Wachsmodellevon Früchte» von I. Birnstill in Darmstadt (Trauben- und Aepfelbaumzweig)und I. van Beesten in Wiesbaden , ferner auf eine ziemlich reichhaltige Samm-lung von Battistblume» von Fräulein Lindener in Stuttgart geliefert, und endlichanf eine Zusammenstellung von Materialien für die Fabrikation künstlicher Blumenvon C. Viehhänser in Lndwigsburg. Die Württembergischen Einsendungen findganz anerkennenSwerth, können sich aber mit den Französischen Blumen in keinerWeise messe». — Hamburg hatte ein unbedeutendes Bonget unter Glas und Rah-men ausgestellt.
III.
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